14. September 2018 / 08:25 Uhr

Hannovers Kapitän Anton vor Spiel bei RB Leipzig: "Wir haben Respekt, keine Angst"

Hannovers Kapitän Anton vor Spiel bei RB Leipzig: "Wir haben Respekt, keine Angst"

Guido Schäfer
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Waldemar Anton von Hannover 96 ist mit seinen 22 Jahren der jüngste Kapitän in der Bundesliga.
Waldemar Anton von Hannover 96 ist mit seinen 22 Jahren der jüngste Kapitän in der Bundesliga. © (c) Copyright 2018, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Waldemar Anton spielt seit seinem 12. Lebensjahr für seinen Herzensverein Hannover 96. Inzwischen gehört er auch in der deutschen U21 zu den Leistungsträgern. Vor dem Gastspiel in der Messestadt am Samstag hat sich der 21-Jährige Zeit für ein SPORTBUZZER-Interview genommen.

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Hannover/Leipzig. Waldemar Anton. Mit zarten 22 Jahren jüngster Kapitän der Bundesliga. Hat keinen Fuhrpark, keine Tattoos, Mathe-Ass, vielseitig interessiert. Auf dem Nachttisch: leibhaftige Bücher. In Usbekistan geboren, Verwandtschaft in Russland, spielt seit seinem 12. Lebensjahr für seinen Herzensverein Hannover 96. Der deutsche U21-Nationalspieler könnte bei entsprechender Einladung wählen, ob er ins Trikot der A-Nationalmannschaft von Deutschland, Usbekistan oder Russland schlüpft. Menschen, die den Defensiv-Allrounder näher kennen, schwärmen von der Erdverbundenheit und Herzlichkeit des jungen Mannes. Anton hat unlängst ein Haus gekauft – für sich und seine Eltern. Am Sonnabend, 15.30 Uhr, will der 96-Kapitän, der einen (inoffiziellen) Marktwert von 30 Millionen Euro hat, bei RB Leipzig punkten. 3:0 im Test gegen Mexiko, 6:0 in Irland in der EM-Qualifikation.

Das ist Waldemar Anton: Bilder seiner Karriere

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Zufrieden, froh und glücklich mit Ihrer U21-Reise?

Es lief klasse, wir sind unserem Ziel EM-Teilnahme nähergekommen.

Haben Sie mit Ihrem U21-Kollegen Lukas Klostermann Einigkeit über den Ausgang der Samstag-Partie in Leipzig erzielt?

Nicht ganz. Er denkt, dass Leipzig gewinnt. Ich sehe das natürlich anders. Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Auch das bei RB.

Wie kommen Sie mit Lukas klar?

Sehr gut. Er ist ein angenehmer Typ und absoluter Profi, der aber nicht 24 Stunden am Tag nur an Fußball denkt. Wir sind uns da nicht unähnlich.

DURCHKLICKEN: Einblicke auf die Vorbereitung von RB Leipzig auf das Bundesligaspiel gegen Hannover 96

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Laut Nils Petersen droht dem Sportler in der Blase Profifußball akute, nun ja, Verblödung. Ist das so?

Bei mir besteht die Gefahr nicht. Ich beschäftige mich auch mit anderen Dingen, lese viel, lerne, um mein Englisch weiter zu verbessern. Fußball ist und bleibt meine Leidenschaft. Aber die braucht auch kleine Pausen.

Bei der U21 sind Sie Ersatzkapitän hinter Lukas Klostermann, in Hannover sind Sie die Nummer eins. Hat Sie André Breitenreiter bestimmt oder wurden Sie gewählt?

Der Trainer hat mich gefragt, ob ich mir das Amt zutraue.

Und Sie haben Ja gesagt.

Ja. Auch, weil ich das Vertrauen meiner Mitspieler gespürt habe. Ich bin stolz und glücklich, Kapitän dieser wunderbaren Mannschaft zu sein.

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Könnte es sein, dass Ihre Herzlichkeit und soziale Ader die Integration von Walace erleichtert haben? Der junge Mann firmierte beim HSV unter Skandal-Profi und spielt bei 96 groß auf.

Wir haben ihn herzlich empfangen und ihm jede Hilfestellung, die er braucht, geboten. Die Integration fing schon damit an, dass wir seinen Namen so ausgesprochen haben, wie er es sich wünscht (lacht). Walace ist ein Supertyp und ein Superspieler.

Sie sind 2016 mit Hannover abgestiegen und haben just in diesem Moment Ihren Vertrag bis 2021 verlängert. Ohne Ausstiegsklausel. Es muss Liebe sein, Herr Anton.

Hannover 96 ist für mich natürlich eine Herzensangelegenheit. Hier hat man mir die Chance gegeben, Profi zu werden. Dafür bin ich dankbar. Es war nie ein Thema, den Verein zu verlassen.

Der eingängige 96-Slogan „Niemals allein“ wurde beim 1:1 in Bremen und dem 0:0 gegen Borussia Dortmund mit Leben gefüllt.

Ich hätte beide Spiele lieber gewonnen, die Möglichkeiten dazu waren da. Aber wir haben gezeigt, dass wir eine gute Truppe sind und eine gute Moral haben. Wenn einer einen Fehler macht, bügelt ihn ein anderer aus. So muss das sein. Niemals allein – dafür stehen wir.

Bilder vom Spiel der Bundesliga zwischen Hannover 96 und Borussia Dortmund

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Gegen RB Leipzig setzte es in der Vor-Saison zwei Niederlagen. Warum wird das diesmal anders?

Wir waren zweimal kurz davor, zu punkten. RB ist klasse besetzt, die sind aggressiv, stehen hoch, gehen früh drauf. Wir wissen, was uns erwartet.

Wissen Sie auch, was zu tun ist?

Wichtig ist, dass wir ruhig bleiben, unserer Linie treu bleiben. Wir sind keine Bolzer-Mannschaft, wir wollen Fußball spielen.

Also selbstbewusst hintenraus spielen und in die offenen RB-Flanken stoßen.

Könnte so sein. Wir haben Respekt vor RB, aber keine Angst.

Nach dem Weggang von Abwehrchef Salif Sané sind Sie vom Mittelfeld in die Innenverteidigung gerückt. Not- oder Dauerlösung?

Erstens: Es gibt bei uns keine Notlösungen. Zweitens: Ich spiele da, wo mich der Trainer hinstellt.

Als Verteidiger muss man weniger laufen.

Ja, aber jeder verlorene Zweikampf kann zu einem Tor führen. Man muss als Innenverteidiger extrem konzentriert sein, über die 90 Minuten plus Nachspielzeit.

Ein Sprintduell mit Timo Werner soll ganz was Feines sein. Was hilft gegen Werners Turbo? Zeitiges Loslaufen?

Es hilft schon mal, wenn man selbst gut zu Fuß ist. Außerdem ist die Abseitslinie ein Stück weit auf der Seite der Abwehrspieler. Und gefragt ist immer auch gutes Antizipieren. Es ist also machbar, so starke Fußballer wie Timo Werner oder Jean-Kevin Augustin am Toreschießen zu hindern.

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