96-Clubchef Martin Kind. 96-Clubchef Martin Kind. © Sielski
96-Clubchef Martin Kind.

Streit bei Hannover 96 erreicht neue Dimension: Polizeischutz für Clubchef Martin Kind

Die Polizei gab dem 96-Clubchef Martin Kind von Freitag bis Montag Objektschutz für sein Privathaus und sein Hotel. Die Beamten befürchteten, dass der Streit mit den Fans in Gewalt auf Kinds Besitz umschlagen könnte. 

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Der Streit zwischen Fanszene und Martin Kind hat eine neue Dimension erreicht. Die Polizei gab dem 96-Clubchef von Freitag bis Montag Objektschutz für sein Hotel und sein Privathaus. Die Behörde hatte „eine Gefährdungsstufe gesehen“, erklärte Polizeisprecherin Martina Stern.

Die Beamten befürchteten, dass der Streit des 96-Chefs mit Fangruppen in offene Gewalt gegen Kind und seinen Besitz umschlagen könnte.

Der Chef des Bundesligisten hatte den Schutz nicht beantragt. „Ich kann das nicht entscheiden, ich kann auch nicht einschätzen, was wirklich los war“, so Kind. Tatsächlich passierte auch nichts. Am Montag zog die Polizei die Beamten wieder ab.

Kinds Pläne, die Macht bei 96 auch formell zu übernehmen, dazu die Randale von 96-Anhängern in Burnley und Kinds Reaktion darauf verschärften den Konflikt. Die Ultra-Gruppen beschlossen am Freitag einen Stimmungsboykott bei 96-Spielen.

Spielabbruch in Burnley: 96-Fans stürmen Block der heimischen Fans

Befindet sich Kind weiterhin in Gefahr? Zumindest nicht akut, meint Polizei-Sprecherin Martina Stern: „Wie sich die Situation jetzt darstellt, auch nach dem weitestgehend friedlichen Spiel in Bonn, haben wir keine konkreten Hinweise auf eine Gefahrensituation. Gleichwohl beobachten wir das Ganze und die gewaltbereite Fußballszene.“

Drohbriefe oder Drohungen in den sozialen Netzwerken seien nicht festgestellt worden. Der 96-Chef kommentierte die Schutzmaßnahme gelassen. „Ich habe gut geschlafen“, sagte der 73-Jährige. Die Beamten versorgte er mit Kaffee und Kuchen.

In der Saison 2014/15 boykottierten einige 96-Fans die Spiele der Profis.

Dass die Staatsmacht sich wegen des Streits eines Club-Chefs mit Teilen der Fans zu einer Schutzmaßnahme veranlasst sieht, ist in der Fußball-Bundesliga neu. Bei 96 kennt man das allerdings aus düsteren Zeiten. 1997, als 96 in der Regionalliga im Chaos zu versinken drohte, schützte ein Mannschaftswagen der Polizei den damaligen Präsidenten Utz Claassen.

96 hatte 7,1 Millionen Mark Schulden. Claassen hatte im Vorfeld einer Pressekonferenz und nach der Beurlaubung des damaligen Managers Franz Gerber Morddrohungen erhalten.

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Hannover 96 (Herren) Region/Hannover Fussball Bundesliga

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