11. Januar 2018 / 17:12 Uhr

Hertha BSC-Youngster Arne Maier: „Ich bin ein ganz normaler Junge“

Hertha BSC-Youngster Arne Maier: „Ich bin ein ganz normaler Junge“

Stephan Henke
Oliver Sorg im Zweikampf mit Arne Maier.
Hinter Arne Maier (r.) liegt eine erfolgreiche Hinrunde. © Matthias Koch
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Bundesliga: Arne Maier (19) aus Ludwigsfelde ist der Durchstarter bei Hertha BSC und spricht im Interview über die karrierewichtige Zahnspange, Autogrammschreiben und den Hype um seine Person.

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Arne Maier ist der Shootingstar bei Hertha BSC, in der Hinrunde kam der 19-Jährige auf zwölf Pflichtspiele. Seit dem 1. Januar 2008 spielt er für Hertha BSC, nachdem er zuvor für den Ludwigsfelder FC auflief. Für deutsche Juniorennationalmannschaften lief Maier inzwischen 28 Mal auf. 2016 bekam er die Fritz-Walter-Medaille in Bronze. Am 13. Mai 2017 feierte Maier beim 2:0-Sieg der Hertha beim SV Darmstadt 98 sein Bundesliga-Debüt. Der Ludwigsfelder spricht über wachsende Anerkennung, die erste eigene Wohnung und Einsatzchancen beim Rückrundenauftakt in Stuttgart.

Am 8. Januar sind Sie 19 Jahre alt geworden. Haben Sie vom Team ein Geschenk bekommen?

Arne Maier: Nein, von der Mannschaft hab ich keines bekommen, es haben aber alle gratuliert.

Mussten Sie einen ausgeben?

Noch nicht, wir hatten am Montag trainingsfrei. Hätten wir Training gehabt, hätte ich sicher was ausgeben müssen (lacht).

Spüren Sie in der Mannschaft eine gewachsene Anerkennung?

Ich habe nach den ersten Spielen gemerkt, dass das Standing in der Mannschaft schon etwas gewachsen ist. Aber das muss man sich auch weiterhin erarbeiten.

In Bildern: Das Hinrunden-Zeugnis der Hertha-Profis

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Sie standen in acht Pflichtspielen in der Startelf, der Durchbruch gelang ziemlich schnell.

Ein gestandener Bundesligaprofi ist man erst, wenn man 50 bis 70 Spiele gemacht hat. Davor ist das alles noch nichts. Aber ich bin natürlich froh, dass ich schon so oft spielen durfte und freue mich über jede Minute, die mir der Trainer mehr gibt.

Sind Sie überrascht, dass sie so schnell Stammspieler wurden?

Stammspieler ist ein sehr, sehr großes Wort, das kann man so noch nicht sagen. Wir haben im Moment einen sehr hohen Konkurrenzkampf. Der Trainer wird die beste Mannschaft bringen, ich möchte mich immer anbieten und ich stelle mich in den Dienst der Mannschaft.

Vladimir Darida ist nach Verletzung zurück. Wie groß stehen die Chancen, dass Sie zum Rückrundenstart am Samstag beim VfB Stuttgart in der ersten Elf stehen?

Erst einmal bin ich froh, dass Vladi zurück ist, Verletzungen wünscht man keinem. Aber klar, jetzt muss man weiterschauen, es herrscht große Konkurrenz auf der Sechserposition. Das, was der Trainer entscheidet, akzeptieren wir.

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Wo können Sie sich noch verbessern?

Bei einigem. Mein Kopfballspiel zum Beispiel oder mein defensives Zweikampfverhalten, wenn der Gegner auf mich zu dribbelt. Meine Stärken sind eher die Ruhe am Ball, meine Übersicht und meine Laufstärke. Auch daran will ich weiter arbeiten.

Hertha-Trainer Pal Dardai hat Sie als Juwel bezeichnet und aus dem goldenen Jahrgang einmal herausgehoben. Hat Sie der Hype belastet?

Natürlich ist das ein bisschen Druck, aber das gehört im Profigeschäft dazu. Ich brauche den auch ein Stück weit. Der goldene Jahrgang wurde immer sehr hochgelobt bei Hertha. Ich habe auf meine Chance gewartet und ich würde sagen, ich habe sie bisher auch genutzt.

Sie haben am Wochenende mit der U19 das Turnier in Sindelfingen gewonnen, die Profis spielten in Bielefeld. Warum waren Sie nicht dort?

Ich habe mit dem Trainer gesprochen, er meinte, es sei das beste Jugendturnier in Deutschland. Er hat mir die Entscheidung freigestellt, ob ich dorthin möchte. Ich habe mich dafür entschieden, weil es für mich das letzte große Turnier in der Jugend war. Ich würde sagen, es war die richtige Entscheidung.

Sie haben mit Hertha das Turnier gewonnen und wurden als bester Spieler ausgezeichnet. 

Das ist eine große Ehre, es haben ja auch viele Spieler mitgespielt, die auch schon in der Bundesligaspielen.

Merkt man da schon die gewachsene Anerkennung, wenn man schon in der Bundesliga gespielt hat,während die meisten anderen beim Turnier noch in der Jugend spielen?Man hat den Respekt der anderen Mannschaften direkt schon gemerkt, als wir in die Hallegekommen sind und einen alle angeschaut haben. Trotzdem muss man die Leistung erst einmal aufdem Platz bringen – und die haben wir als Team gebracht.

Die FIFA-18-Werte der Hertha-Profis

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Ihr Vertrag läuft noch bis 2019, wie ist der Stand bei der Verlängerung?

Ich habe keinen neuen Stand. Ich konzentriere mich jetzt erst einmal auf die Rückrunde und speziell das Spiel in Stuttgart.

Macht Sie das stolz, dass andere Vereine anklopfen?

Es war ja kein Geheimnis, dass vor ein, zwei Jahren auch andere Vereine Interesse an mir hatten. Natürlich macht mich das stolz. Ich denke, dass meine Eltern und meine Beraterfirma mir vielleicht auch nicht von jedem Angebot erzählen. Ich konzentriere mich nur auf die Aufgabe bei Hertha.

Sie spielen seit zehn Jahren für die Berliner. Merken Sie, dass Sie für die Fans Identifikationsfigur sind?

Für die Fans ist es natürlich schön, wenn jemand aus der eigenen Jugend wie beispielsweise Maxi (Maximilian Mittelstädt, d. Red.) oder Jordan (Jordan Torunarigha, d. Red.), die ja auch schon sehr lange bei Hertha spielen, hochkommt. Für die Fans ist das erst einmal etwas anderes, als wenn jemand aus dem Ausland gekauft wird.

Wie hat Sie Hertha entdeckt?

Ich glaube, es war bei einem Hallenturnier, da haben wir auch gegen Hertha gespielt. Am Anfang habe ich dann noch gezögert und nein gesagt. Aber dann bin ich in der Winterpause doch noch gewechselt.

Wie kamen Sie damals zum Fußball?

Ich habe mit vier Jahren mit meinem Opa im Garten angefangen zu spielen. Dann hat er irgendwann gesagt, ich soll in einen Verein und bin dem Ludwigsfelder FC beigetreten.

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Vor Weihnachten waren Sie bei einem Hallenturnier in Ludwigsfelde. Werden Sie jetzt anders angeschaut?

Es gehört bei mir schon zur Tradition dort vorbeizugehen, ein bisschen Fußball zu schauen und meine alten Freunde zu treffen. Natürlich wurde man da jetzt etwas anders angeschaut, aber ich kann damit gut umgehen.

Verfolgen Sie die LFC-Entwicklung?

Ich weiß, dass sie in der Brandenburgliga spielen und Erster sind. Als ich noch in Ludwigsfelde gewohnt habe, wusste ich noch ein bisschen besser Bescheid.

Sie wohnen seit einem Jahr alleine in Berlin. War das ein großer Sprung?

Damals schon, man musste die ganze Wohnung einrichten, Möbel kaufen, Miete zahlen, putzen, Essen kochen – das war am Anfang schon schwierig. Meine Mutter hat die ganze Dekoration übernommen.

Sie wirken sehr bodenständig.

Meine Familie hat immer gesagt, bleib auf dem Boden. Es gibt auch keinen Grund ein anderer Mensch zu werden, nur weil man acht, neun Bundesligaspiele gemacht hat. Ich bin ein ganz normaler Junge. Wenn ich Autogramme schreiben soll, ist das für mich immer noch komisch.

Das prognostizieren die Hertha-Legenden für die Rückrunde:

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Sie tragen seit einem Jahr eine Zahnspange, ohne die Sie vermutlich jetzt nicht Profi wären. Wie kam das?

Ich war mit 15 Jahren bei einem Jugendturnier, hatte brutale Rückenschmerzen. Danach musste ich komplett mit dem Spielen aufhören. Anschließend bin ich nach Potsdam zu Professor Schmidt gefahren, der mir gesagt hat, dass meine Zähne schief stehen. Ich hatte zwar vorher vier Jahre eine Zahnspange, aber die war falsch eingestellt. Zunächst habe ich eine Aufbissschiene bekommen, denn sobald ich auf meine Zähne gebissen hatte, hat kein Muskel reagiert. Anschließend hatte ich keine Rückenprobleme mehr und ich habe meine Spange bekommen.

Waren Sie auch mal Balljunge bei der Hertha?

Wir sollten mal gegen Juventus Turin dabei sein. Wir haben dann mit Lattenschießen ausgeschossen, wer mitkommen darf – ich habe die Latte nicht getroffen und durfte nicht mit runter (lacht).

Waren Sie schon immer Hertha-Fan oder haben Sie, wie so viele Jugendliche, früher in Bayern-, Dortmund- oder Hertha-Bettwäsche geschlafen?

Nein, ich komme aus Ludwigsfelde, da gab es für mich nur Hertha.

Sie sind beim beliebten Videospiel Fifa 18 erstmals auch dabei...

...ich glaube, wenn man Fifa 17 online aktualisiert hat, war ich auch schon dabei, weil ich da einmal im Kader war, aber dieses Jahr bin ich fest dabei...

...sind Sie zufrieden mit ihrer Bewertung?

Wenn man das erste Mal dabei ist, ist es normal, dass die Bewertung nicht so hoch ist. Ich versuche mich da von Jahr zu Jahr zu steigern.

Sind die Fifa-Bewertungen Thema in der Mannschaft?

In der Profi-Mannschaft eher nicht. In der Jugend spielen wir natürlich viel mehr und da freuen wir uns, wenn Palko Dardai oder Julius Kade da im Spiel sind.

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