11. Oktober 2018 / 12:22 Uhr

Hertha BSC-Youngster Maier: „Natürlich hat sich Arne verändert“

Hertha BSC-Youngster Maier: „Natürlich hat sich Arne verändert“

Redaktion Sportbuzzer
... auch Mutter Sabine und Vater Holger Maier standen damals wie heute hinter ihrem Sohn.
Mutter Sabine, Schwester Nadine und Vater Holger Maier begleiteten und unterstützten Arne Maier auf dem Weg in die Bundesliga. © Lars Sittig
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Bundesliga: Arne Maier aus Ludwigsfelde gehört zu den Toptalenten im deutschen Fußball. Im Interview spricht seine Familie über den Alltag mit einem Star und die Gründe des Erfolges.

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Arne Maier ist innerhalb weniger Monate zu den prägenden Figuren des Bundesligaclubs Hertha BSC aufgestiegen – Experten prophezeien dem 19 Jahre alten Ludwigsfelder eine große Karriere. Einer der Gründe für den Erfolg: Die Familie Maier, die den Fußballstar begleitet und unterstützt. Im Interview sprechen Mutter Sabine (51), Schwester Nadine (25) und Vater Holger Maier (51) über das Verhältnis zwischen Geschwistern, den weiten Weg zum Erfolg und dem Bangen wegen eines Beckenschiefstandes.

Arne Maiers Karriere in Bildern: Aus Ludwigsfelde in die Bundesliga.

Arne Maier begann früh mit dem Fußballspielen, seine Laufbahn startete er beim Ludwigsfelder FC. Zur Galerie
Arne Maier begann früh mit dem Fußballspielen, seine Laufbahn startete er beim Ludwigsfelder FC. ©
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Herr Maier, vor Kurzem hat Hertha gegen Bayern München gewonnen. Was ist es für ein Gefühl, seinen Sohn live auf dieser Bühne Fußball spielen zu sehen? 

Holger Maier: Es ist natürlich ein unglaublich schönes Gefühl, wir haben ja gar nicht mit einem Sieg gerechnet. Wir haben das Spiel aber im Fernsehen gesehen, nicht im Stadion. Arne hat für das Spiel zwei Karten bekommen, die haben seine Großeltern genutzt. Die ganze Familie hat ihn damals unterstützt, jetzt geht auch jeder mal ins Stadion. Ohne die Großeltern, die Arne auch oft zum Training gefahren haben, wäre es nicht gegangen. Ich habe Talente gesehen, die wirklich sehr begabt waren, aber es auch deshalb nicht geschafft haben, weil die Eltern einfach Beruf und Hobby ihres Sohnes aus Zeitgründen nicht koordinieren konnten.

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Warum hat es Arne – mal abgesehen von der Unterstützung seines Umfeldes – geschafft?

Sabine Maier: Weil er immer gekämpft hat und vor allem viel Spaß am Fußballspielen und trainieren hatte. Und er hatte dieses Talent, sehr weit voraus zu denken. Das war faszinierend. Es war sehr früh zu erkennen, dass Arne sehr klug und mit sehr viel Köpfchen Fußball gespielt hat.

Als Mutter hat man eine ganz besondere Beziehung zu seinem Kind: Gab es Momente, in denen Sie überlegt haben, Arne wegen der enormen Belastung zum Fußballspielen auf die Hobbyebene zu schicken?

Sabine Maier: Nein. Im Gegenteil. Der Sport hat Arne immer Spaß gemacht, er brauchte das, um sich wohlzufühlen. Ich hätte ihn sonst auch nicht vier Jahre lang jeden Morgen vor meiner Arbeit nach Charlottenburg gefahren. Das hieß um 5.15 Uhr aufstehen.

"Es gab aber eine Zeit, in der Arne sehr gezweifelt hat."

Gab es Phasen, in denen Sie gezweifelt haben, ob der Weg nach oben führen kann?

Holger Maier: Man weiß das ohnehin nie, ob es jemand in die Bundesliga schafft, aber ich hatte immer das Gefühl, Arne ist auf dem richtigen Weg. Es gab aber eine Zeit, in der Arne sehr gezweifelt hat.

Erzählen Sie.

Das war, als er als 15-Jähriger unter einem Beckenschiefstand litt – dessen Ursachen nicht gefunden wurden. Arne ist einmal ganz frustriert von einem Nachwuchs-Länderspiel zurückgekehrt. Nach einem halben Jahr Bangen ist festgestellt worden, dass die Zähne der Auslöser für die Schmerzen sind und das Problem wurde behoben.

"Arne ist sechs Jahre jünger, er hat als kleiner Junge zu mir aufgeschaut."

Nadine, wie war das für Sie, als Schwester, mit einem Bruder, der durch sein Hobby zwangsläufig sehr viel Aufmerksamkeit bekommt?

Nadine Maier: Das war nie ein Problem. Ich hatte immer und habe ein sehr gutes Verhältnis zu Arne. Wir hatten viel Spaß miteinander. Er ist jemand, mit dem man viel Spaß haben kann.

Sie haben selbst auch Landesmeistertitel im Schwimmen gewonnen. Es gab nie die übliche Rivalität zwischen Geschwistern?

Nadine Maier: Nein. Arne ist sechs Jahre jünger, er hat als kleiner Junge zu mir aufgeschaut.

Trotzdem muss es doch manchmal schwierig gewesen sein mit einem Bruder, der wegen des enormen Aufwandes für sein Hobby sehr viel Raum einnimmt.

Nadine Maier: Als pubertierender Teenager war das nicht immer alles einfach zu verstehen, da bockt man auch mal rum – aber das waren ja keine grundlegenden Probleme. Ich hatte auch eine tolle Kindheit.

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Sidney Friede (Mittelfeld) - Gesamtbewertung: 59/Potential: 75 ©

"Hertha hat doch keinen Vertrag mit der Familie Maier abgeschlossen."

Ein Klischee sagt, dass sich die Familie eines Bundesligastars zur Ruhe setzen kann. 

Holger Maier: Das ist Quatsch. Hertha hat doch keinen Vertrag mit der Familie Maier abgeschlossen.

Nadine Maier: Natürlich gehen wir alle ganz normal weiter arbeiten, das ist doch keine Frage. Erstens würde man das gar nicht wollen, von jemanden finanziert zu werden und zweitens braucht man doch mit Mitte zwanzig seine eigene Aufgabe. Es ist aber schon so, dass Arne sehr großzügig ist. Er hat uns beispielsweise im Sommer zum Wasserskifahren eingeladen. Er macht das einfach, weil er gerne etwas abgeben möchte und so etwas nehme ich auch gerne an – aber ich würde nichts wollen, was darüber hinaus geht. 

Hat sich ihr Leben verändert durch den Erfolg?

Nadine Maier: Man wird ab und zu angesprochen und beispielsweise gefragt, ob man eine Autogrammkarte hat.

Sabine Maier: Arne ist weniger zu Hause, das ist die größte Veränderung. Ich würde sagen, so etwa alle zwei Wochen sehen wir ihn, aber wir haben viel Kontakt per Telefon oder Whatsapp.

Hat er sich verändert?

Nadine Maier: Natürlich hat sich Arne verändert. Er ist selbstbewusster geworden und sehr selbstständig, aber das ist ja auch der Sinn eines gesunden Reifeprozesses.

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