Bundestrainer Joachim Löw hat es laut SPORTBUZZER-Kolumnist Hans Meyer nicht so leicht, wie man vielleicht denken würde. Bundestrainer Joachim Löw hat es laut SPORTBUZZER-Kolumnist Hans Meyer nicht so leicht, wie man vielleicht denken würde. © imago
Bundestrainer Joachim Löw hat es laut SPORTBUZZER-Kolumnist Hans Meyer nicht so leicht, wie man vielleicht denken würde.

Hans Meyer in der Viererkette: Warum Jogi keinen Luxusjob hat

Hat der Bundestrainer es im Vergleich zu den Vereinstrainern nicht besonders gut? SPORTBUZZER-Kolumnist Hans Meyer erklärt, warum das ein Trugschluss ist - und dass er Joachim Löw deswegen umso mehr bewundert

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Die Partie heute gegen Frankreich wird seine 158. als Bundestrainer sein, und seit seinem ersten Spiel am 16. August 2006 beim 3:0 gegen Schweden konnte man sehen, welche Taktik Jogi Löw spielen lassen wollte. Das war absolut auf der Höhe der Zeit und für Deutschland geradezu avantgardistisch. Eine seiner Stärken war bisher auch die Begleitung seiner Spieler, manchmal vom Debüt an, von denen es unter ihm 95 gegeben hat, bis zur Verabschiedung. Außer bei Michael Ballack ist ihm das meist überragend gelungen. Jogi beweist außerdem, dass er mit seinen unmittelbaren Mitarbeitern ein zuverlässiges Team bildet, ohne das es auf dieser Ebene nicht funktionieren könnte.

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Ständige Auseinandersetzung mit "Fußball-Fachleuten"

Die unglaublich lange Dienstzeit, die Riesenanzahl von Spielen mit einem starken Punkteschnitt von 2,22, seine permanente Erfolgsbilanz ohne echte Durststrecke bei dieser unglaublichen weltweiten Konkurrenz und die ständige Auseinandersetzung mit einem Volk von „Fußball-Fachleuten“: Das alles ist so sehr bewunderungswürdig und außerhalb jeglicher seriöser kritischer Bemerkungen, dass die Tatsache meiner neidvollen Kritik an seinen taillierten Hemden völlig negiert werden kann.

Ob der Job des Bundestrainers im Vergleich zu dem des Vereinscoachs nicht der pure Luxus sei, wurde ich zuletzt gefragt. Ich würde dem Fragesteller wünschen, dass er für die Zeit bis zum WM-Turnier in Russland Jogis Platz einnimmt, danach würde er nicht mehr so undifferenziert fragen. Natürlich ist es Luxus, mit 65 Nationaltrainer von Liechtenstein zu werden; man hat auch als Trainer eines Landes mehr Zeit für die eine oder andere Familienfeier. Aber ansonsten würde ich mich hüten, bei den unterschiedlichen Anforderungsprofilen der Jobs irgendwelche Wertungen vorzunehmen.

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Die Arroganz der deutschen Sportpresse

Fitness sowie Technik- und Taktiklehren, Gesundheitsvorsorge und Alltagsbegleitung sind vordergründig Aufgaben des Vereins. Teambildung, spezielle Taktik (individuell und als Team), Motivation und optimaler trainingsmethodischer Kurzzeitzyklus liegen dann in den Händen des Teamchefs.

Jogi Löw hat mit den Gesetzmäßigkeiten des Fußballs am meisten zu kämpfen. Ein Trainer möchte mit seiner Mannschaft immer Optimales rausholen: In seinem Fall ist das nichts Geringeres als der WM-Sieg, die souveräne WM-Qualifikation und der Confed-Cup-Sieg im Sommer in Russland. Die Erwartungen steigen durch diese Leistungen in unglaublicher Art in die Höhe. Hinzu kommt die Arroganz der deutschen Sportpresse, die die Anstrengungen anderer Fußballnationen übersieht. 

Ich mache mich jedenfalls auf eine hochinteressante WM gefasst mit drei bis fünf echten Anwärtern auf den Titel. Und wir mittendrin.

Immer dienstags wechseln sich an dieser Stelle Bestseller-Autor Ronald Reng, die Erfolgstrainer Lucien Favre (aktuell OGC Nizza) und Hans Meyer (Kult) und Jochen Breyer, Moderator des ZDF-„Sportstudios“, mit Meinungsbeiträgen ab. Sie sind Kolum­nisten des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), dem auch diese Zeitung angehört.

Viererkette Joachim Löw Deutschland (Herren) WM 2018 RedaktionsNetzwerk Deutschland

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