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"Herzensangelegenheit": Eintracht Braunschweig verpflichtet Tobias Rau als Aufsichtsrat

Alex Leppert
Neu im Braunschweiger Aufsichtsrat: Ex-Profi Tobias Rau. © imago/Martin Hoffmann

Mit einer überraschenden Personalie hat Eintracht Braunschweig aufgewartet. Der ins Taumeln geratene Drittligist hat Ex-Nationalspieler Tobias Rau geholt – allerdings nicht als Fußballer, sondern als Aufsichtsrat.

„Tobias verfügt durch seine jahrelange Erfahrung im Profifußball über das entsprechende Fachwissen, stammt zudem aus Braunschweig und identifiziert sich mit der Eintracht.“ Rau spielte für die Blau-Gelben in der Jugend sowie von 1999 bis 2001 bei den Profis, ging dann zum VfL Wolfsburg und zu Bayern München. Später kickte der siebenfache Nationalspieler noch für Arminia Bielefeld, studierte dort und ist auch heute noch in Ostwestfalen Lehrer an einer Gesamtschule.

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Rau "liegt die Eintracht sehr am Herzen"

„Die Eintracht liegt mir sehr am Herzen. Durch meine Familie und meine Freunde bin ich regelmäßig in der Stadt und habe den Weg des Clubs immer verfolgt. Es ist eine Herzensangelegenheit und ein großes Bedürfnis, den Verein zu unterstützen“, sagt der 36-Jährige. Er soll bereits jetzt beratend im hauptsächlich aus Wirtschaftsgrößen bestehenden Aufsichtsrat tätig sein. Im Dezember könnte er dann in das Gremium gewählt werden. „Ich werde mich mit großem Engagement einbringen“, verspricht Rau.

Sportliche Kompetenz für den Aufsichtsrat: Damit wurde eine kurz zuvor gestellte Forderung des Fan-Rats erfüllt, laut Eintracht-Präsident Sebastian Ebel habe der Plan mit Rau aber schon vorher festgestanden. Freilich löst das Engagement des früheren Linksverteidigers nicht die aktuellen Probleme. Die lauten: letzter Platz, Team ohne Selbstvertrauen, nicht funktionierendes Spielsystem, kein Sportdirektor, Fans in Panik.

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Das sind die Rekordspieler von Eintracht Braunschweig:

14. Dietmar Erler (307 Spiele): Kam als Linksaußen 1970 von Borussia Dortmund. Der frühere Jugend-Nationalspieler beendete während seiner Zeit bei der Eintracht sein Studium und war später unter anderem auch für den NDR-Hörfunk tätig. Auf dem Fußballplatz schulte ihn Branko Zebec zum Mittelfeldspieler um, schwere Verletzungen warfen ihn jedoch immer wieder zurück. Mit 33 Jahren beendete nach dem Abstieg 1980 seine Profi-Karriere. Der Sport-, Mathematik- und Erdkunde-Lehrer ist auch nach seiner Karriere in Braunschweig geblieben und galt dort als einer der wenigen Spieler, mit denen Paul Breitner gut auskam. © imago
13. Jürgen Moll (311 Spiele): Sein Unfalltod am 16. Dezember 1968 schockierte ganz Fußball-Deutschland. Mit seiner Frau Sigrid war das der Blondschopf auf der A7 zwischen Hamburg und Hannover verunglückt. Bei einem Doppel-Benefizspiel kam anschließend zum ersten und einzigen Mal die Weltmeister-Elf von 1954 wieder auf einem Fußballplatz zusammen. Moll war 1957 zur Eintracht gekommen und sorgte erstmals bei der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft 1958 für Furore. Trainer Helmuth Johannsen schulte ihn später zum Verteidiger um. Allerdings war Moll anders als die meisten anderen Abwehrspieler dieser Zeit mit viel Offensivdrang ausgestattet. © imago
12. Mirko Boland (315 Spiele): Der Dauerrenner im Mittelfeld wechselte Anfang 2009 vom MSV Duisburg II zur drittklassigen Eintracht. Ursprünglich für die Außenbahn geholt, wurde „Bole“ über die Jahre zum Sechser, der auch im einzigen Bundesliga-Jahr mithalten konnte. © dpa
11. Friedhelm Haebermann (318 Spiele): Der Duisburger kam zwar bereits 1969 zur Eintracht, Profi wurde er (offiziell) aber erst 1972. Der Grund: Haebermann hätte sonst nicht an den Olympischen Spielen in München teilnehmen dürfen. In Braunschweig spielte der Libero bis 1979 (in der letzten Saison jedoch ohne Einsatz). Der damals 32-Jährige wurde im Anschluss Nachwuchstrainer bei der Eintracht und war später in Berlin sowohl Verbands- als auch Vereinscoach. © imago
9. Ken Reichel (322 Spiele): Als der Berliner 2007 vom Hamburger SV II kam, war nicht absehbar, dass der Linksfuß mal zu den Spielern mit den meisten Einsätzen in der Klubgeschichte hören würde. Erst 2009 schaffte er den Durchbruch, fehlte fast nie und wurde sogar zum torgefährlichsten Verteidiger der 2. Bundesliga. © imago/Zink
9. Werner Thamm (322 Spiele): Er (links) kam 1950 als Nachwuchsspieler vom TSV Goslar und war in den 1950er Jahren einer der wichtigsten Akteure im Eintracht-Dress: Der Allrounder stand sogar einmal 90 Minuten lang im Tor. Der sprunggewaltige und kopfballstarke Torjäger war Garant beim sofortigen Wiederaufstieg 1953 und trug war auch 1958 bei der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft einer der Leistungsträger. 1962 beendete Thamm seine Laufbahn und wurde Spielertrainer bei den Freien Turnern. Er starb 1987.
8. Walter Schmidt (328 Spiele): Ein Bundesliga-Rekord kann Walter Schmidt (rechts) niemals mehr genommen werden, denn er war der erste und einzige Spieler, der nach dem Start 1963 die 100 ersten Partien der neuen Liga alle mitgemacht hatte. Der in Westfalen aufgewachsene drahtige Defensivmann war vor seiner Fußball-Karriere auch Turner und Kunstspringer gewesen, 1959 kam der Westfale zur Eintracht. Und war dort eine der Stützen der Meisterelf. Nach einer Verletzung im Test gegen Slovan Bratislava verletzte sich der damals 32-Jährige 1969 so schwer, dass er seine Karriere beenden musste. Schmidt ist auch heute noch regelmäßiger Stadionbesucher. © imago
7. Klaus Gerwien (331 Spiele): Der trickreiche Außenstürmer wurde 1961 auf Anhieb zum Stammspieler und feierte in der ersten Bundesliga-Spielzeit sogar sein Nationalelf-Debüt. Vier Jahre später kam Gerwien, inzwischen ein Deutscher Meister, wieder für das DFB-Team zum Einsatz. Unter anderem traf er gegen Brasilien mit Pelé im Maracana-Stadion per Fallrückzieher. Wenn es die Gesundheit zulässt, ist er auch heute noch im Stadion. © imago
6. Peter Kaack (339 Spiele): Schon äußerlich war der Holsteiner (rechts) der Prototyp des kompromisslosen Vorstoppers, dessen Aufgabe nach der Balleroberung beendet ist und der besser nicht die Mittellinie überquert. 1963 kam er vom VfR Neumünster und war bis zum Abstieg 1973 Leistungsträger. Kaack (rechts) gelang im Europapokal-Viertelfinale das Kunststück, beim 3:2-Hinspielsieg gegen Juventus Turin nicht nur einen Treffer für die Braunschweiger zu erzielen, sondern auch zwei Eigentore. Er lebt heute in Kiel. © imago
5. Reiner Hollmann (345 Spiele): Mit Oberhausen hatte Hollmann (links) bereits Bundesliga-Luft geschnuppert, zudem war er als Amateur bei Olympia 1972 dabei. Der Vorstopper mit der stets aufrechten Körperhaltung kam 1973 nach Braunschweig,.war später auch Libero, Elfmeter- sowie Freistoßspezialist. Nach dem Karrriere-Ende 1984 ging er als Trainer zunächst zum MTV Gifhorn, kam dann aber als Assistent von Kalli Feldkamp und auch als Chefcoach reichlich in der Welt herum, vor allem im arabischen Bereich. © imago
4. Joachim Bäse (361 Spiele): Der unumstrittene Kapitän und Kopf der Meistermannschaft 1967 kam von FC Wenden zur Eintracht. Der Außenläufer übernahm im Sommer 1966 eine ganz neue Rolle. Bei einem Intertoto-Spiel in Polen wurde er als Libero getestet – den es bei der Eintracht so vorher nicht gegeben hatte. Bäse (links) spielte sich sogar ins Blickfeld der Nationalmannschaft, für die er 1968 einmal auflaufen durfte. Nach dem Abstieg 1973 beendet der mittlerweile 33-Jährige seine Karriere und half anschließend nur noch beim FC Wenden aus. Der gelernte Koch arbeitete später beim Veterinäramt der Stadt und lebt in Thune. © imago
3. Wolfgang Grzyb (408 Spiele): Erst mit 26 Jahren wurde „Schippi” 1966 als Profi-Fußballer entdeckt. Der gelernte Schmied, ein echtes Kraftpaket, kam in der Meistersaison als Stürmer zum Einsatz, wurde danach zum Außenverteidiger umgeschult, war als Energiebündel ein echter Dauerbrenner und galt auch im hohen Fußballer-Alter noch als äußerst sprintstark. Als er Paul Breitner nahelegte, Braunschweig zu verlassen, wenn es ihm dort nicht gefalle, wurde er 1977 aussortiert. Grzyb starb 2004 mit 64 Jahren. © imago
2. Bernd Franke (492 Spiele): Der „Adler“ war nicht nur der König der Lüfte (2. v. h. l.), sondern zugleich auch ein echter Pechvogel. Zwischen 1971 und 1985 zählte er jahrelang zu den besten deutschen Torhütern, verpasste aber gleich mehrere Turniere. Bei der WM 1982 saß er dann aber sogar im Finale auf der Bank, später nahm er auch noch am Fußballturner von Olympia 1984 in Los Angeles teil . Er lebt heute wieder in seiner saarländischen Heimat. © imago
1. Franz Merkhoffer (574 Spiele): Der „Pferde-Franz“ wird wahrscheinlich auf ewig Eintrachts Rekordspieler bleiben. Nach dem Unfalltod von Jürgen Moll nahm er 1969 dessen Platz als linker Verteidiger ein und verpasste in den nächsten 14 Jahren gerade mal zehn Punktspiele. Während seiner Zeit als Fußballer hatte sich der unverwüstliche Linksfuß schon immer für Pferde sowie für den Reitsport interessiert. Neben seinem Haus in Rothemühle züchtete er Pferde. Vor den Toren der Stadt lebt er auch heute noch. © imago

Lässt Pedersen mit neuem System spielen?

„Es tut uns gut, dass wir jetzt zwei Wochen richtig gut trainieren können. Nach der Länderspielpause wollen wir mit neuer Energie zurückkommen“, hat Trainer Henrik Pedersen nach dem desaströsen 0:3 bei der SpVgg Unterhaching angekündigt. Am Mittwochabend bestreitet sein Team bei Magdeburg einen Test gegen den Sechstligisten FSV Barleben. Der Däne wird nicht umhinkommen, sein 4-3-3-System überdenken zu müssen.

Und er muss sich fragen, ob von ihm vorgesehene Korstettstangen wie Felix Burmeister, Jonas Thorsen und Stephan Fürstner als solche derzeit wirklich geeignet sind. „Der Kopf spielt momentan bei jedem Einzelnen mit, das ist unverkennbar und das braucht man auch nicht wegzudiskutieren“, sagt Kapitän Fürstner.

"Müssen wieder an einem Strang ziehen"

Der bundesligaerfahrene Onur Bulut hat gesagt: „Wir müssen wieder zurück zum einfachen Fußballspielen kommen und alle an einem Strang ziehen.“ Daraus kann man lesen: Es wird nicht einfach gespielt – und es ziehen nicht alle an einem Strang. Dies erkennt ein Ex-Nationalspieler wie Tobias Rau vielleicht auch schneller als so mancher Aufsichtsrat-Kollege. Das Ruder herumreißen wird er aber auch nicht können.

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Das ist der Spielplan von Eintracht Braunschweig:

16. Spieltag (26. November, 19 Uhr): SC Preußen Münster - Eintracht Braunschweig © imago / Kirchner-Media
17. Spieltag (1. Dezember, 14 Uhr): Eintracht Braunschweig - VfR Aalen © imago/Eibner
18. Spieltag (8. Dezember, 14 Uhr): Eintracht Braunschweig - Hallescher FC © imago/Eibner
19. Spieltag (15. Dezember, 14 Uhr): Energie Cottbus - Eintracht Braunschweig © imago/Christian Schroedter
20. Spieltag (22. Dezember, 14 Uhr): Karlsruher SC - Eintracht Braunschweig © imago/Sportfoto Rudel
21. Spieltag (27. Januar, 14 Uhr): Eintracht Braunschweig - Hansa Rostock © LUTZ BONGARTS
22. Spieltag (4. Februar, 19 Uhr): FSV Zwickau - Eintracht Braunschweig © imago/osnapix
23. Spieltag (10. Februar, 14 Uhr): Eintracht Braunschweig - SV Wehen Wiesbaden © imago/Martin Hoffmann
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