08. Oktober 2018 / 13:13 Uhr

Höchster Sieg von RB Leipzig seit 2012: „Auf dem Weg zu einer richtigen Einheit“

Höchster Sieg von RB Leipzig seit 2012: „Auf dem Weg zu einer richtigen Einheit“

Anne Grimm
Feiertagsstimmung bei RB Leipzig nach dem 6:0-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg und dem damit verbundenen zweiten Tabellenplatz. 
Feiertagsstimmung bei RB Leipzig nach dem 6:0-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg und dem damit verbundenen zweiten Tabellenplatz.  © 2018 Getty Images
Anzeige

RB Leipzig berauscht sich am höchsten Erfolg seit sechseinhalb Jahren und geht nun (fast) ohne Sorgen in die Länderspielpause. Ein Blick auf die schönsten Zahlen des Torfestivals gegen Nürnberg und die konstante Entwicklung der vergangenen Wochen.

Buzzer deine Meinung!
  • Fail
    -
    Fail
  • Läuft
    -
    Läuft
  • Krass
    -
    Krass
  • WTF
    -
    WTF
  • Kopf Hoch
    -
    Kopf Hoch
  • Peinlich
    -
    Peinlich
Anzeige

Leipzig. Verrückter Sonntag bei RB Leipzig: Nach dem 6:0 gegen den 1. FC Nürnberg beschlich einige Zuschauer im Stadion das Gefühl, das Team von Ralf Rangnick hatte vor der letzten Partie des siebenten Spieltags ganz genau auf die Tabelle geschaut. Denn nur ein Sechs-Tore-Sieg konnte die Rasenballer zur Länderspielpause auf den zweiten Bundesligaplatz katapultieren. „Das wäre vermessen gewesen, aber umso schöner, dass es genau gereicht hat“, freute sich Kapitän Willi Orban.

Die Rangnick-Elf hat innerhalb von nur zweieinhalb Wochen eine enorme Konstanz entwickelt. Drei Siege und ein Remis in der Bundesliga, der Erfolg in der Europa League. Allein über den historischen höchsten Ligaerfolg könnte man ein eigenes Statistikbuch füllen.

JETZT Durchklicken: die Bilder zum Spiel

RB Leipzig hat dem 1. FC Nürnberg sechs Tore eingeschenkt und sich mit dem Sieg auf Platz zwei geschossen. Zur Galerie
RB Leipzig hat dem 1. FC Nürnberg sechs Tore eingeschenkt und sich mit dem Sieg auf Platz zwei geschossen. ©
Anzeige

Timo Werner: Der deutsche Nationalstürmer trug mit zwei Toren zum furiosen Sieg gegen den Aufsteiger bei, leitete zwei Treffer ein. Der 22-Jährige erzielte gegen Nürnberg bereits sein 50. Bundesligator, nur vier Spieler (Klaus Fischer, Dieter Müller, Uli Hoeneß und Gerd Müller) waren beim Erreichen dieses Meilensteins jünger. Einziges Manko: Der vergebene Elfmeter – es war wettbewerbsübergreifend der vierte Strafstoß, den Werner im RB-Trikot nicht verwandelte.

Peter Gulacsi: Hatte der Keeper mehr Ballkontakte außerhalb als innerhalb des eigenen Strafraums? Zwei spektakuläre Aktionen Ende der ersten Halbzeit sind in Erinnerung geblieben: Der Ungar kam weit aus seinem Kasten, kickte bei einem Konter der Nürnberger als Verteidiger mit. Der 28-Jährige grinste anschließend: „Ja, ich habe auch mitgespielt.“ Er kann wieder lachen – nach nur einem Gegentore in drei Bundesligapartien. Zu Saisonbeginn hatte er nach vier Spieltagen schon achtmal hinter sich greifen müssen, weil die Abwehr vor ihm vogelwild agierte.

Marcel Sabitzer: Der Österreicher schnürte gegen den FCN seinen zweiten Bundesliga-Doppelpack, den ersten in einem Heimspiel. Es waren die ersten beiden Saisontore des 24-Jährigen, der nach seinen Schulterverletzungen wieder zur unverwüstlichen Form vergangener Zeiten findet. Auch privat ist der Nationalspieler glücklich: Nach dem 5:0 formte Sabitzer mit beiden Händen ein Herz – für seine Freundin und Model Katja Kühne.

DURCHKLICKEN: RB Leipzig gegen den 1. FC Nürnberg in der Einzelkritik

(1) Peter Gulacsi: Hält, was zu halten ist. Das Gegentor gehört nicht in diese Kategorie. Note 2. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Hält, was zu halten ist. Das Gegentor gehört nicht in diese Kategorie. Note 2. ©

Diego Demme: Er ist keine Maschine, auch wenn er innerhalb von zehn Wochen bei 15 von 16 Saisonspielen auf dem Rasen stand. In elf davon über die volle Distanz. Gegen Nürnberg glänzte der Mittelfeldmotor wieder mit Bestwerten: 103 Ballaktionen, die meisten im Spiel. Demme wäre liebend gern zur A-Nationalmannschaft und Jogi Löw gefahren: Doch dem 26-Jährigen werden ein paar ruhigere Tage vor den nächsten englischen Wochen auch ganz gut tun.

Kevin Kampl: Erzielte in seinem 100. Bundesliga-Spiel sein erstes Saisontor und bereitete das 3:0 vor. Der Antreiber ist in dieser Woche körperlich an seine Grenzen gestoßen, musste deshalb gegen Nürnberg zur Pause raus, plagte sich nach dem Spiel mit Schüttelfrost. „Mein Hüftbeuger hat zu gemacht. Ich war auch die ganze Woche krank, habe viele Tabletten eingenommen“, sagte der Mittelfeldspieler. Nach dem MRT-Termin am Montag wurde entschieden: Die Probleme am Hüftbeuger sind zu groß. Der Mittelfeldregisseur wird nicht zur slowenischen Nationalmannschaft reisen und stattdessen ein Reha-Programm in Leipzig absolvieren.

Mehr zu RB Leipzig - 1. FC Nürnberg (6:0)

Premieren für RB Leipzig: Zwei Tore nach sieben Minuten und drei Treffer nach 21 Minuten gab es für RB in der Bundesliga noch nie. Am Ende stand der höchste Sieg seit sechseinhalb Jahren zu Buche. Im Februar 2012 gewannen die Leipziger in der Regionalliga mit 8:2 gegen Wilhelmshaven. Rangnick sagt: „Es ist unübersehbar, dass wir wieder auf dem Weg zu einer richtigen Mannschaft und Einheit sind. Wenn wir das aufrechterhalten können, dann ist vieles möglich.“ In der Bundesligatabelle sind die Leipziger auf Platz zwei und drei Zähler hinter Dortmund ganz oben dabei. Kampl meint: „Wir gucken nicht auf die Bayern, aber natürlich ist es für die Liga ganz gut, wenn es mal ein bisschen spannender wird.“

In dieser Woche schaltet RB Leipzig aber erstmal einen Gang runter, geht ohne Sorgen in die Länderspielpause. Die sechs Profis, die noch am Cottaweg sind, genießen vom 13. bis 15. Oktober ein verlängertes, freies Wochenende genauso wie der komplette Trainerstab.

Nachdem bisher kein einziges Heimspiel in dieser Saison ausverkauft war, hofft Rangnick nach dem 6:0 auch auf einen Effekt auf den Rängen: „Für die Zuschauer war es klasse – ich hoffe nun, dass in den nächsten Heimspielen die Hütte richtig voll wird.“ Am 20. Oktober steht zunächst die Auswärtsaufgabe in Augsburg auf dem Programm. Dann kommen mit Celtic Glasgow und Schalke zwei äußerst attraktive Gegner ins eigene Stadion.

Die aktuellen TOP-THEMEN

Mehr Fußball aus der Region

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

Anzeige
Sport aus Leipzig
Sport aus aller Welt