Hertha-Manager Michael Preetz während der Mitgliederversammlung. Hertha-Manager Michael Preetz während der Mitgliederversammlung. © dpa
Hertha-Manager Michael Preetz während der Mitgliederversammlung.

Hertha BSC und seine Fans: Verstimmung mit den Ultras

Bundesliga: Auf der Mitgliederversammlung gab es weitere Unmutsbekundungen.

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Kurz nach Mitternacht verließ Aufsichtsratschef Bernd Schiphorst erleichtert die Messe Berlin. Die Mitglieder von Hertha BSC hatten den langjährigen Vorsitzenden des Gremiums und früheren Präsidenten bei der Versammlung am Montagabend wiedergewählt - allerdings ihm auch einen kräftigen Denkzettel verpasst. Nur mit zwei Stimmen mehr als erfordert schaffte der 75-Jährige im zweiten Wahlgang erneut den Sprung in den Aufsichtsrat. In mehreren Punkten knirscht es zwischen dem Berliner Fußball-Bundesligisten und einigen Anhänger-Gruppen.

Schiphorst erhielt bei der Versammlung mit mehr als 1200 Mitglieder vor allem Kritik für eine aus Fansicht mangelnde Einbindung bei den Feierlichkeiten zum 125. Geburtstag. Auch dass sich der Ex-Clubchef wie die Geschäftsführung vehement für den ausgeprägten Digitalisierungskurs des Vereins einsetzte, dürfte einige Stimmen gekostet haben.

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Vor allem der meinungsstarke Teil der Ostkurve lehnt die Modernisierung des Clubs mit englischen Slogans, hoher Präsenz in sozialen Netzwerken oder zeitweise rosa Trikots massiv ab. Im Fokus des Unmuts: Der frühere Twitter-Manager Paul Keuter, der in der Geschäftsleitung unter anderem für Kommunikation zuständig ist. Nachdem er in einem Interview argumentiert hatte, wer sage, „dass die Digitalisierung den Fußball kaputt macht, hat den Schuss nicht gehört“, wurde er auf Plakaten diese Saison massiv persönlich angefeindet.

„Es ist falsch zu glauben, dass dieser Prozess alleine von Paul Keuter verantwortet wird“, verteidigte Geschäftsführer Michael Preetz die Strategie des Clubs und erhielt dafür mehr Applaus als Buhrufe. „Intern stehen alle geschlossen zu diesem Weg.“ Doch auch der sportliche Macher musste eingestehen, „dass es uns nicht gelungen ist, von Anfang an alle Interessensgruppen des Clubs abzuholen und einzubinden.“

Seit einiger Zeit haben die Ultras den Dialog mit den Vereinsverantwortlichen eingestellt. „Wir wollen auch ernstgenommen werden“, klagte ein Hertha-Mitglied, das sich als Teil der Gruppierung „Hauptstadtmafia“ vorstellte, bei der Aussprache. „Unser Eindruck ist, dass wir kein Gesprächspartner auf Augenhöhe mehr sind.“ Der Ältestenrat bot nun an, zwischen den Parteien zu vermitteln. „Nicht miteinander zu sprechen, ist für uns keine Option“, betonte auch Preetz.

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