23. Januar 2018 / 22:25 Uhr

Hart, härter - Hollerbach:  "Am Ende werden die Toten gezählt"

Hart, härter - Hollerbach:  "Am Ende werden die Toten gezählt"

Volker A. Giering
Schon beim VfB lässt er seine Spieler ordentlich ins Schwitzen kommen - das soll nun auch beim HSV helfen
Schon beim VfB lässt er seine Spieler ordentlich ins Schwitzen kommen - das soll nun auch beim HSV helfen © Wolfgang Maxwitat
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Bernd Hollerbach soll den HSV retten. Beim VfB Lübeck kennt man den Coach und seine Methoden. Das sagen die Spieler von damals heute über "Holler"

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Bernd Hollerbach ist der Hoffnungsträger, er soll den HSV vor dem Abstieg retten. „Ärmel hochkrempeln“, gab er als Motto aus. So kennt man „Holler“ - früher als Spieler, dann auch als Trainer. Zum Beispiel 2006/07 beim VfB Lübeck. Nicht viele Worte machen, Taten sprechen lassen. „Am Ende werden die Toten gezählt“, war sein Standardsatz, an den sich VfB-Vorstand Florian Möller erinnert, der damals Praktikant in der Lohmühlen-Geschäftsstelle war. Woran erinnern sich die VfB-Aktiven der Hollerbach-Ära? Wird der 48-Jährige den HSV aus dem Keller führen?

Bernd Hollerbach mit hartem, aber erfolgreichem Training


Die Methoden des Bernd Hollerbach haben sich auf den ersten Blick wenig geändert. Die HSV- Profis verbrachten gestern den gesamten Tag im Trainingszentrum, morgens wurde eine intensive Laufeinheit durchgezogen, auch Liegestütze gehörten zum Programm. Dietmar Hirsch, heute selbst Trainer (zur Zeit allerdings ohne Verein) sagt: „Er trainiert hart, macht aber ehrliche Arbeit. Ich gönne ihm das. Er hat gute Arbeit in Würzburg gemacht. Warum soll er nicht Bundesliga können?“ Und er erinnert sich: „Ich kam mit Bernd sehr gut aus. Er hat mich zum Kapitän gemacht. Wir hatten ein offenes Verhältnis. Fest steht, dass wir fit waren. Er war hart, aber fair. Ich kam damit gut zurecht. Es ist keiner gestorben.“

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Auch Kevin Wölk spricht von "fragwürdigen Methoden" des Trainers


Kevin Wölk, jetzt bei Eutin 08, ist dankbar, dass Hollerbach den damals 21-Jährigen eine eine Chance gegeben hat. „Privat ist Bernd sehr nett. Als Trainer ist er aber ein extremer Schleifer“, sagt Wölk. „Wir sind damals viel gelaufen. Seine Methoden sind eher unkonventionell und fragwürdig. Da kam es schon mal vor, dass wir nach einer Niederlage bei der Rückkehr an der Lohmühle nachts noch 80 Meter Sprintläufe auf dem Grandplatz machen mussten. Oder wir mussten im Winter morgens um sechs Uhr im Wald laufen. Wenn jemand
gestolpert ist, hat er gerufen, dass er weiter laufen soll. Das ist natürlich zehn Jahre her. Vielleicht hat er sich als Trainer weiterentwickelt.“

Wolf Müller spricht von einer Art des Trainerseins, die dem HSV helfen kann


Auch der heutige VfB-Sportvorstand Wolf Müller wurde als 19-Jähriger von Hollerbach zum Drittligaspieler gemacht. „Er hat uns Junge gefördert, aber auch schnell wieder fallen gelassen“, sagt Müller. „Und er war leider kein Kommunikator, kein Menschenfänger, war eher autoritär. Kurzfristig kann das aber funktionieren beim HSV.“

Wehrendt glaubt im Falle eines HSV-Abstiegs an schweren Verlust für Bundesliga


Zu den Geförderten gehörte auch René „Charly“ Gradert („Ich hab unter ihm den Sprung geschafft, das war super. Er weiß, was er will“) und Riza Karadas, der aber keine Einsatzzeit bekam - und trotzdem glaubt: „Ich könnte mir vorstellen, dass er den Jungs ordentlich Feuer unter dem Hintern macht und dass er den HSV rettet. So einen Typen brauchst du jetzt in dieser Situation.“ Der heutige VfB-Kapitän Dennis Wehrendt, damals 19, drückt die Daumen, „weil der Nordern so viele Vereine wie möglich in der Bundesliga braucht.“

Auch von Hollerbach suspendierte Spieler sprechen von "vorbildlichem Charakter"


Selbst die beiden damals von Hollerbach suspendierten Spieler Rouven Schröder und Timo Neumann hegen keinen Groll mehr. „Die Vergangenheit spielt keine Rolle“, sagt Schröder, jetzt Sportdirektor bei Mainz 05. „Er hat einen vorbildlichen Charakter, ist sehr fleißig, lebt den Job hundertprozentig.“ Neumann ergänzt: „Er kann dem HSV neue Impulse geben. Aber er braucht ein schnelles Erfolgserlebnis.“ Beim VfB blieb das nach 22 Spielen übrigens aus. Hollerbach wurde im Februar 2007 nach einem 1:4 gegen den HSV II entlassen.

Mit Jürgen Rönnau

Bernd Hollerbach - Karriere in Bildern

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