06. Februar 2019 / 06:00 Uhr

96-Angreifer Haraguchi: "Mein Ziel, die zehn Scorerpunkte, sind immer noch drin"

96-Angreifer Haraguchi: "Mein Ziel, die zehn Scorerpunkte, sind immer noch drin"

Dirk Tietenberg
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Boxen für die Bundesliga: Genki Haraguchi beim Fitnesstraining mit 96.
Boxen für die Bundesliga: Genki Haraguchi beim Fitnesstraining mit 96. © Florian Petrow
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"Ich brauch' keine Pause": Im Interview spricht Genki Haraguchi über den Trainerwechsel bei Hannover 96, das verlorene Finale beim Asiencup und den Abstiegskampf in der Bundesliga.

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Genki Haraguchi, vom Finale des Asien-Cups geht es direkt in den Abstiegskampf mit Hannover. Wie groß ist diese Umstellung?

Die Niederlage hat uns gewurmt, aber das Finale ist Vergangenheit. Abstiegskampf ist eine schwierige Situation. Ich will das mit der Mannschaft schaffen und möchte auch persönlich an dieser Herausforderung wachsen.

Ist es nicht schwierig, bei einem Turnier in den Vereinigten Emiraten mitzubekommen, wie in Hannover gerade der Trainer gewechselt wird, der Sie zu 96 geholt hat?

Egal, wo ich mich befinde: Ein Trainerwechsel ist immer unangenehm, weil ich mich als Spieler mitverantwortlich fühle für die Situation. Aber auch das ist Vergangenheit. Ich habe Thomas Doll kennengelernt und sofort hier eine positive Emotionalität von ihm gespürt. Und diesen Willen, der Mannschaft zu helfen. Das motiviert mich auch, der Mannschaft zusammen mit ihm zu helfen.

Hatten Sie Kontakt zu Takuma Asano?

Takuma hat mich immer auf dem Laufenden gehalten.

Genki Haraguchi: Stationen seiner Karriere in Bildern

Genki Haraguchi startete seine Karriere bei den Urawa Red Diamonds, wo er 2008 aus der Jugend zu den Profis aufstieg. Hier ein Bild aus dem Jahr 2010. Zur Galerie
Genki Haraguchi startete seine Karriere bei den Urawa Red Diamonds, wo er 2008 aus der Jugend zu den Profis aufstieg. Hier ein Bild aus dem Jahr 2010. ©
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Zu Beginn der Saison haben Sie als Nummer zehn gesagt, dass Sie zehn Scorerpunkte für 96 erzielen wollen. Sie haben kein Tor geschossen. Wie ist es zu erklären, dass Sie beim Asien-Cup dann gleich zwei Tore schießen? Warum treffen Sie in der Nationalmannschaft und bei 96 nicht?

Mein Ziel, die zehn Scorerpunkte, sind immer noch drin. Aber ich will diese zehn Scorerpunkte vor allem deshalb erzielen, um der Mannschaft unten rauszuhelfen. In der Nationalmannschaft habe ich vorne links gespielt. Das ist ein Unterschied, weil meine Aufgaben in Hannover bisher etwas anders waren. Hier habe ich häufiger hinten rechts gespielt. Das ist sicherlich ein Grund, warum die Quote bei der Nationalmannschaft besser ist. Aber unter dem neuen Trainer Thomas Doll kann ich mir vorstellen, dass ich weiter vorne eingesetzt werde und so die Möglichkeit habe, an mehr Toren beteiligt zu sein. Aber: Es geht hier nicht um meine persönlichen Ziele. Es geht um die Mannschaft und wenn ich da für Defensivarbeit gebraucht werde, dann nehme ich diese Aufgabe wahr.

Haraguchi: Den Ärger in positive Energie umwandeln

Hilft es 96, dass Sie vom Kopf her freier sind und die letzten Wochen Abstiegskampf nicht mitbekommen haben?

Genauso sehe ich das. Ich kann vielleicht frische Energie in die Mannschaft pumpen. Der Frust nach dem verlorenen Finale ist auch eine Motivation für mich – hier versuche ich, den Ärger in positive Energie umzuwandeln.

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Felipe langt zu. ©

Sie haben das Finale gegen Katar 1:3 verloren. Was macht denn Katar plötzlich so stark?

So viele gebürtige Katarer spielen nicht in der Mannschaft, da sind einige eingebürgerte Afrikaner und Europäer dabei. Aber das ist ein unangenehm zu spielender Gegner. Man hat gespürt, dass die vor der WM im eigenen Land total motiviert sind. Aber ich bin immer noch davon überzeugt, dass wir in Asien als Japan die Nummer eins sein müssten. Wir waren uns nach dem Sieg gegen Iran im Halbfinale zu sicher. Katar ist aber auch nicht ins Finale gestolpert, das werden in Zukunft noch andere Gegner zu spüren bekommen.

Sie wirken enttäuscht.

Asienmeister zu werden, das war unser Ziel. Das wurde auch erwartet. Der zweite Platz ist für uns eine klare Niederlage gewesen. Anders kann man das nicht darstellen. Aber wie gesagt: Das muss jetzt abgehakt sein und ist es auch.

"Verlasse den Raum sauberer als du ihn vorgefunden hast."

Im Internet erschien ein Foto von der Picobello aufgeräumten Kabine der Japaner nach dem Finale. Räumen die Spieler die Kabine selbst auf? Ist das eine spezielle Geste?

In Japan gibt es ein Sprichwort: Verlasse den Raum sauberer als du ihn vorgefunden hast. Das ist eine Geste des Respekts und als Dankeschön für die Gastgeber für ein tolles Turnier zu verstehen. Die Idee dazu ist von den Spielern ausgegangen. Das ist einfach üblich bei uns Japanern. Auch in der J-League.

Fast hätten Sie bei Hannover 96 mit Shinji Kagawa gespielt. Jetzt trifft er für Besiktas Istanbul. Kriegt 96 den Klassenerhalt auch ohne ihn hin?

Shinji ist einer der besten japanischen Spieler, er war nur nicht beim Asien-Cup, weil er in Dortmund nicht viel gespielt. Wenn er jetzt wieder die frühere Form erreicht, kann er wieder eine Rolle in der japanischen Nationalmannschaft spielen. Und wenn, dann wird er eine große Rolle spielen.

Verstehe, Sie halten sich raus aus der 96-und-Kagawa-Geschichte. Können Sie für Hannover ein Kagawa sein?

Ich will und muss – gerade jetzt in dieser Situation – meine beste Leistung zeigen. Auch weil es für mich in der Hinrunde nicht zufriedenstellend gelaufen ist. In der Rückrunde muss ich zusehen, dass ich der Mannschaft tatkräftig helfen kann. Ich denke da an einen früheren Japaner in Hannover: Hiroshi Kiyotake ist bei 96 vorangegangen und hat die Mannschaft geführt. Darin sehe ich auch meine Rolle und meine Verpflichtung.

Nach sieben Spielen beim Asien-Cup: Brauchen Sie eigentlich keine Pause?

Ich brauch' keine.

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