11. Januar 2019 / 13:47 Uhr

Hansa Schwanewede II: Am liebsten immer nur auswärts

Hansa Schwanewede II: Am liebsten immer nur auswärts

Karsten Hollmann
a195919182i0012_max1024x
Alexander Zippel (re), der selbst nur noch selten auf dem Feld steht, hat beim FC Hansa Schwanewede II eine junge Truppe unter seinen Fittichen. © Tobias Dohr
Anzeige

Die Fußballer des FC Hansa Schwanewede II peilen mit einem sehr jungen Team gleich den nächsten Aufstieg an

Buzzer deine Meinung!
  • Fail
    -
    Fail
  • Läuft
    -
    Läuft
  • Krass
    -
    Krass
  • WTF
    -
    WTF
  • Kopf Hoch
    -
    Kopf Hoch
  • Peinlich
    -
    Peinlich
Anzeige

Der FC Hansa Schwanewede II hat als Aufsteiger in die 1. Fußball-Kreisklasse Osterholz die Chance, gleich noch ein weiteres Mal aufzusteigen. Nach Abschluss der Hinrunde und bereits zwei Spieltagen der Rückserie belegen die Youngster von Trainer Alexander Zippel mit nur einem Punkt Rückstand auf den Zweiten SV Nordsode den dritten Rang. Kurios ist vor allem, dass bis auf wenige Ausnahmen fast alle Schwaneweder in der vergangenen Saison noch bei den A-Junioren in der Landesliga aufgelaufen waren. Damit es mit dem zweiten Aufstieg der Reserve etwas werden kann, müsste aber auch die erste Mannschaft ihren ersten Platz in der Kreisliga Osterholz bis zum Schluss verteidigen oder zumindest als Zweiter über die Relegation in die Bezirksliga 3 aufsteigen.

Ergänzt wurden die vielen Youngster für das zweite Team nur durch Mirko Hahnfeld, der aus der ersten Mannschaft dazu stieß, sowie durch Hauke Heißenbüttel, der von der SG Findorff II zum FC Hansa II wechselte. Neu-Trainer Alexander Zippel hatte dank seiner Ehefrau Stefanie bereits in der vergangenen Serie der Schwaneweder A-Junioren einen guten Draht zur Mannschaft. Stefanie Zippel fungierte schließlich als Betreuerin unter Coach Rouven Kirschnick. „Deshalb war auch ich meistens dabei“, teilt Alexander Zippel mit. Damit die Mannschaft in weiten Teilen so zusammenbleiben kann, war es der Wunsch des Vereins, diese in ein Herrenteam des Klubs zu überführen. Dazu wurde die zweite Mannschaft auserkoren. Die bestand bis dato aus lauter Routiniers, die unter ihrem Trainer Stefan Brosig die Rückkehr in die 1. Kreisklasse Osterholz schafften. Diese Kicker gründeten dann eine dritte Formation, die als Dritter der 3. Kreisklasse Osterholz noch gute Chancen auf den Aufstieg in die 2. Kreisklasse besitzt.

a195919182i0017_max1024x
Das Team des FC Hansa Schwanewede II. ©
Anzeige

Die zweite Mannschaft kämpft derweil zwei Ligen weiter oben um den Aufstieg. Ein Eckpfeiler des Erfolges ist Niklas Esen. Er wurde im Rahmen der blau-weißen Nacht des Vereins als bester Spieler des Jahres für seine starken Vorstellungen bei den A-Junioren und in der zweiten Mannschaft ausgezeichnet. Esen läuft im defensiven Mittelfeld oder als Libero auf – Zippel verzichtet lieber auf eine Viererkette. „Da wir in unserer Klasse keinen Assistenten an der Linie haben, ist es für den Schiedsrichter schwieriger, ein Abseits zu erkennen“, erklärt der Coach.

Die Schwaneweder sind die beste Auswärtsmannschaft der Liga. In neun Begegnungen auf des Gegners Platz erreichten sie sieben Siege und zwei Unentschieden. „Ich finde es deshalb schade, dass wir nicht nur auswärts spielen“, meint Zippel. So richtig erklären kann sich der 32-Jährige die Auswärtsstärke seines Teams aber auch nicht: „Schließlich ist es gerade angesichts der unterschiedlichen Größen der fremden Plätze eher ein Nachteil, dort antreten zu müssen.“ Daheim klappte es nichtsdestotrotz bisher weit weniger gut. Mit 13 Punkten aus acht Partien stellen die Blau-Weißen hier nur die siebtbeste Mannschaft der 1.Kreisklasse.

Die Fotos des Jahres 2018 aus Deutschlands Amateurfußball:

Autsch! Keeper Maurice Benk vom Lindower SV (Landesklasse Brandenburg West) stößt bei seiner Parade auf Widerstand. Zur Galerie
Autsch! Keeper Maurice Benk vom Lindower SV (Landesklasse Brandenburg West) stößt bei seiner Parade auf Widerstand. ©

Der SV Barisspor scheint insgesamt mit einem Vorsprung von zehn Punkten auf Schwanewede II bereits zu weit enteilt zu sein. Doch der SV Nordsode befindet sich in direkter Schlagdistanz. Von hinten drängelt aber auch der Nachbar SV Grün-Weiß Beckedorf mit nur zwei Punkten Rückstand bei einem Spiel weniger. „Wir würden schon sehr gerne in die Kreisliga aufsteigen“, räumt Zippel ein. Dafür müsse aber die Heimbilanz besser werden. Beim 2:2 gegen den TV Axstedt kassierten die Akteure um Kapitän Maik Pydde beispielsweise in der letzten Minute noch den Ausgleich. Zuletzt setzte es zudem völlig überraschend eine 0:1-Heimniederlage gegen den klaren Außenseiter SG Ohlenstedt/Garlstedt.

Zippel stimmt übrigens nicht in das Gejammer vieler Trainerkollegen in Bezug auf die Einstellung der jungen Spieler ein. „Bei uns sind alle megaheiß auf Fußball“, versichert der Technische Produktdesigner in der Fachrichtung Anlagen. Bereits zu A-Jugend-Zeiten seien seine Akteure sehr traurig gewesen, wenn das Training aufgrund widriger Platzverhältnisse ausfallen musste. „Dann haben sich die Jungs immer noch privat getroffen, um irgendwo zu kicken“, so Zippel.

Auch Alexander Zippel selbst juckt es manchmal noch in den Füßen. „Ich hätte schon Lust, öfter mitzuspielen. Aber es ist besser, wenn ich von außen einwirken kann“, sagt er. Deshalb wechsele er sich auch nur noch gegen Ende des Spiels, wenn Not am Mann ist, ein. Erfolgreichster Torschütze beim Tabellendritten ist Ben-Marlin Jessop mit zehn Treffern. Die restlichen 33 Tore verteilen sich auf sehr viele verschiedene Kicker. Deshalb ist der Aufstiegskandidat auch so schwierig auszurechnen. Für Schwanewede II geht es am 24. Februar mit einem Heimspiel gegen den FC Worpswede II weiter.

Mehr zum Lüneburger Amateurfußball
Die aktuellen TOP-THEMEN

Mehr Fußball aus der Region

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

Anzeige
Sport aus Bremen
Sport aus aller Welt