08. März 2018 / 09:34 Uhr

Heidenheims Kapitän Marc Schnatterer träumt noch von der Ersten Liga

Heidenheims Kapitän Marc Schnatterer träumt noch von der Ersten Liga

Jochen Leimert
Marc Schnatterer angelt sich während des Hinspiels gegen Dynamo Dresden (Endstand 2:0 für Dynamo) an der Seitenlinie den Ball, aufmerksam verfolgt von Trainer Frank Schmidt. Beide haben großen Anteil daran, dass sich der kleine Verein von der Schwäbischen Alb im deutschen Profifußball etabliert hat.
Marc Schnatterer angelt sich während des Hinspiels gegen Dynamo Dresden (Endstand 2:0 für Dynamo) an der Seitenlinie den Ball, aufmerksam verfolgt von Trainer Frank Schmidt. Beide haben großen Anteil daran, dass sich der kleine Verein von der Schwäbischen Alb im deutschen Profifußball etabliert hat. © Imago
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Im Interview spricht er über den holprigen Saisonstart des FC Heidenheim, „Pipo“ Heise und ein altes Video.

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Heidenheim/Dresden. Kapitän Marc Schnatterer ist neben Trainer Frank Schmidt das Gesicht des 1. FC Heidenheim. Der 32-Jährige spielt wieder eine starke Saison und ist derzeit der Top-Vorbereiter der Liga. Vor dem Gastspiel der Schwaben am Freitag in Dresden stand er uns Rede und Antwort.

Sie sind jetzt schon fast zehn Jahre in Heidenheim. Was hat dieser Verein, was andere nicht haben?

Marc Schnatterer: Weil ich so lange hier bin, habe ich natürlich nicht so viel anderes gesehen, kann schwer vergleichen. Aber ich bin von meiner Natur her ein bisschen so gestrickt, wie der Verein hier seine Sachen angeht. Hier steckt viel Kontinuität hinter allem. Es ist überschaubar hier, der familiäre Charakter gegeben. Mir ist von Anfang an großes Vertrauen entgegengebracht worden. So hatte ich nicht immer den Drang, von hier weggehen zu müssen. Ich gehe immer noch gern zum Training, obwohl es seit fast zehn Jahren der gleiche Weg ist.

Spielen Sie wöchentlich Skat mit Frank Schmidt oder sind sie beide Brüder im Geiste, dass sie schon so lange gern miteinander arbeiten?

Ich glaube, dass wir uns vom Naturell ähneln. Natürlich hat er noch mehr Erfahrung, er ist ja auch älter. Das Vertrauen ist über Jahre gewachsen, wir gehen professionell miteinander um, doch es gibt auch eine freundschaftliche Seite. Offenheit, Ehrlichkeit – das mögen wir beide. Deswegen passt es gut bei uns.

Mehr zum 1. FC Heidenheim

Mit dem 1. FC Heidenheim ging es in den letzten Jahren stetig bergauf. Dann gab es zu Beginn dieser Saison ein paar Probleme. Wie bewerten Sie diese Phase rückblickend?

Das ist für uns alle etwas Neues gewesen, dass wir nicht von Anfang an in die Spur gefunden haben. Dass wir der Musik hinterherrennen mussten. Als wir auf dem 16. Tabellenplatz standen und jeden Punkt dringend brauchten, war das schon eine andere Herausforderung, als wenn du aus drei Spielen zwei Siege holst und mit der Sache viel entspannter umgehen kannst. Wir haben lange gebraucht, den Spieß umzudrehen, aber ich bin unheimlich froh, dass wir da alle zusammen dran gearbeitet haben. Nach dem 11. Spieltag konnten wir die Probleme stoppen. Jetzt haben wir uns in eine gute Ausgangsposition gebracht. Wir hatten nach elf Spielen acht Punkte, jetzt haben wir 34.

Eigentlich sind Sie eher auf der linken Seite zu Hause, doch als Sie zu Saisonbeginn dort gespielt haben, lief es nicht optimal, gewann Heidenheim nur ein Spiel. War Ihr Wechsel auf den rechten Flügel ein Grund für die Wende?

Wir haben was probiert und verändert. Maxi Thiel hat dann links gespielt, ich rechts – und das haben wir dann so beibehalten. Vielleicht bewirkt eine neue Aufgabe auf dem Platz, dass man ein Stück mehr die Sinne schärft. Ich habe mich in dieser Saison rechts wohler gefühlt, aber ob wir deswegen mehr Punkte geholt haben, weiß ich nicht.

Ihre persönliche Bilanz ist mit acht Toren und zwölf Vorlagen beeindruckend. Wo soll denn die Reise noch hingehen?

Wenn wir den Klassenerhalt nicht schaffen, hilft es dir nichts, viele Tore und Vorlagen gemacht zu haben. Ich versuche, in jedem Spiel mit Hereingaben, Pässen und Abschlüssen für Gefahr zu sorgen und meine Mitspieler ins Spiel zu bringen, aber denke nicht daran, wie gut ich hinterher dastehe. Klar freut man sich, wenn eine Vorlage hinzukommt oder man selbst trifft, aber ich habe mir keine Marke gesetzt. Es geht mir ganz allein darum, dass wir den Klassenerhalt schaffen. Wenn wir den packen und ich bleibe bei acht Toren und zwölf Vorlagen stehen, ist mir Letzteres ganz egal.

Mit einem Sieg bei Dynamo wäre Ihr Klub wieder in Schlagdistanz zu den Aufstiegsrängen. Träumen Sie mit 32 Jahren noch von der Ersten Liga?

Jeder Spieler, der in der Zweiten Liga spielt, darf davon träumen. Man spielt ja für den Erfolg Fußball, aber dieses Jahr ist alles so eng, da spielen wir um den Klassenerhalt. Wenn wir das geschafft haben, können wir wieder träumen, was nächstes Jahr möglich wäre. Dieses Jahr haben wir viel zu spät angefangen, Punkte zu sammeln.

Mehr zum Hinspiel FC Heidenheim - SG Dynamo Dresden

Wenn Sie in Dresden wieder rechts außen spielen, könnten Sie direkt auf Ihren ehemaligen Mitspieler Philip Heise treffen. Haben Sie noch Kontakt zu „Pipo“?

Ich habe nicht regelmäßig Kontakt zu ihm, aber man schreibt sich schon mal zum Geburtstag. Es ist ja auch noch nicht so lange her, dass er Papa geworden ist. „Pipo“ ist für mich ein super Fußballer, ein herzlicher Mensch, mit dem ich gut zurechtgekommen bin. Wir hegen schon eine gewisse Freundschaft, auch wenn wir nicht so oft Kontakt haben. Ich freue mich drauf, ihn am Freitag zu sehen.

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Auswärts lief es für den FCH bisher nicht so gut. Da stehen nur zwei Siege zu Buche. Woran machen Sie das fest?

In Duisburg und auch in Darmstadt waren wir zweimal nah dran am Sieg, aber da waren wir wie auch zuletzt zu Hause beim 2:2 gegen Bielefeld zu naiv, die drei Punkte mitzunehmen. Wir werden aber wieder alles daran setzen, in Dresden den dritten Auswärtssieg zu feiern. Wir spielen – im Gegensatz zum Saisonanfang – einen deutlich besseren Fußball, haben immer unsere Chancen.

Hat Frank Schmidt das Video vom 0:2 im Hinspiel noch einmal herausgekramt?

Bis jetzt hat er es noch nicht herausgeholt. Vielleicht kriegen wir es aber noch mit auf den Weg, um zu sehen, was wir falsch gemacht haben. Aber wir wissen alle noch: Das war kein guter Tag für uns.

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