23. Januar 2018 / 10:03 Uhr

Hohe Geldstrafen für Lok Leipzig und Chemie nach Derby-Ausschreitungen

Hohe Geldstrafen für Lok Leipzig und Chemie nach Derby-Ausschreitungen

Matthias Puppe
Wasserwerfereinsatz vor den Fans von Lok Leipzig
Wasserwerfereinsatz vor den Fans von Lok Leipzig © Imago
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Die Partie im November war mehrfach wegen drohendem Platzsturm der Lok-Hooligans, aufgebrochenen Toren und Pyrotechnik auf beiden Seiten unterbrochen worden.

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Leipzig. Nach den Ausschreitungen beim Regionalliga-Lokalderby zwischen dem 1. FC Lokomotive und Chemie Leipzig hat das Sportgericht des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) seine Urteile gefällt. Gastgeber Lok Leipzig wird zu einer Geldstrafe in Höhe von 12.000 Euro verurteilt, Chemie soll 10.000 Euro bezahlen. Zudem wurden für die nächsten Derbys jeweils Beschränkungen der Zuschauerkapazität erlassen – diese allerdings zur Bewährung ausgesetzt.

Teilsummen der vergleichsweise harten Geldbußen für beide Vereine können laut Verband jeweils bis Ende Mai auch für sicherheitstechnische, infrastrukturelle und gewaltpräventive Maßnahmen verwendet werden – am Ende blieben so 8000 Euro reine Geldstrafe für Lok und 7000 Euro für Chemie übrig.

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Die Einschränken für Zuschauer sollen jeweils für ein Derby-Heimspiel gelten: Spielen die Mannschaften im Bruno-Plache-Stadion, darf Lok nur 3000 Tickets verkaufen, beim nächsten Aufeinandertreffen im Leutzscher Kunze-Sportpark wurde die Kapazität auf 2000 Zuschauer begrenzt. Zudem sollen die Fanszenen jeweils besonders überwacht werden, darf kein Sicherheitsaufschlag erhoben und kein Public Viewing angeboten werden. Sollte es bis Ende des Jahres allerdings keine schwerwiegenden Wiederholungsfälle geben, wird der Teilausschluss nicht durchgesetzt, so der NOFV weiter.

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Ausschlaggebend für die Urteile gegen beide Vereine waren laut Fußballverband nicht nur die Vorfälle beim eskalierten Derby am 22. November im Bruno-Plache-Stadion. Die Strafe gegen die Probstheidaer beinhaltet so neben der Pyrotechnik im Fanblock und dem Bierbecherwurf auf Gästetrainer Demuth auch den Platzsturm von Lok-Anhängern beim Hinspiel in Leutzsch am 29. Juli. Auf Chemie-Seite zählen neben der Pyrotechnik in Probstheida auch die Anfeindungen gegen den Schiedsrichter beim Heimspiel gegen Altglienicke am 28. Oktober in das Urteil mit hinein.

Beide Richtersprüche sind noch nicht rechtskräftig. Chemie hat bereits angekündigt, gegen die Strafen vorgehen zu wollen. "Nach erster Sichtung des Urteils beschloss der Vorstand der BSG Chemie, das Urteil wegen diverser Bedenken zu Strafhöhe, Begründung und Form anzufechten", hieß es aus dem Kunze-Sportpark. Dabei sollen nicht die Vorkommnisse grundsätzlich in Frage gestellt werden. Chemie sei bereit, "dafür auch angemessene Konsequenzen zu tragen. Das Abfeuern von Raketen wird vom Verein ebenso wie jede Gewalt im und vor dem
Stadion nicht toleriert und auch vereinsintern ausgewertet und gegebenenfalls geahndet."

Für Lok Leipzig erklärte Geschäftsführer Martin Mieth am Dienstag: "Wir werden das Urteil in Ruhe analysieren und dann zusammen mit unserem Rechtsbeistand entscheiden, ob wir gegen das Urteil Rechtsmittel einlegen.“

Das Regionalliga-Derby zwischen dem 1. FC Lok und Chemie am 22. November im Probstheidaer Bruno-Plache-Stadion musste mehrfach vom Schiedsrichter unterbrochen werden – unter anderem weil im Lok-Fanblock die Tore zum Innenraum aufgebrochen worden waren, die Polizei gegen Lok-Hooligans vorgehen musste und auf beiden Seiten jede Menge Pyrotechnik gezündet wurde. 

Grundlage der juristischen Beurteilung der Vorfälle bilden vor allem der Schiedsrichterbericht von Henry Müller sowie der Sonderbericht vom ebenfalls am 22. November im Bruno-Plache-Stadion anwesenden Spielbeobachter des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV). Zudem zogen die Sportrichter auch Fernsehbilder des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) hinzu.

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