Björn Isensee haut sich in jedem Spiel für die Heiligenfelder in die Zweikämpfe. Auch abseits des Platzes gilt der Spielertrainer als Vorbild des "Heiligenfelder Weges". © Udo Meissner

Heiligenfeldes Allzweckwaffe

Spieler, Trainer, Multitalent: Björn Isensee bastelt am Spirit des Bezirksligisten

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Müsste Björn Isensee seine Wohlfühloase beschreiben, würde die Wahl des pfeilschnellen Offensivallrounders zweifelsohne auf den SV Heiligenfelde fallen. Einen Fußballverein, "in dem ein Spieler wie ich von einem ganzen Dorf aufgenommen und großgezogen wurde", bekennt der 26-Jährige, der bereits im Alter von drei Jahren die Schuhe für den SVH schnürte. Bis auf kurze Jugendepisoden beim Tus Syke und TSV Bassum hing stets das grün-weiße Jersey über seinem Platz in der Umkleide. Und das hatte für den aufgeweckten Fußballer einen einfachen Grund: "Ich wollte immer wieder zurück zu meinen Jungs", sagt Isensee, der überdies auf eine eigene erfolgreiche Geschichte als Leichtathlet zurückblickt. Selbst von Zeiten, in denen der wendige Angreifer in Niedersachsens Fußball-Landeskader der C-Junioren berufen wurde, ließ er sich nicht von einem Verbleib bei seinen Heiligenfeldern abbringen. "Ich habe dort viel Zeit mit Aktiven aus Hannovers Jugend verbracht und geredet. Dabei ist mir schnell klar geworden, dass Fußball für mich stets ein Hobby bleiben wird", führt der heutige Spielertrainer der Grün-Weißen aus, der die Mannschaft seit der Vorbereitung auf die neue Bezirksligasaison gemeinsam mit seinem Bruder im Geiste, Tobias Dickmann, betreut.

Dennoch nimmt Isensee sein Hobby ernst und das nicht erst, seit er die Leitung der vereinsinternen Fitness-Sparte innehat und darüber hinaus als SVH-Pressewart mit der Pflege der Onlinepräsenzen und Leitung der Öffentlichkeitsarbeit betraut ist. "Seit März bin ich außerdem als Jugendwart tätig", führt der viel beschäftigte Fußballcoach- und spieler aus, der in seiner raren "Freizeit" System Engeneering an der Uni Bremen studiert. "Und das hoffentlich im letzten Semester", scherzt der bereits seit einem Jahr arbeitende, angehende Softwareentwickler. "Ich mache das alles, weil ich dem Verein für alles dankbar bin und etwas zurückgeben möchte", sagt Isensee, für den das soziale Umfeld so wie in keinem anderen Club mit dem eigenen Anspruchsdenken Hand in Hand geht und so Privates zusehends mit dem Vereinsleben verschmilzt.

Als Trainer warteten neue, spannende Aufgaben auf den Heiligenfelder Mittelfeldmotor. Es galt, Lösungen zu finden, um qualitativ hochwertige Abgänge wie die von Joshua Brandhoff oder Janek Piontek, die geschlossen zum Bremen-Ligisten Brinkumer SV abgewandert sind, zu kompensieren. "Klar ist Joshua ein Leistungsträger gewesen. Aber er wollte sich als Spieler, für den der SVH eine Durchgangsstation war, woanders probieren. Aber auch dafür haben wir teaminterne Alternativen entwickelt", macht der SVH-Trainerdebütant klar, der gemeinsam mit Spielertrainer-Kollege Dickmann im Mannschaftsrat kürzertrat, um verantwortungsvolle Aufgaben auf andere Aktive zu übertragen. "Das Team lebt davon, junge, gute, engagierte Spieler weiterzuentwickeln. Deshalb sollte auch die gesamte Mannschaft Verantwortung dafür tragen, nicht nur der Einzelne." Das ist für Isensee auch eine Entwicklung, die
er und sein neuer Trainerkollege weiter vorangetrieben haben – Teambuilding bis hin zum omnipräsenten Mannschaftsgeist. "Ich denke, die Spieler, die bei uns sind, lernen viel in diesem Umfeld. Deshalb sind wir, regional betrachtet, eine gute Adresse. Dennoch würde niemand zum SVH geholt, der nicht in das Gebilde passt."

Diesen Gemeinschaftsgedanken übertragen Isensee und Co. mit cleveren Tricks auch ins Training. "Wenn bei uns jemand privat laufen geht, postet er das in unsere Teamgruppe bei WhatsApp", schildert der Coach, der sich sicher ist, dass davon ein Effekt ausgeht, der auch andere zum Laufen animiert, denn: "Es würde auffallen, wenn alle Bilder vom Laufen posten, nur einer nicht."

Welche Auswirkungen die neuen Methoden des neuen Trainergespanns und der von ihnen entfachte Spirit auf die neue Saison haben werden, lässt sich laut Isensee noch nicht prophezeien. Sicher sei allerdings, dass Abgänge und Verdichtung des Kaders auch Spielern zugutekommt, die bisher in der zweiten Reihe standen. "Das hat man bereits in der Vorbereitung und im Pokal gesehen", meint Isensee. "Alle zeigen sich, drängen auf Einsätze, sind gierig." Im Württemberg-Cup erreichte der SVH das Finale, in Bezirkspokalrunde zwei setzte sich Isensees Elf nach Halbzeitrückstand noch auswärts in Diepholz durch. Für den Coach auch ein Indiz dafür, den erstrebten Mittelfeldplatz in der Liga erreichen zu
können: "Fest steht, bei uns geht es von Null los. Doch die Jungs wollen gewinnen und stecken nicht auf – und das vielleicht mehr denn je."

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