21. Juli 2017 / 17:01 Uhr

„Hertha“: Transport nach Berlin steht bevor

„Hertha“: Transport nach Berlin steht bevor

Redaktion Sportbuzzer
Schon vor knapp drei Wochen wurde die Hertha aus dem Wasser geholt.
Schon vor knapp drei Wochen wurde die Hertha aus dem Wasser geholt. © Wolfgang Hörmann
Anzeige

Bundesliga: Die „Hertha“, das Gründungsschiff von Herth BSC, verlässt Wusterhausen (Dosse). Am Montag soll das Schiff in Richtung Berlin abtransportiert werden. Auf dem Landweg wird es in einer ersten Etappe bis Wustermark gebracht.

Buzzer deine Meinung!
  • Fail
    -
    Fail
  • Läuft
    -
    Läuft
  • Krass
    -
    Krass
  • WTF
    -
    WTF
  • Kopf Hoch
    -
    Kopf Hoch
  • Peinlich
    -
    Peinlich
Anzeige

Jetzt ist es soweit: Die „Hertha“, als Gründungsschiff des Fußball-Bundesligisten aus der Hauptstadt seit Wochen in den Schlagzeilen, nimmt Abschied von Wusterhausen. Der Verein hat das Schiff gekauft, um es pünktlich zum 125. Geburtstag in Berlin präsentieren zu können. Zuletzt sah es nicht danach aus, dass es damit pünktlich klappen würde. Die Krux hängt mit dem Transport zusammen. Erst am Donnerstag lagen alle Genehmigungen für die Fahrt auf der Straße von Wusterhausen (Dosse) im Landkreis Ostprignitz-Ruppin bis Wustermark (Havelland) vor. So weit geht die „Landpartie“. Dann aber konnte Ingmar Pering, Mitglied des Präsidiums von Hertha BSC, auf Facebook als „Eilmeldung“ verkünden: Die „Hertha“ ist einen Tag vor dem Vereinsgeburtstag unterwegs nach Berlin. Kommenden Montagabend soll es vom Ufer des Klempowsees aus losgehen. Ein Partybus sei geordert. „Wir begleiten den Transport vom Anfang an bis etwa Mitternacht und schauen, was alles gemacht werden muss damit die alte Dame zu uns kommen kann“, so Pering.

Peter Dentler war 42 Jahre Kapitän auf der Seebär bzw. Hertha und weiteren Schiffen.
Peter Dentler war 42 Jahre Kapitän auf der "Seebär" bzw. "Hertha" und weiteren Schiffen. © Wolfgang Hörmann
Anzeige

Und das ist nicht wenig. Voraussetzung war zunächst, dass der fast 50 Tonnen schwere Schiffskörper aus dem Wasser geholt werden musste. Das übernahm Alt-Skipper Peter Dentler gemeinsam mit Sohn Jens-Peter und Enkel Oliver. Seit dem 3. Juli hat „Hertha“ nun kein Wasser mehr unterm Kiel. Sie liegt auf der Dentlerschen Slippanlage und soll am kommenden Montag von zwei 160-Tonnen-Kränen auf den Tieflader gehoben werden. Eine Spezialfirma aus Nienhagen in Mecklenburg-Vorpommern, erprobt auch schon beim Transportieren von Teilen für Windkraftanlagen, steht dann vor einer besonderen logistischen Herausforderung. Auf etwa 50 Seiten ist vorgeschrieben, wie der Transport –  größtenteils auf der Bundesstraße 5 –  ablaufen kann, wo was geht und vor allem: wo was nicht. Mehrere Kreisverkehre, eine Brücke im Bau und andere Gegebenheiten, machen Umwege erforderlich.

​Seit 2002 wieder als "Hertha" unterwegs

So sollte der Konvoi mit der 22 Meter langen und 4,80 Meter breiten Blau-Weißen von der Bundesstraße 5 in Richtung Nackel abbiegen. Die Eichenallee vor dem Ort lässt das aber nicht zu. Mit Hilfe von Peter Dentler wurde ein Ausweg gesucht –  und gefunden. „Der Plattenweg zwischen Barsikow und Nackel eignet sich“, erklärte Peter Dentler am Freitag. Da liefen die unmittelbaren Vorbereitungen auf die erste Etappe. Sie führt über einen abgeernteten Getreideacker. Der muss mit hunderten von riesigen Stahl- und Aluminiumplatten befahrbar gemacht werden. Drei Sattelzüge hatten den Belag tags zuvor herangebracht. Sie wurden gestern abgeladen. Der Plan für den Ortswechsel von Wusterhausen nach Berlin sieht vor, dass der Landweg für das Traditionsschiff im Hafen Wustermark endet. „Hertha“ soll von hier aus wieder schwimmen - über den Oder-Havel-Kanal in Richtung Berlin.

Hunderte Stahl- und Aluminiumplatten machten einen Getreideacker befahrbar.
Hunderte Stahl- und Aluminiumplatten machten einen Getreideacker befahrbar. © Wolfgang Hörmann

Walter Dentler kaufte das Schiff im September 1969. Nach umfangreichen Auf- und Umbauarbeiten gemeinsam mit Sohn Peter und weiteren Helfern hatte es am 15. Juli 1971 als „Seebär“ seine erste Fahrt auf dem Klempowsee. Dass es sich um die „Hertha“ handelte, stellte der Schiffshistoriker Kurt Groggert 1976 fest. Anfang der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts suchten Verantwortliche von Hertha BSC Kontakt zum damaligen Eigentümer Peter Dentler. Zum 100. Geburtstag des Fußballvereins wurde die „Seebär für 180 Fans gechartert, der Schriftzug mit „Hertha“ überklebt.  Seit dem 24. Juli 2002 heißt das Schiff offiziell wieder so. Am längsten an Bord das Sagen hatte Peter Dentler – 42 Jahre. Kapitän blieb er bis 2012.

Die aktuellen TOP-THEMEN

Mehr Fußball aus der Region

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

Anzeige
Sport aus Brandenburg
Sport aus aller Welt