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Hansas Amaury Bischoff: Da war mehr drin!

Christian Lüsch
Amaury Bischoff ©

Hansas Kapitän war mit dem 0:0 gegen Großaspach unzufrieden. Dennoch gab das Spiel Anlass, optimistisch zu sein.

Amaury Bischoff war sauer. Auf dem Weg in die Kabine hämmerte der Hansa-Kapitän mit der Faust gegen die Tür. Mit einem kräftigen „Shit“ kommentierte der 30-Jährige am Sonnabend das 0:0 des FC Hansa Rostock im Heimspiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach.

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„Mannschaft und Fans haben gesehen, dass wir zwei Punkte liegengelassen haben. Unsere Leistung war gut. Das Ergebnis ist es nicht“, fasste der Mittelfeld-Lenker des Fußball-Drittligisten ein paar Minuten später zusammen. Zu diesem Zeitpunkt zeigte sein Emotionsthermometer wieder Normaltemperatur an.

Im ersten Heimspiel der Saison waren die Hanseaten optisch deutlich überlegen. Hansa hatte mehr als 60 Prozent Ballbesitz und erspielte sich vor 12 500 Zuschauern im Ostseestadion viele gute Gelegenheiten. Gegen den selbsternannten Dorfklub aus Großaspach, der mit einer Fünfer- und einer Viererkette ein massives Abwehrbollwerk vor dem eigenen Tor aufgebaut hatte, versuchte die Mannschaft von Trainer Pavel Dotchev, mit klugem und schnellem Spiel über die Außenpositionen zum Erfolg zu kommen. Vor allem bei der Chancenverwertung ist noch viel Luft nach oben.

Soufian Benyamina hätte das Spiel zugunsten der Rostocker entscheiden können. Zunächst scheiterte die einzige Sturmspitze kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit völlig frei stehend am starken Sonnenhof-Keeper Kevin Broll. Dann ging in der 65. Minute ein Lupfer von ihm knapp über den Kasten – eine Gelegenheit, die Benyamina nach eigenem Bekunden im Training zuletzt stets sicher genutzt hatte. Broll hatte dem Hansa-Stürmer bei einem verunglückten Abschlag den Ball genau auf den Fuß serviert. „Ich hätte ein wenig ruhiger sein müssen“, ärgerte sich der 27-Jährige und gelobte Besserung.

Schelte verkraften musste der 1,89 Meter lange Schlaks trotz mehrerer ausgelassener Top-Chancen nicht. Weder von Trainer Dotchev, der nach dem Spiel versicherte, er werde mit Benyamina garantiert nicht
über dessen Aktionen sprechen. Noch von den Fans, die das Stadion trotz der Nullnummer mit zufriedenen
 Gesichtern und aufmunterndem Applaus verließen. „Die Fans haben gesehen, dass die Mannschaft alles versucht hat. Sie haben nicht die Geduld verloren. Das war sehr stark“, verteilte Dotchev Lob in alle Richtungen.

Hätte Benyamina vorn getroffen, wäre Hansa vor dem Start der englischen Woche in der Tabelle schon ganz oben mit dabei gewesen. Trübsal ob der vergebenen Chance bläst beim Traditionsverein dennoch niemand. Im Gegenteil: „Ich habe vorher gesagt, wenn wir aus den ersten beiden Spielen vier Punkte haben, kann ich zufrieden sein. Das haben wir geschafft“, sagte Dotchev und freut sich auf das Gastspiel am Dienstagabend (19.00 Uhr) beim FC Rot-Weiß Erfurt. „Da habe ich noch viele Freunde. Das wird ein emotionales Spiel für mich“, sagte der 51 Jahre alte Deutsch-Bulgare, der von 2005 bis 2008 Trainer der Thüringer war. Für den FCH- Coach kommt die englische Woche „ein bisschen zu früh“.

Weil sein Team konditionell noch nicht auf seinem Leistungszenit sei und mit Willy Evseev, Tommy Grupe, Vladimir Rankovic und Christopher Quiring mehrere Spieler verletzt ausfallen, muss Dotchev sich Gedanken
machen.

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