87458830 Auch in der HDI-Arena werden kritische Szenen demnächst per Videobeweis kontrolliert. © dpa
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Wirbel um Videoschiedsrichter: 96-Profis sind "gespannt" auf neue Technik

Beim Confed-Cup sorgt der Videobeweis für Aufsehen - und schon bald greift die neue Technik auch in der Fußball-Bundesliga. Doch wie sehen eigentlich Profis von Hannover 96 die Umstellung?

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Ob die Mannschaft von Hannover 96 nach der Rückkehr in die Fußball-Bundesliga mit einem Heimspiel in die Saison starten wird, ist noch ungewiss. Den Rahmenspielplan veröffentlicht die Deutsche Fußball-Liga erst am 29. Juni. 

Sicher ist hingegen, dass sich in der kommenden Spielzeit nicht nur das Gesicht des 96-Teams ändern wird. So müssen sich die Fans neue Anstoßzeiten merken, fünfmal in der Saison wird künftig in der Bundesliga auch am Montagabend gekickt.

Ganz genau hinschauen, und das ist die spannendste Neuerung in der kommenden Saison, werden die Videoschiedsrichter. 

Beim Confed-Cup in Russland kam der Videobeweis am Sonntag zum Einsatz: Zunächst in der Partie zwischen Portugal und Mexiko zum ersten Mal zum Einsatz, als der Schiedsrichter nachträglich ein Tor für Portugals Pepe aberkannte. Direkt für Diskussion sorgte die neue Technik im zweiten Spiel (Kamerun - Chile), wo gleich zwei Tore aberkannt wurden. 

In Deutschland feiert der Videobeweis seine Premiere in der Liga beim Supercup. Danach werden die Videoschiedsrichter in allen 306 Erstligaspielen und in der Relegation zum Einsatz kommen und auch die kritischen Szenen bei den 96-Spielen in der HDI-Arena genau unter die Lupe nehmen.

Fünf Fragen und Antworten zum Videobeweis

War das nicht ein klares Foul des Stürmers, bevor er das Tor erzielte? Hätte es für dieses Handspiel im Strafraum nicht doch einen Elfmeter geben müssen? Ist die Rote Karte wirklich gerechtfertigt?

 Bei den sogenannten spielrelevanten Situationen bekommt der Schiedsrichter künftig bei vier Fällen Hilfe vom Videoschiedsrichter, der für weniger Fehlentscheidungen und mehr Gerechtigkeit auf dem Platz sorgen soll: bei Toren, Elfmetern, Roten Karten und Spielerverwechslungen.

Bakalorz gibt sich gelassen,  Tschauner ist "gespannt"

Für Trainer und Spieler bedeutet der Videobeweis eine Umstellung, galt doch bislang die Tatsachenentscheidung des Referees. Wie sich das auf das Spiel auswirken wird, kann auch Marvin Bakalorz noch nicht beurteilen, der 96-Profi sieht der Einführung jedoch gelassen entgegen.

„Wir können selbst noch nicht einschätzen, wie das in der Praxis auf dem Platz sein wird. Schließlich haben wir alle noch keine Erfahrung damit gemacht. Es wird spannend sein, weil es eine Neuerung ist“, sagt der Mittelfeldspieler. 

Auch Torwart Philipp Tschauner will erst einmal abwarten. „In einigen amerikanischen Sportarten ist es bereits gängige Praxis. Beim Confed-Cup werden wir jetzt zum ersten Mal miterleben, ob sich wirklich viel dadurch ändert. Ich bin wirklich gespannt“, sagt der 31-Jährige.

Sollte der Videoschiedsrichter eingreifen, wird der Fernsehzuschauer den Vorgang nachvollziehen können. Die für die Entscheidung maßgebliche Kameraperspektive wird den übertragenden Sendern als Signal zur Verfügung gestellt. Eventuell wird die Szene sogar auf der Stadionleinwand gezeigt. 

Auch die Zuschauer in der HDI-Arena werden sehen können, wann sich der Videoschiedsrichter einschaltet. Der Schiedsrichter auf dem Platz wird durch eine Bildschirmgeste zu erkennen geben, dass eine Szene durch den Videoschiedsrichter überprüft wird.

Review Arena in der HDI-Arena

Zusätzliche Kosten werden auf 96 und die anderen Bundesligisten nicht zukommen. „Die Videoschiedsrichter nutzen das normale TV-Signal, wir müssen lediglich dafür sorgen, dass die Schiedsrichter-Box mit Strom ausgestattet ist“, sagt 96-Stadionchef Thorsten Meier. 

In dieser sogenannten Review Area, die in der HDI-Arena vor der Westtribüne hinter der Werbebande auf Höhe der Mittellinie stehen wird, kann sich der Schiedsrichter auf dem Platz selbst Bilder ansehen. In der Regel sollen die Unparteiischen auf dem Platz jedoch dem Urteil des Videoschiedsrichters vertrauen. „Die DFL wird in den nächsten Wochen noch einmal vor Ort überprüfen, ob auch wirklich alles funktioniert“, sagt Meier.

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