19. April 2018 / 23:50 Uhr

So lief die Jahreshauptversammlung von Hannover 96

So lief die Jahreshauptversammlung von Hannover 96

Redaktion Sportbuzzer
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Die Jahreshauptversammlung Hannover 96 in der Swiss Life Hall.
Die Jahreshauptversammlung Hannover 96 in der Swiss Life Hall. © Florian Petrow
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Erst kurz vor Mitternacht endete eine ereignisreiche Jahreshauptversammlung bei Hannover 96. Die Mitglieder haben den Vorstand und den Aufsichtsrat nicht entlastet - der richtungsweisende Satzungsänderung fand nicht die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit.

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Es war hitzig, es war chaotisch, und es war ein langer Abend. Aber am Ende scheiterte der entscheidende Satzungsänderungsantrag auf der 96-Mitgliederversammlung, den zwei Antragssteller wortgleich gestellt hatten. Der Knackpunkt des Antrags: Der Vorstand sollte künftig Entscheidungen der Mitgliederversammlung vertreten. Eine Zweidrittelmehrheit wäre für die Durchsetzung des Antrags notwendig gewesen. Das Ergebnis: 1120 Stimmen wurden abgegeben. 576 stimmten für den Satzungsänderungsantrag, 544 dagegen.

Bevor es jedoch zur Abstimmung des Antrags kam, schmiss der extra berufene und überforderte Versammlungsleiter Helmut Hartung hin. Befürworter und Gegner des Antrags geigten sich in mehreren Wortbeiträgen die Meinung.

​Erster Ärger um die Tagesordnung

Aber auch schon vorher ging es zur Sache. Wegen des großen Andrangs in der Swiss Life Hall eröffnete Aufsichtsratschef Valentin Schmidt den Abend eine halbe Stunde später als geplant. Kurz nach dem Eintreffen der kompletten Profi-Mannschaft um 18.41 Uhr gab es den ersten Ärger – um die Tagesordnung.

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Die Ehrung der Mitglieder und die Wahl zum Sportler des Jahres sollte vorgezogen werden. „Wir kommen gut voran und sollten es dabei belassen“, entgegnete Schmidt – und kassierte dafür die erste kritischen Stimmen aus dem Saal. Es kam zur Abstimmung über die Änderung, die Schmidt mit Augenmaß entschied, wofür es noch mehr Pfiffe gab. Erst jetzt wurde die Abstimmung ausgezählt – und brachte das Ergebnis, dass die Tagesordnung geändert werden musste. Deshalb musste auch Martin Kind mit dem Bericht des Vorstandes warten. „Ein Sieg wird noch gebraucht, um den Klassenerhalt endgültig zu sichern“, sagte der 96-Boss und lobte ausdrücklich die gute Arbeit von Trainer André Breitenreiter und Manager Horst Heldt. 

Vorstandsvize Uwe Krause wurde danach deutlich zum 50+1-Thema und der aktiven Fanszene. Er warf ihr destruktives Verhalten ohne eigene Ideen vor. „Es gibt keinen Plan nur konzeptlosen ideologischen Widerstand. Und Krause sprach nochmal besonders die Stimmung im Heimspiel gegen Gladbach an, bei dem Kind beleidigt wurde. „Das ist an Dummheit und Peinlichkeit nicht zu überbieten. Wenn das die Fankultur ist, die durch 50+1 erhalten beliebt, dann Gute Nacht“, so Krause. 

​Keine Entlastung für Vorstand und Aufsichtsrat

Anschließend wurde bei der Aussprache zu den Berichten deutlich, was Fanszene und Vorstand trennt. Fragen aus dem Publikum wurden vom Versammlungsleiter Hartung (Rechtsanwalt) – Valentin Schmidt hatte sein Amt abgegeben – teilweise rüde abgebügelt. Aufsichtsrat Ralf Nestler empfahl, den Vorstand nicht zu entlasten. Und so kam es auch.

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Nach der Aussprache stand die Entlastung des Vorstandes auf der Tagesordnung. Und dabei gab es eine Überraschung. Der Vorstand wurde nicht entlastet. 548 Mitglieder stimmten gegen eine Entlastung, 543 Mitglieder dafür. Danach wurde über den Aufsichtsrat abgestimmt – der ebenfalls nicht entlastet wurde. 533 Zustimmungen standen insgesamt 554 Ablehnungen gegenüber. Vorstand und Aufsichtsrat also nicht entlastet. Das zeigt wie tief der Riss, innerhalb des Vereins ist.

​Knackpunkt am Abend

Das Ergebnis hat keine direkten Folgen, ist aber ein großes Misstrauensvotum gegenüber Vorstand und Aufsichtsrat. Erst danach kam es zum eigentlichen Knackpunkt des Abends: Den Antrag zur Satzungsänderung. Martin Kind hatte vor der Zustimmung des Antrags gewarnt.

„Ändern wird sich nur, dass der Vorstand keine Sololäufe mehr machen kann“, erklärte Antragssteller Jens Boldt, der für seine Erklärung des Antrags genauso Standing Ovations bekam wie Antragsstellerin Nathalie Wartmann, die zudem sagte: „Ich bin sehr traurig, dass man mich persönlich unter Druck gesetzt hat, den Antrag zurück zurückzunehmen.“ Die Antragssteller beantragten für die Abstimmung der Satzungsänderung eine geheime Wahl. Dazu kam es nicht – wie auch zu der Satzungsänderung nicht.

Von Tobias Manzke

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