Markus-Anfang-Sonja Paar Musste sich für seine Einwechselungen rechtfertigen: KSV Holstein Coach Markus Anfang. © Paar
Markus-Anfang-Sonja Paar

Holstein Kiel: Anfangs bitterer Kontakt mit der Drittliga-Realität

Holstein-Cheftrainer verirrt sich beim 2:2 gegen Aalen personell im Dickicht der Fußball-Hochkultur

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Die Protagonisten des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel kämpften nach dem 2:2 gegen den VfR Aalen ebenso erfolglos gegen ihr Stimmungstief an wie zuvor beim Versuch, eine vermeintlich sichere 2:0-Halbzeitführung ins Ziel zu retten. In Mittelpunkt der Diskussionen rückte ein Spieler, der in
verkorksten zweiten Halbzeit gar nicht mehr auf dem Rasen des Holsteinstadions stand: Mittelfeld-Abräumer Dominic Peitz. Der 32-Jährige war nach einer Gelben Karte und einem folgenlosen Handspiel zur Pause in der Kabine geblieben. „Um bei diesem Schiedsrichter nicht wie zuletzt beim FSV Frankfurt in Unterzahl zu geraten“, erklärte Störche-Cheftrainer Markus Anfang seine Sicherheitsüberlegungen. Als Ersatz betrat Tim Siedschlag das Feld, der zunächst auf der 8er-Position agierte. Den „Staubsauger“ auf der „Sechs“ gab fortan Alexander Bieler. Wie schon beim 2:2 in Chemnitz, als der Ex-Sandhausener als Peitz-Vertreter eine passable Vorstellung abgeliefert hatte.

Doch die Aalener mühten sich nicht um sächsische Fußball-Hochkultur. Im Bewusstsein der Chancenlosigkeit stellte VfR-Coach Peter Vollmann sein System vom 4-2-3-1 auf ein 4-4-2 um, ließ seine Schützlinge zudem mit dem vergleichsweise einfachen Stilmittel der langen Bälle und großen
Kämpferherzen dem Rückstand hinter laufen. Es wäre das ideale Betätigungsfeld für Peitz als Vorzeige-Zweikämpfer und Galionsfigur für defensive Kopfballduelle gewesen. Oder für einen ähnlichen Spielertyp vom Schlage eines Niklas Hoheneder.

Doch Anfang wollte den auf dem Silbertablett liegenden „Dreier“ nicht verteidigen, sondern wie in Durchgang eins erspielen – ein Trugschluss .„Stumpf zu verteidigen, das ist nicht unsere Art, Fußball zu spielen. Deshalb habe ich in der 63\. Minute auch Luca Dürholtz gebracht“, sinnierte der 42-Jährige nach der Partie um eine Drittliga-Erfahrung reicher. Denn erst nach dem Ausgleich durch Matthias Morys (79.) erinnerten sich die Störche ihrer selbsterwählten Stärke. Fortan indes bedurfte es der erhofften Kopfballstärke des Last-Minute-Transfers Ilir Azemi, um notfalls mit der Brechstange den aus der Hand gegebenen Sieg doch noch zu erzwingen. Hoheneder blieb an diesem Nachmittag arbeitslos. Einen Zusammenhang zwischen der Peitz-Auswechslung und dem Leistungsabfall der Kieler wollte Anfang nicht herstellen. „Das würde bedeuten, dass wir von einem Spieler abhängig sind. Aber wir haben 24 Spieler im Kader und vertrauen jedem des 18er-Aufgebotes pro Spieltag.“ Man habe durch zu viele individuelle Fehler im Spielaufbau die Kontrolle gegen zuvor chancenlose Gäste verloren. Zu wenig Bälle in vorderster Front festgemacht. Die Konter nicht klug zu Ende gespielt und die zwei

Großchancen von Dominick Drexler (73., 90.) nicht genutzt.

„Beim FSV Frankfurt haben wir 60 Minuten gut gegen den Ball gearbeitet. Heute gegen Aalen 45 Minuten gut Fußball gespielt. Das müssen wir jetzt zusammenbringen“, lautete Anfangs Analyse vor der 17-teiligen Restrunde. Getreu der der Realität entsprechenden Maxime: Spielerische Finesse plus schlichte Arbeit gleich Erfolg in Liga drei.
Region/Kiel Holstein Kiel (Herren)

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