28. Oktober 2018 / 17:54 Uhr

Hansa Rostocks Marcel Hilßner – der wertvolle Flügelflitzer

Hansa Rostocks Marcel Hilßner – der wertvolle Flügelflitzer

Christian Lüsch
Marcel Hilßner (l.) lieferte mit seinen Pässen die Vorlagen zu allen drei Hansa-Treffern gegen Fortuna Köln.
Marcel Hilßner (l.) lieferte mit seinen Pässen die Vorlagen zu allen drei Hansa-Treffern gegen Fortuna Köln. © Lutz Bongarts
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Acht Monate lang konnte Marcel Hilßner wegen eines Kreuzbandrisses nicht spielen. Das Spiel gegen Köln war sein zweites nach der langen Pause. Für die Fans der Rostocker sah es so aus, als hätte der Profi nie pausiert. Er war schnell, schlug präzise Pässe und bereitete alle drei Tore der Hanseaten vor. 

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Marcel Hilßner hat beim 3:1 (3:0)-Heimsieg gegen Fortuna Köln zwar keinen Treffer erzielt. Dennoch war Hansas rechter Flügelflitzer nach dem Erfolg in aller Munde: „Es ist schön, dass er wieder dabei ist und mit dafür sorgt, das die Mannschaft erfolgreich ist“, sagte Sportdirektor Markus Thiele. „Das ist Wahnsinn. Den linken Huf müssen wir eigentlich versichern lassen“, scherzte Kapitän Oliver Hüsing, der Hansas Torreigen in der ersten Halbzeit nach Vorarbeit Hilßners mit einem Kopftreffer eingeleitet hatte.

Hilßner brilliert auf der rechten Seite

Der Vielgelobte blieb gewohnt beschieden: „Ich versuche, von Beginn an Gas zu geben und freue mich, dass ich der Mannschaft so helfen kann“, sagte der von 12 500 Fans im Ostseestadion gefeierte Mittelfeldmann. „Das ist ein Supergefühl. Es war eine lange, lange Zeit. Es macht einfach Spaß, wieder auf dem Platz zu stehen. Ich glaube, das sieht man mir auch an“, fügte der 23-Jährige hinzu. Hilßner hatte acht Monate lang wegen eines Kreuzbandrisses nicht spielen können. In seinem zweiten Pflichtspiel für die Rostocker nach dieser langen Pause brillierte er mit Traumpässen, harmonierte mit seinen Kollegen, verstand sich fast schon blind mit Phil Ofosu-Ayeh, mit dem er auf der rechten Außenbahn mächtig Betrieb machte. So, als wäre er nie weg gewesen.

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Dass ein anderer wichtiger Hanseat am Sonnabend nicht zur Verfügung stand, machte das Team vor allem in der ersten Halbzeit komplett vergessen: Cebio Soukou, mit fünf Saisontreffern bislang erfolg­reichste Stürmer im Team, stand gegen Köln wegen Knöchelbeschwerden nicht im Kader – wohl eine Vorsichtsmaßnahme. Trainer Dotchev wollte den 26-Jährigen vor Hansas Duell im DFB-Pokal gegen den 1. FC Nürnberg am Mittwoch (Anstoß 18.30 Uhr) schonen.

Beste erste Halbzeit in dieser Saison

Wie Hansa gegen die Rheinländer agierte, war außergewöhnlich gut. Die erste Halbzeit sei die beste gewesen, die das Team in dieser Saison gezeigt habe, meinte Dotchev. „Wir hatten die Schwachstellen des Gegners analysiert und versucht, diese auszunutzen“, berichtete Kai Bülow. Der Plan ging auf. Nach abermals maßgenauer Flanke von Hilßner köpfte der Abwehrspieler zum 2:0 ein. „Wir haben zu hundert Prozent umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir haben super Fußball gespielt“, lobte Hüsing.

Gegen schwache und nach jedem Gegentreffer zunehmend verunsichert wirkende Gäste machte Hansa viel Druck, war spielbestimmend und drückend überlegen. Sinnbild der Rostocker Dominanz war die Szene, die zum 3:0 führte. Hilßners Flanke über fast 50 Meter versuchte Fortuna-Verteidiger Dominik Ernst zum eigenen Torhüter zu köpfen. Der Rückpass missglückte. Merveille Biankadi war aufmerksam, sprintete zum Ball und schob die Kugel dem Keeper durch die Beine zum 3:0 ein.

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Mit Selbstvertrauen ins Pokalspiel

Obwohl die Blau-Weißen nach dem Seitenwechsel nicht mehr so zielstrebig und dominant agierten – der Sieg geriet trotz des 1:3-Anschlusstreffers, den Maik Kegel per Freistoß aus 18 Metern erzielte, nie in Gefahr. Dotchev grantelte dennoch: „Wir haben uns in der zweiten Halbzeit nicht mehr so viel bewegt, nur noch verwaltet. Eine Spitzenmannschaft darf nicht so krasse Unterschiede zeigen“, sagte er.

Am Ende überwog die Freude: über die gewachsene Konstanz (es war das vierte Spiel in Folge, in dem Hansa ungeschlagen blieb und dabei zehn Tore erzielte), über mehr Stabilität und Kreativität (seit der Rückkehr von Abwehrchef Oliver Hüsing agiert die Defensive sicherer, mit Hilßner ist der Angriff deutlich stärker), über die erfolgreiche Aufholjagd (Hansa liegt mit einem Zähler Rückstand zum Relegationsplatz auf Rang vier). Und darüber, dass der Zweitliga-Aufstieg immer realistischer wird.

Hansas Auftritt stärkte das Selbstbewusstsein – für die kommenden Liga-Duelle und das Pokalspiel. Matchwinner Hilßner, der angeschlagen ausgewechselt wurde, aber Entwarnung gab, brachte auf den Punkt, was viele dachten: „Wir müssen uns nicht verstecken. Mit dem Fußball, den wir in der ersten Halbzeit gezeigt haben, können wir gegen sämtliche Bundesligisten gegenhalten.“

Jetzt abstimmen: Welche Noten würdet Ihr den Hansa-Profis für das Spiel gegen Fortuna Köln geben?

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