24. Oktober 2018 / 08:37 Uhr

Hannover 96 nur Drittletzter der Umsatz-Rangliste - werden die besten Spieler verkauft?

Hannover 96 nur Drittletzter der Umsatz-Rangliste - werden die besten Spieler verkauft?

Andreas Willeke
Wie lange werden Walace, Anton und Füllkrug noch für die Roten auflaufen?
Wie lange werden Walace, Anton und Füllkrug noch für die "Roten" auflaufen? © Getty Images/Florian Petrow
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Spieler wie Walace, Waldemar Anton und Niclas Füllkrug könnte Hannover 96 für viel Geld verkaufen. Für Clubchef Martin Kind ist dies eine von zwei Möglichkeiten, um mehr Mittel für die Mannschaft zu bekommen. 

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Das Ziel ist höher gesteckt, aber 96 hängt im Tabellenkeller fest. Rang 15 entspricht dabei ziemlich genau der Platzierung auf der Umsatzrangliste der Bundesliga. „Wir sind Drittletzter“, weiß 96-Chef Martin Kind, „wirtschaftlich ist das ein Desaster.“

Zwei Möglichkeiten zur Verbesserung

Finanziell spielt Hannover in der Abstiegszone. Um das ändern, kann 96 an zwei Schrauben drehen. Eine Stellschraube, um mehr in die Mannschaft investieren zu können, wäre die Kapitalerhöhung in der Profifirma – falls 50+1 fällt. Kind hätte „zwei sehr potente, regionale Neugesellschafter“, dazu würden aktuelle Gesellschafter ihre Anteile erhöhen.

Die zweite Stellschraube, um mehr Mittel für die Mannschaft zu bekommen, wäre die Umsatzsteigerung. Der aktuelle Etat sieht Einnahmen von 82 Millionen Euro vor. „Das ist viel zu wenig, um wettbewerbsfähig zu sein“, beklagt Kind. Sogar Freiburg, das vorgebliche Armenhaus der Liga, kommt nach gerade erst veröffentlichten Zahlen auf einen Umsatz von 100,3 Millionen Euro. Mainz plant sogar aktuell mit 140 Millionen Euro. „Da sind Transfererlöse enthalten, die wir so nicht haben“, erklärt Kind.

Die neuen Marktwerte der Spieler von Hannover 96 - und wie sie sich seit August 2018 verändert haben. (Stand: 22. Oktober 2018, Quelle: transfermarkt.de)

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Ein wichtiges Ziel“ des 96-Chefs ist deshalb, die Transfereinnahmen deutlich zu erhöhen. 96 will und wird Spieler verkaufen. „Erstmals haben wir ja auch werthaltige Spieler“, sagt Kind – und lobt Manager und Trainer: „Das ist das Verdienst von Horst Heldt und André Breitenreiter, mit ihnen sind wir da erstmals professionell aufgestellt.“

Wird 96 seine besten Spieler verkaufen?

Walace kam für sechs Millionen Euro vom HSV und hat eine Ausstiegsklausel von über 30 Millionen Euro. Auch Waldemar Anton, aus der eigenen Jugend zum Profi entwickelt, könnte für 25 Millionen Euro verkauft werden. Niclas Füllkrug, für drei Millionen aus Nürnberg geholt, hätte bereits für 18 Millionen Euro nach Gladbach verkauft werden können.

Zumindest Walace, der vor kurzem wieder für Brasilien gespielt hat, dürfte nach der Saison abgegeben werden. „Wir müssen jetzt schon anfangen, uns mit Alternativen zu beschäftigen“, sagt Kind, „das machen sie aber auch.“ Gemeint sind Heldt und Breitenreiter.

Kinds Job bleibt dagegen, die Einnahmen auf 100 Millionen Euro zu hieven. Der 74-Jährige nennt drei Gründe, warum der Umsatz gesteigert werden muss. „Erstens werden wir ansonsten sportlich nicht als attraktiv wahrgenommen, bekommen bestimmte Spieler nicht. Zweitens sind wir bei Ablösesummen begrenzt. Drittens können wir ab gewissen Ge­haltsvorstellungen nicht mithalten.“

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Martin Kind will "über die Region hinausdenken"

Ein Problem bleibt für Kind, „dass in Hannover das Potenzial ausgeschöpft ist, es gibt keine großen Unternehmen mehr“, die 96 sponsern könnten: „Da müssen wir über die Region hinausdenken.“ In der aktuellen Saison schreibt 96 rote Zahlen und macht laut Kind „ein deutliches zweistelliges Minus“. 15 Millionen Euro Verlust werden es.

Welche Sponsoren von wo auch immer künftig überzeugt werden, sich bei 96 zu engagieren, „sie wollen nicht mit Losern zusammen arbeiten“, vermutet Kind: „Deshalb müssen die Ansprüche sportlich immer bestätigt werden.“ Und da hat 96 ebenfalls Nachholbedarf.

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