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© Foto: Dietmar Lilienthal

Hansa schnappt Daten-Diebe

Zwei Hotel-Mitarbeiter wollten mit dem Verkauf von Vertragsinhalten Kasse machen

Der Datendiebstahl bei Hansa Rostock ist aufgeklärt. Vor einem Monat war u.a. der OSTSEE-ZEITUNG ein Spielervertrag zum Kauf angeboten worden (die OZ berichtete).

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Jetzt steht fest: Es waren zwei Mitarbeiter des Hotels Sportforum in Rostock, in dem seit Jahren immer wieder Spieler und Trainer des Klubs vorübergehend wohnen: Das diebische Duo wollte mit dem Verkauf von Vertragsinhalten Kasse machen – und flog auf. „Es gibt also kein Datenleck bei Hansa“, teilte Klubchef Robert Marien gestern auf Anfrage mit und sprach im Zusammenhang mit dem Fall von „erheblicher krimineller Energie“. Der Fußball-Drittligist hat gegen beide Täter Strafanzeige erstattet. Marien: „Für uns ist die Angelegenheit damit erledigt.“

Dem Hotel Sportforum, mit dem der Verein seit langem partnerschaftlich verbunden ist, macht der Hansa-Chef keine Vorwürfe. „Das Hotel hat uns sofort aktiv bei der Aufklärung geholfen und die entsprechenden Konsequenzen gezogen“, erklärt Marien. Nach einem Gespräch mit dem betroffenen Spieler, dessen Vertrag zum Kauf angeboten worden war, kam der Vorstandsvorsitzende, der zudem die E-Mail-Adresse des Täters kannte, selbst auf die Idee, im Hotel nachzufragen. Auch weil der betroffene Profi das Gefühl hatte, dass seine Sachen im Hotelzimmer durchwühlt worden waren.

Im Hotel zeigte man sich kooperativ – und schnell waren die beiden Täter ermittelt: Ein beim Hotel angestellter Mitarbeiter wurde sofort freigestellt und erhielt ebenso Hausverbot wie ein in der Nachtschicht tätiger Mitarbeiter eines externen Dienstleisters. Dieser war vermutlich in Abwesenheit des Hansa-Profis in dessen Hotelzimmer eingedrungen und hatte dessen Vertrag abfotografiert. Diesen Wissensstand habe man der Polizei mitgeteilt, sagt Marien.

Der betroffene Hansa-Fußballer sei „fassungslos“ gewesen, erklärt der Klubchef, der nach den Geschehnissen im Hotel Sportforum eindringlich an die Rostocker Spieler appellierte, sehr sensibel mit ihren vertraulichen Daten und Dokumenten umzugehen. „Ich bin vor die Mannschaft getreten, habe den Fall geschildert und darauf hingewiesen, dass die Jungs auch in ihrer Freizeit mit diesen Dingen extrem aufpassen müssen. Der Hotel-Safe ist schließlich nicht umsonst erfunden worden“, sagt der 36-jährige Klubchef. Mit einem der geständigen Täter hatte Marien auf dessen Wunsch persönlich gesprochen.

Reich wäre das diebische Hotel- Duo – beide nach eigenen Angaben angeblich leidenschaftliche Hansa-Fans – mit ihrer Tat nicht geworden. Den abfotografierten Profivertrag hatten sie anonym u.a. der OSTSEE-ZEITUNG angeboten und dafür einen Kaufpreis von 500 Euro verlangt – und nicht bekommen.

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