Der Stein des Anstoßes: Maik Lukowicz reckt den rechten Arm vor dem VfB-Block. © objectivo/Kugel

Hitlergruß-Affäre: Anzeige gegen Werder-Stürmer

Maik Lukowicz: „Ich habe den Arm gehoben ohne jeden symbolischen Hintergrund!"

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Eine vielleicht unbedachte, eklatante Provokation der VfB-Lübeck-Fans durch den Werder-U23 Stürmer Maik Lukowicz beim Regionalligaspiel am Freitagabend schlägt hohe Wellen, das Echo auf den LN-Sportbuzzer-Beitrag war bundesweit enorm. Kapitel zwei folgt jetzt - und Lukowicz muss sich warm anziehen. Wegen des Verdachts einer Straftat ist gestern „eine Anzeige geschrieben worden“, wie Polizeisprecherin Carola Aßmann dem LN-Sportbuzzer bestätigte.

Dem Werder-Spieler wird vorgeworfen, beim provokanten Jubel nach dem 2:0 für Bremen (Endstand 2:2) direkt vor dem Ultra-Block der Lübecker den rechten Arm in Richtung der Fans gereckt zu haben. Darauf war es zu wütenden Reaktionen und Bierbecherwürfen gekommen, ein Spielabbruch drohte. Viele erkannten in der Geste den sogenannten „Hitlergruß“, wie spontane Aussagen im Stadion und spätere Postings bei Facebook zeigten.

Ein Video, das HL-Sports gedreht hat (zu sehen auch bei Buten un Binnen/Radio Bremen), lässt nicht viel Spielraum für Spekulationen. Zu sehen ist in dem Clip auch, dass SVW-Kapitän Florian Bruns seinen jungen Kollegen sofort im Genick packte, ihn von der Szene entfernte. Auch Mitspieler Oliver Hüsing wirkte nicht entspannt, als er Lukowicz ebenfalls offenbar zur Ordnung rief. Der 19-Jährige selbst beteuert: „Ich habe beim Jubeln den Arm gehoben ohne jeden symbolischen Hintergrund. Es tut mir leid, wenn das Menschen anders interpretieren“, ließ er sich bei Werder-Online zitieren. Entscheidender aber ist, wie die Lübecker Staatsanwaltschaft den Fall bewertet. Das Oberlandesgericht Oldenburg hat 2010 jedenfalls entschieden: „Auch wer mit einem Hitlergruß nur provozieren will und dabei keine politischen Absichten verfolgt, macht sich nach § 86a StGB strafbar.“

Am Dienstag (30. September) soll der Staatsanwalt sich mit dem Fall befassen, ebenfalls Dienstag trifft sich das Präsidium des Norddeutschen Fußballverbandes, auch da wird der Fall auf der Tagesordnung sein. Und dann wird sich das Sportgericht damit beschäftigen. Denn der Schiri machte am Freitag aktenkundig, dass es Becherwürfe aus dem VfB-Fanblock gegeben hatte. Der VfB muss einen Bericht dazu abgeben, wird erklären, die Fans seien provoziert worden - eben durch die Aktion der Werder-Spieler, die demonstrativ vor der Ultra-VfB-Fanecke ihr Tor zum 2:0 gefeiert hatten. Bis dann Lukowicz mit gestrecktem rechten Arm dem Ganzen die Krone aufsetzte.VfB-Vorstandssprecher Thomas Schikorra: "Unsere Fans sind sicher keine Engel, aber diese Suppe werden wir nicht allein auslöffeln."

SV Werder Bremen VfB Lübeck Region/Mecklenburg Vorpommern

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