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Hansa-Coach: Wir müssen eine Einheit werden

Sönke Fröbe
Aufgalopp nach dreieinhalb Wochen Sommerpause: Hansa-Trainer Pavel Dotchev (2.v.r.) läuft im Ostseestadion vorneweg. © Dietmar Lilienthal

Trainingsauftakt beim Fußball-Drittligisten: Chefcoach Dotchev kündigt intensive Wochen an und präsentiert die Neuzugänge sieben bis zehn.

Rostock. Der Ort des Geschehens wurde möglicherweise nicht ohne Hintergedanken gewählt. Nicht etwa in den Medienraum des Ostseestadions lud der FC Hansa Rostock gestern zur Auftaktpressekonferenz nach der kurzen Sommerpause, sondern in den zehnten Stock eines benachbarten Hotels. Der Fußball- Drittligist sucht nach erfolglosen Jahren den Weg nach oben, wobei sich der neue Trainer Pavel Dotchev noch nicht auf eine konkrete Prognose einlassen mochte. „Wir wollen attraktiven und erfrischenden Fußball bieten“, sagte der 51-Jährige stattdessen. Und: „Ich traue der Mannschaft zu, dass sie eine sehr gute Rolle in der 3. Liga spielen kann.“ Die Rückkehr in die 2. Bundesliga peilen die Rostocker für 2019 an.

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Jetzt auch Hansa-Mitglied: Pavel Dotchev bekommt von Klubchef Robert Marien seinen Mitgliedsausweis. ©Dietmar Lilienthal

Die größte Herausforderung für Dotchev in den nächsten Wochen: Er muss nach dem radikalen Umbruch eine völlig neue Mannschaft formen. „Das Wichtigste ist, dass wir eine Einheit werden und alle an einem Strang ziehen. Wir müssen eine Siegermentalität entwickeln“, sagt der 51-Jährige: „Ich habe das schon ein paar mal gemacht und ich weiß, wie das geht.“ Zuletzt vor zwei Jahren bei Erzgebirge Aue, als er nach dem Zweitligaabstieg aus einer Handvoll verbliebener Spieler und zahlreichen neuen eine Mannschaft zusammenstellte, die den sofortigen Wiederaufstieg schaffte.

Wenige Stunden vor der ersten Trainingseinheit präsentierte Hansa gestern die Neuzugänge sieben bis zehn: Rechtsverteidiger Vladimir Rankovic (23) von Hannover 96 II, der elf Zweitligaeinsätze für Erzgebirge Aue absolvierte, der deutsch-kasachische Mittelfeldmann Willi Evseev (25, 1.FC Nürnberg II) sowie die beiden Torhüter Luis Zwick (23, Dundee United) und Erik Gründemann (18, Eintracht Frankfurt U19) erhalten Verträge bis 2019. Im Training ebenfalls mit von der Partie waren die zuletzt an Regionalligist FC Schönberg ausgeliehenen Florian Esdorf und Lukas Scherff, wobei Dotchev nur mit Scherff plant. Unter den 25 Spielern auf dem Rasen des Ostseestadions mischte auch Probetrainierer Jesse Weippert mit, Rechtsverteidiger vom VfB Stuttgart II. Der 22-Jährige musste allerdings wegen einer Blessur abbrechen.

Joshua Nadeau, Amaury Bischoff (Auswärtstrikot) und Julian Riedel (Ausweichtrikot, v.l.) in den neuen Trikots. ©Dietmar Lilienthal

„Die nächsten Wochen werden sehr intensiv, aber wir werden zu Saisonbeginn eine schlagkräftige Truppe zusammen haben“, ist der Fußballlehrer überzeugt. Dass Defensivmann Tommy Grupe dann noch dazugehört, ist unwahrscheinlich. Der 25-Jährige, der das Hansa-Trikot mit einer halbjährigen Unterbrechung seit 1999 trägt, spielt in den Planungen des Trainers wohl keine Rolle. Bestätigen wollte Dotchev das gestern allerdings nicht. Auf die sportliche Zukunft von Spielern wie Grupe, Tim Väyrynen und Marcel Ziemer angesprochen, wurde der Deutsch-Bulgare grundsätzlich: „Es ist alles möglich. Wir werden niemanden zwingen, hierzubleiben.“

Kommen sollen indes bis zum Transferende am 31. August noch mindestens drei weitere Spieler – für das Abwehrzentrum, die rechte Außenbahn und die Offensive. Zeitdruck macht sich Dotchev dabei nicht. „Wir sind wählerisch, wir schauen ganz in Ruhe. Wir wollen Leute haben, bei denen wir zu 100 Prozent überzeugt sind, dass sie in unserer Anforderungsprofil passen“, sagt der Trainer.

„Charakterspieler“ wolle man verpflichten, erklärt René Schneider. Die habe man in der vergangenen Saison überwiegend nicht gehabt und deshalb sei der Umbruch – bisher gab es 16 Abgänge – notwendig, so der Sportvorstand. All das hat man bei Hansa in der Vergangenheit häufig gehört. Aber immerhin: Der Ort, an dem es verkündet wurde, war neu.

Hansa-Notizen:

Zuwachs: 12100 Mitglieder hat Hansa aktuell – das prominenteste neue ist Pavel Dotchev, der seinen Mitgliedsausweis gestern von Klubchef Robert Marien überreicht bekam.
Test: Erster Gegner in der Saisonvorbereitung ist am Donnerstag (18.00 Uhr) der gastgebende Landesligist TSV Graal-Müritz.
Tickets: 1700 Dauerkarten für die Saison 2017/18 hat Hansa bisher verkauft. Ziel sind 3000 Jahrestickets.
Abgrasen: Mehr als 1600 virtuelle Rasenfelder (Stückpreis 19,65 Euro) aus dem Ostseestadion konnte Hansa bisher absetzen. Im Juli wird in der Arena ein neuer Rollrasen verlegt.
Neue Farben: Ostseeblau bleibt das Heimtrikot der Rostocker, die auswärts künftig in Schwarz antreten. Der Ausweichdress ist gelb mit blauen Querstreifen. 5000 Hansa-Trikots will der Klub in dieser Saison absetzen (Vorjahr: 4200).

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