14. Februar 2018 / 11:29 Uhr

"Sehen wir den besten Tschauner, den es je gab?" - Der 96-Torwart im Interview

"Sehen wir den besten Tschauner, den es je gab?" - Der 96-Torwart im Interview

Andreas Willeke
Philipp Tschauner feierte mit Hannover 96 den Wiederaufstieg in Bundesliga. Ganze 16-Mal hielt er seinen Kasten sauber, der Liga-Bestwert.
Philipp Tschauner spricht über seine Rolle als Kapitän. © imago
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Nach der Verletzung von Edgar Prib ist Torwart Philipp Tschauner Kapitän von Hannover 96. Im zweiten Teil des Interviews spricht der Keeper über seine Rolle in der Mannschaft und seine Leistungen in der Bundesliga.

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Sie sind als Kapitän aber die entscheidende Autorität bei den Entscheidungen?

Wir tauschen uns im Mannschaftsrat mit Eddy Prib, Olli Sorg, Martin Harnik und Pirmin Schwegler aus. Als Mannschaft leben wir vom Zusammenhalt. Da geht es nicht an, irgendetwas allein zu entscheiden. Unsere Aufgabe ist aber auch, mit den Spielern zu reden, die nicht so gut Deutsch sprechen, nicht so tief im Thema sind und dann fragen: Warum pfeifen die denn?

Sie reden nicht nur nach den Spielen mit der Mannschaft, sondern auch vorher. Das Video von ihrer Motivationsansprache vor dem Aufstiegsfinale in Sandhausen ist sehr beeindruckend.

Das war lange nicht meine beste Ansprache in Sandhausen, die vor dem Stuttgart-Spiel war viel besser. Das wird jetzt in Köln meine 30. Ansprache. Die Jungs sagen, ich sei dafür geboren (lacht).

Können Sie sagen, womit Sie die Kollegen vor dem Freiburg-Spiel motiviert haben?

Ich kann einen kleinen Einblick geben. Wir haben uns in den drei Spielen davor nicht mit einem Dreier belohnt. Ich habe den Fokus darauf gelegt, in welche Gesichter wir schauen, wenn wir gewonnen haben. Das war mein kleiner Aufzieher, darauf habe ich noch weitere Geschichten aufgebaut.

Ihr Trainer hat ja nachher gesagt, „wir hatten uns vorgenommen, in strahlende Gesichter zu schauen ...“

Und genau das hat ja geklappt.

Der erste Teil des Tschauner-Interviews

Die sportliche Lage ist top. Wenn ich Sie nach dem Ziel frage, werden Sie sagen, Sie wollen nur den Klassenerhalt schaffen?

Unser Ziel bleibt definitiv der Klassenerhalt. Unser Ziel als Mannschaft ist jetzt, so schnell wie möglich die 40 Punkte zu holen. Das kann ein extrem wichtiger Schritt für den Rest der Saison sein. Wenn man das am 26. oder 27. Spieltag schafft, kann man sich über andere Konstellationen unterhalten. Aber erst dann.

"​Für meine erste Bundesliga-Saison läuft es schon ganz gut."

Sie sind ja nicht nur Kapitän, sondern auch Torwart und spielen bis auf wenige Aussetzer eine tolle Saison. Sehen wir den besten Tschauner, den es je gab?

Wenn man wie ich aus der zweiten Liga kommt und es in der höchsten deutschen Liga ganz vernünftig macht und sich nicht in jedem Spiel selber einen reinwirft, kann man ganz zufrieden sein. Für meine erste Bundesliga-Saison läuft es schon ganz gut. Den einen oder anderen hätte ich sicherlich noch halten können, aber ich bin auch nicht vor Tälern gefeit. Ich hatte ein Tief, aber da bin ich zusammen mit der Mannschaft gut herausgekommen. Ich genieße immer noch jedes Spiel, auch, weil mir nur wenige die Bundesliga zugetraut haben. Von daher ist es vielleicht schon so, dass ich auf meinem höchsten Niveau spiele.

Die Karriere von Philipp Tschauner in Bildern

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Was erwartet Sie am Sonnabend in der Bundesliga-Partie beim 1. FC Köln?

Für die Kölner wird es ein richtiges Endspiel. Sie müssen gegen uns gewinnen, um überhaupt noch eine minimale Chance auf die Rettung zu haben. Das wird ein extrem anstrengendes Spiel für uns, wir müssen sehr geduldig sein und mit kühlem Kopf versuchen, die Wucht der Kölner zu stoppen.

Wird also nach den strahlenden Augen nun der kühle Kopf in Ihrer Ansprache zum Thema?

Darüber mache ich mir erst am Tag vor dem Spiel Gedanken. Wenn wir im Hotel sind, nehme ich mir eine Stunde und überlege, was in der ganzen Woche so passiert ist, und lege mir etwas zurecht. Ich bin dann in der Verantwortung etwas zu sagen, und das mache ich auch gern.

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