14. Februar 2019 / 14:23 Uhr

Kommentar zum Pyro-Vorstoß von Bernd Hoffmann: Der HSV-Boss setzt ein wichtiges Zeichen!

Kommentar zum Pyro-Vorstoß von Bernd Hoffmann: Der HSV-Boss setzt ein wichtiges Zeichen!

Roman Gerth
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Die Ultras fühlen sich beim Thema Pyrotechnik seit langer Zeit nicht richtig verstanden. HSV-Boss Bernd Hoffmann geht nun offensiv einen Schritt auf sie zu. SPORTBUZZER-Redakteur Roman Gerth meint: richtig so!
Die Ultras fühlen sich beim Thema Pyrotechnik seit langer Zeit nicht richtig verstanden. HSV-Boss Bernd Hoffmann geht nun offensiv einen Schritt auf sie zu. SPORTBUZZER-Redakteur Roman Gerth meint: richtig so! © Verwendung weltweit
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Pyrotechnik sorgt in deutschen Stadien immer wieder für Ärger. HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann will mit einem neuen Vorstoß wieder Fahrt in die Diskussion bringen - und sich den Fans nähern. SPORTBUZZER-Redakteur Roman Gerth erklärt, wieso das der richtige Schritt ist.

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Eine Straftat als Teil der Fankultur in Deutschland zu bezeichnen, ist sicherlich gewagt. Doch genau das tut Bernd Hoffmann. Der Vorstandsvorsitzende des Fußball-Zweitligisten Hamburger SV behauptet sinngemäß, dass Pyrotechnik in Stadien nun mal dazugehört. Aus diesem Grund fordert er ein Umdenken: Bengalos & Co. sollen legalisiert werden. Die Frage ist nur: in welcher Form?

Mit dem Vorstoß macht er sich bei den Ultragruppen in Hamburg und bundesweit viele Freunde. Andere Klubverantwortliche schütteln vermutlich den Kopf, die Polizei und Sicherheitskräfte ebenfalls.

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Fankultur und Sicherheit müssen gewahrt sein

Grundsätzlich traut sich HSV-Boss Hoffmann mit dem Vorstoß aber etwas, das dem Profifußball gut zu Gesicht steht: die Forderung nach einem Dialog mit den Anhängern zu diesem kontroversen Thema. Damit setzt er ein wichtiges Zeichen. Wenn er Verständnis für beide Seiten – die Fankultur auf der einen und die Wahrung der Sicherheit auf der anderen – schaffen kann, ist sein Ansatz zu begrüßen.

Dann muss der HSV aber auch wirklich als Vorreiter auftreten. Mit 100.350 Euro liegen die Hansestädter in der Rangliste der Strafen für Pyro-Vergehen in der laufenden Saison auf Rang drei. Der Austausch mit den HSV-Ultras muss also dringend zu Verbesserungen führen.

Klar ist: Selbst kontrolliertes Abbrennen von bis zu 2000 Grad heißen Feuerwerkskörpern ist und bleibt zu gefährlich. Während der Deutsche Fußball-Bund (DFB) aus Hoffmanns Sicht jedoch nur inkonsequent nach Lösungen sucht, taugt sein Vorstoß bei einem der größten Pyro-Problemklubs zumindest als neue Chance in einer festgefahrenen Diskussion.

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Oliver Kahn: In nur einem Spiel leistete sich Oliver Kahn 1999 gleich zwei Ausraster. Beim 2:2 gegen den BVB fiel er nicht nur aufgrund seines Kung-fu-Tritts in Richtung von Stephane Chapuisat negativ auf, sondern auch mit einem Biss gegen Heiko Herrlich. Zwar gab der heutige Leverkusen-Trainer später zu, den FCB-Keeper auf Empfehlung von Jürgen Kohler provoziert zu haben, doch mit Kahns Ohr-Knabberei war wirklich nicht zu rechnen. ©

Die Ultraszene ist offen

Die deutsche Ultraszene ist prinzipiell offen – doch nach den abgebrochenen Gesprächen seitens des DFB haben sich die Fronten erneut verhärtet. Hoffmann sorgt wieder für eine Annäherung, die Vorbildcharakter hat.

Klar ist auch: Eindrucksvolle Choreografien und hell erleuchtete Stadien sind aus ästhetischer Sicht ein Gewinn für alle Zuschauer. Wenn das mit „kalter Pyro“ ohne Sicherheitsbedenken möglich ist, gibt es fortan keine Gründe gegen diesen Teil der Fankultur.

Mehr zur Pyro-Diskussion

Es ist also durchaus vertretbar, sich wie HSV-Vorstandschef Hoffmann für die Legalisierung von Pyrotechnik auszusprechen. Unter veränderten Vorzeichen – denn dann ist das Abbrennen von Bengalos und Feuerwerkskörpern in Stadien auch keine Straftat mehr. Und genau das muss das Ziel der neu entfachten Diskussion sein.

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