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96-Präsident Martin Kind in Teil 2 des Interviews: "Wir wollen 50+1 nicht abschaffen"

96-Präsident Martin Kind spricht vor der Mitgliederversammlung am Donnerstag über den Antrag zu 50+1, Modifizierungen zu 50+1 und Kritiker.

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Wie steht es aktuell um Ihren Antrag zu 50+1?

Zur Klarstellung: Wir wollen 50+1 nicht abschaffen. Wenn unser Antrag auf Ausnahmeregelung nach 20 Jahren angenommen wird, bleibt 50+1 bestehen.

Es gab Berichte, dass die DFL den 96-Antrag ablehnen wollte. Dazu kursierten Zahlen, Ihre Aufwendungen hätten nicht ausgereicht.

Das Gutachten kenne ich bis heute nicht. Dass eine Zahl durchgestochen wird, ist ein absoluter Vertrauensbruch, egal, ob sie stimmt oder nicht. Wir haben testierte Zahlen vorgelegt. Sicher ist auch zu diskutieren, unter der Compliance-Regel, ob Wettbewerber über unseren Antrag entscheiden können.

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Die DFL hat jüngst auf der Versammlung nebulös Modifizierungen zu 50+1 angekündigt. Was erwarten Sie vom Verband?

Zu der Versammlung nur so viel: Ich war überrascht über das Niveau und auch darüber, wie sich die Dinge abweichend von der Tagesordnung entwickelt haben. Herr Rummenigge hat das zu Recht als mangelnde Führung kritisiert. Das Präsidium hat etwas auf die Tagesordnung gesetzt, aber nicht dafür gekämpft. Deutlich erkennbar war das an Borussia Dortmund. Herr Rauball als Vorsitzender des DFL-Präsidiums hat den Vorschlag einer ergebnisoffenen Diskussion über 50+1 eingebracht. Dann steht Herr Watzke, sein untergeordneter Mitarbeiter in Dortmund, auf und sagt, ich bin dagegen.

Glauben Sie daran, dass es bis Jahresende eine DFL-Entscheidung geben kann?

Wir werden im Mai einen Gesprächstermin mit der DFL vereinbaren und offene Fragen diskutieren. Unser Antrag ist auf ruhend gestellt, den können wir jederzeit aktivieren.

Auf der letzten Mitgliederversammlung haben Sie gesagt, der Verein könne die Markenrechte zurückkaufen?

Nein, das wird immer nur behauptet. Formaljuristisch ist das Rückkaufsrecht über verschiedene Verträge erloschen. Im Grundlagenvertrag ist auch geregelt, dass der Verein alle Einnahmen aus der Fördermitgliedschaft erhält. Das sind zurzeit 900 000 Euro per anno, insgesamt sind das seit 2004 8 Millionen Euro. Wenn sich der Verein weiterentwickelt, bedeutet das, dass der Verein deutliche Mehreinnahmen erhält.

Das sind die Fan-Reaktionen auf den Stimmungsboykott bei Hannover 96:

Von Kritikern wird der Wert der Markenrechte auf 70 Millionen Euro taxiert. Ist das realistisch?

Das ist nicht seriös. Aber unterstellt, dass es so ist: Wir haben die Rechte für 1,4 Millionen Euro gekauft. Das würde bedeuten, dass der Profibereich, das 96-Wirtschaftsunternehmen, den Markenwert auf 70 Millionen gesteigert hätte. 96 e. V. kann die Markenrechte unentgeltlich und unwiderruflich nutzen.

Zum Vergleich wird häufig das Frankfurter Modell angeführt, wo die Profis für die Markenrechte zahlen?

Die Frankfurter zahlen zwar eine Lizenzgebühr, aber dafür nicht für die Fördermitgliedschaften. Das kommt am Ende auf das Gleiche heraus.

_(Die Interessensgemeinschaft Pro Verein widerspricht dieser Darstellung. Die Frankfurter würden nicht so vorgehen. Die Mitteilung lesen Sie hier.) _

Können Sie die Kritiker noch erreichen?

Wir haben neun Klagen gewonnen, dennoch wiederholen die Kritiker die widerlegten Behauptungen. Das ist ein ganz ungewöhnliches Niveau. Wir können argumentieren, wie wir wollen, die Gegner werden immer neue Argumente ausgraben.

von Carsten Bergmann, Tobias Manzke und Andreas Willeke

Hier geht es zu Teil 1 des Interviews mit 96-Boss Martin Kind.


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