04. Dezember 2018 / 18:23 Uhr

Häsener Ex-Spieler verklagt Flatower auf Schadensersatz

Häsener Ex-Spieler verklagt Flatower auf Schadensersatz

Knut Hagedorn
In der Nordsachsenliga steht am Wochenende der 17. Spieltag an. (Symbolbild)
Ein Fußball-Zweikampf ist Anlass für eine Verhandlung vor dem Landgericht Neuruppin. © dpa
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Landgericht Neuruppin verhandelt ein vermeintliches Foulspiel aus einem Kreisliga-Spiel. Forderung: 10 000 Euro.

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Fußball gilt als sehr körperbetont, auch Verletzungen sind dabei durchaus keine Seltenheit. Doch gerade im Amateurbereich können diese auch Auswirkungen auf das Berufsleben der Kicker haben und zu weitreichenden Konsequenzen führen. Dass einen Fußballer sogar zivilrechtliche Klagen ereilen können und nach einem vermeintlichen Foulspiel und einer daraus resultierenden Verletzung des Gegenspielers hohe Schadenersatzzahlungen drohen, ist aber eine neue Qualität.

Doch genau um solch eine Gemengelage ging es am Dienstag vor dem Landgericht Neuruppin: Ein ehemaliger Häsener Spieler verklagt den bei Rot-Weiß Flatow spielenden Torhüter auf eine Zahlung von 10 000 Euro. Der Häsener hatte sich im August 2015 bei einem Kreisliga-Punktspiel zwischen dem SV Rot-Weiß Flatow und dem Häsener SV nach einem Zusammenprall eine Fraktur des rechten Sprunggelenkes zugezogen. Der inzwischen 22-Jährige konnte daraufhin sein anvisiertes Studium nicht beginnen und ist bis zum heutigen Tage sportunfähig.

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"Wer Fußball spielt, geht mit einem gewissen Risiko in diese Sportart, eine Verletzung jeglicher Art ist nie auszuschließen. Um nun aber zivilrechtliche Maßnahmen und dementsprechende Schadensersatzansprüche geltend zu machen, müssen dem Beklagten ein Vorsatz und ein Regelverstoß nachgewiesen werden“, leitete die Richterin die Verhandlung ein.

Doch was war damals passiert? Am 30. August 2015 waren erst wenige Augenblicke gespielt, da lief der Häsener Akteur in den Flatower Strafraum. Der Rot-Weiß-Keeper kam heraus und wollte einen Gegentreffer verhindern. Beide Spieler prallten zusammen, woraufhin der Gäste-Akteur eine Sprunggelenks-Fraktur erlitt und mit dem Rettungswagen abtransportiert wurde. Guido Beussel, der die Partie damals als Schiedsrichter leitete, gab zunächst Einwurf. Nach Rücksprache mit seinem Assistenten entschied Beussel dann jedoch auf Elfmeter für die Gäste und zeigte dem Flatower Torhüter die Gelbe Karte. Schiedsrichter Beussel: „Es war eine Zweikampfführung, die man in jedem Spiel mehrfach sieht“, so der Referee am Dienstag vor Gericht.

"Es geht um verdammt viel Geld"

„Für mich war das damals kein normales Foulspiel des Torhüters, demnach folgt nun dieser juristische Schritt“, begründete der Kläger am Dienstagvormittag gegenüber der MAZ die Anzeige. Für den Flatower Torhüter dagegen nicht nachzuvollziehen: „Ehrlich gesagt empfinde ich diese Anzeige als Frechheit. Ich würde niemals einen Spieler vorsätzlich verletzen. Die damalige Szene war ein unglücklicher Zusammenstoß.“ Diese juristische Angelegenheit habe ihm auch persönlich sehr zugesetzt: „Ich hatte viele schlaflose Nächte. Immerhin geht es auch um verdammt viel Geld, das geht an einem nicht so spurlos vorbei. Ich habe eine Familie, der ich auch etwas bieten möchte“, gewährt der 36-Jährige einen Einblick in sein Seelenleben.

Insgesamt elf Zeugen wurden geladen. Jeder einzelne schilderte seine Sicht. Ob am Ende dem Flatower Torhüter Vorsatz vorgeworfen werden kann, muss abschließend die Richterin des Landgerichts Neuruppin entscheiden.

Urteil gegen Ende der Woche erwartet

Für den 36-jährigen Angeklagten hätte das Urteil mit einem für ihn negativen Ausgang weitreichende Folgen für die Zukunft – auch für den Fußball im Amateurbereich: „Wenn ich zu einer Schadensersatzsumme verurteilt werde, steht der Fußball im Breitensportbereich vor einem Problem. Bei jeder Verletzung drohen zivilrechtliche Klagen. Da ist doch Tür und Tor geöffnet.“

Mit einem Urteil ist gegen Ende der Woche zu rechnen.

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