13. April 2018 / 13:23 Uhr

Hasenhüttl nach Euro-Aus: „Dass wir uns von der Kulisse anstecken lassen, war enttäuschend“

Hasenhüttl nach Euro-Aus: „Dass wir uns von der Kulisse anstecken lassen, war enttäuschend“

Anne Grimm
Naby Keita und Lucas Ocampos (2.v.r) von in einem hitzigen Zweikampf.
Naby Keita und Lucas Ocampos (2.v.r) von in einem hitzigen Zweikampf. © dpa
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Angeschlagen und ernüchtert verließ RB Leipzig den Hexenkessel in Marseille. Für das Hasenhüttl-Team werden die letzten fünf Bundesligaspiele nach dem Euro-League-Aus zum Gradmesser. In der entscheidenden Phase der Saison ist eine alte Baustelle wieder aufgebrochen.   

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Nicht für alle Franzosen war es im positiven Sinne ein irrer Abend in Marseille. Der sonst stets lächelnde Leipziger Verteidiger Dayot Upamecano blickte finster drein, als er die Katakomben des am Donnerstag vor Lautstärke bebenden Stadions Velodrome nach der bitteren 2:5-Pleite gegen Olympique verließ. Das der Vorzeigeathlet nach dem Aus im Viertelfinale der Europa League wegen einer Verletzung am Oberschenkel auch noch humpelte, steht sinnbildlich für den derzeitigen Zustand seiner Mannschaft. RB Leipzig ist angeschlagen und taumelte am Donnerstagabend mehrfach wie ein Boxer kurz vor dem KO. Das Kontrastprogramm auf der Straße – nach Mitternacht tanzten und sangen noch die weiß-blau gekleideten und mehr als nur freudetrunkenen Olympique-Fans.

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Auch der sonst so coole 19-jährige Innenverteidiger ließ sich von den mehr als 60.000 heißblütigen Zuschauern im Stadion seines Heimatlandes beeindrucken. Trainer Ralph Hasenhüttl fand nach der Achterbahnfahrt in Frankeich deutliche Worte: „Ich habe gedacht, dass wir schon einen Schritt weiter sind. Dass wir uns von der Kulisse so anstecken lassen, war für mich enttäuschend.“ Der 50-Jährige, der sich so oft schützend vor seine Fußballer stellt, meinte diesmal: „Dayot war heute nicht so stabil, wie wir ihn kennen. Ein paar andere Spieler haben auch Probleme gehabt.“

In Marseille hat sich ein Kreis geschlossen. Die erste internationale Saison endete in einem Hexenkessel mit einem Negativerlebnis, genauso wie sie auswärts in Istanbul begann. Exakt sieben Monate nach dem ersten europäischen Auftritt wurde deutlich: Wenn es auf den Rängen brodelt, Pfiffe ertönen und Pyrotechnik fackelt ist die junge Mannschaft bei weitem nicht erwachsen genug, um der Situation Stand zu halten. Die wertvollen Erfahrungen aus diesem Jahr kann ihnen allerdings keiner mehr nehmen.

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Neun Gegentore in zwei Spielen

Beängstigender ist für den RB-Trainer eine andere Baustelle, die sich nun zum zweiten Mal in dieser Saison und ausgerechnet in der heißen Schlussphase aufgetan hat. Egal ob Viererkette, wie beim 1:4 gegen Leverkusen, oder Dreierkette wie beim 2:5 in Marseille, die Bälle des Gegners fliegen mit einer erschreckenden Leichtigkeit durch die Leipziger Hintermannschaft. „Wir hatten in diesem Jahr schon mal eine Phase, wo uns das das Genick gebrochen hat. Jetzt in dieser entscheidenden Phase sieht es so aus, als ob diese Schwäche wieder zurückkommt“, ärgert sich Hasenhüttl.

Schaut man sich die neun Gegentreffer der vergangenen zwei Partien genauer an, wird deutlich: Drei Konter (zwei direkt nach eigener Ecke) und drei Standards, sowie jede Menge individuelle Fehler brachten den Coach zum Verzweifeln. Aus dem Spiel heraus fing sich RB kaum Tore. Kevin Kampl monierte zudem die fehlende Cleverness in einigen Situationen – Erfahrung ist eben nicht trainierbar.

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Verletztenliste wird länger

Mit Blick auf die Verletztenliste kann Trainer Hasenhüttl allerdings fast froh sein, dass die Doppelbelastung nun ein Ende hat. Kampl gestand nach dem 43. Pflichtspiel der Saison: „Es gibt keinen, der nicht müde ist. Das geht schon ganz schön in die Knochen.“ Marcel Halstenberg, Konrad Laimer nun vermutlich erneut Marcel Sabitzer – alle drei fehlen im Endspurt. Hinzu kommen die zwei angeschlagenen Stammkräfte Dayot Upamecano und Timo Werner, dessen Oberschenkel bei der Erwärmung in Marseille hart wurde und zwickte. „Ich hoffe, dass es bis Sonntag wieder geht“, sagte der 22-jährige Torjäger, der die Pleite in Frankreich tatenlos von der Bank aus verfolgen musste.

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Am Freitag hebt der Charterflieger der Mannschaft erst um 15 Uhr in Marseille ab und landet gegen 17 Uhr am Airport Halle/Leipzig. Nur 49 Stunden später wird für das Hasenhüttl-Team am Sonntag das nächste Bundesligaspiel in Bremen angepfiffen.

Die Defensive hat Leipzig das Halbfinale in der Europa League gekostet. Schlimmer wäre es, wenn sich die Mannschaft durch dieses Manko auch um die internationale Teilnahme in der nächsten Saison bringen würde. Zwölf Tore, die Werder in den letzten sechs Partien erzielte, wirken dann schon fast bedrohlich. Emil Forsberg fordert: „Wir müssen Profis sein. Es kommen jetzt fünf Spiele, in denen es um die Champions League geht.“

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