erzgebirge Schön ist anders: Die Profis des Fußball-Zweitligisten Erzgebirge Aue feierten am Sonnabend ihren Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg wie seit November 2015 gewohnt auf einer Großbaustelle. © imago/Picture Point
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Holstein Kiel: Baustellen-Flair in Liga zwei

Sorgen wegen des Holsteinstadions eher unbegründet: Aue spielt seit Ende 2015 zu Hause mit DFL-Sondergenehmigung

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Muss Fußball-Zweitliga-Aufsteiger Holstein Kiel im Falle des Klassenerhaltes in der kommenden Saison umziehen? Diese Sorge bewegt die Anhänger der Störche, nachdem bekannt wurde, dass der angedachte Zeitplan für den Bau der neuen Tribüne im Holteinstadion mit rund 5000 Plätzen  nicht zu halten ist und damit eine der Auflagen im Lizenzierungsverfahren der Deutschen Fußball Liga (DFL) zum Beginn des Spieljahres 2018/18 unerfüllt bleibt. Gefordert ist dann ein minimales Fassungsvermögen von 15000 Besuchern.

Die ursprünglichen Planungen sahen vor, die Gästekurve im Ostbereich des Stadions (2400 Plätze) Anfang November abzureißen. Da die Bausumme (10,4 Millionen Euro) aber oberhalb des in der EU geltenden Schwellenwertes von gut fünf Millionen Euro liegt und deutlich mehr als 50 Prozent des Investitionsvolumens aus Steuergeldern stammt (sieben Millionen vom Land Schleswig-Holstein, 1,7 Millionen Euro aus dem Stadtsäckel), müssen die Aufträge europaweit ausgeschrieben werden – ein Prozedere, das Zeit kostet.

​Ehemaliger Sportchef erwartet keine Probleme für Holstein

Während die DFL trotz schriftlicher Anfrage am Montag noch keine Stellungsnahme zur aktuellen Lage an der Förde abgab, sieht Uwe Stöver, der künftige Sportdirektor beim Kieler Liga-Rivalen FC St. Pauli, keine Probleme auf die Störche zukommen. „Es ist noch nie dagewesen, dass die DFL wegen baulicher Verzögerungen einem Verein die Lizenz entzieht oder einen Umzug in eine Ausweich-Arena vorschreibt, wenn ansonsten die Grundvoraussetzungen stimmen“, so der 50-Jährige, der von Dezember 2015 ein halbes Jahr lang als Sportchef bei der KSV Holstein tätig war: „Wichtig ist, die DFL stetig mit den entsprechenden Unterlagen zu versorgen.“

Stöver kennt die Gemengelage aus eigener Erfahrung während seiner Zeit beim FSV Frankfurt (2009 bis 2015). Nach dem Umbau der drei Stadionseiten Nord, Süd- und Gegentribüne wurde die ehemals als Bornheimer Hang bekannte Heimstätte der Schwarz-Blauen nach fast anderthalb Jahren am 23. Juli 2009 eröffnet. In dieser Phase habe der FSV, so Stöver, ein Jahr in der Arena des „großen Frankfurter Bruders“, der Eintracht, auflaufen müssen. Bei laufendem Spielbetrieb fand ab Januar 2012 der zweite Teil der Modernisierung, die Rekonstruktion der Haupttribüne, statt. Bei deren Abriss wurde Altöl unter der alten Bodenplatte gefunden, was zu Mehrkosten und Zeitverzögerungen führte, da die verseuchte Erde ökologisch verträglich abgetragen werden musste. Trotz des eingeschränkten Fassungsvermögens von weniger als 10000 Zuschauern durfte der FSV damals mit einer DFL-Sondergenehmigung seine Zweitliga-Partien im heutigen Volksbank-Stadion austragen. Die neue Haupttribüne war erstmals am 24. November 2012 nutzbar. Die Besonderheit: Auch nach Fertigstellung bot das Stadion lediglich 12542 Besuchern Platz.

​Erzgebirge Aue spielt seit 2015 auf einer Baustelle

Auf einer Großbaustelle kämpft auch Zweitligist Erzgebirge Aue seit Ende 2015 um seine Heimpunkte. „Wir arbeiten seit vielen, vielen Jahren mit Ausnahmegenehmigungen und Notlösungen. Wir haben aber stets die Vorgaben erfüllt und deshalb nie Probleme mit der DFL bekommen“, sagt Peter Höhne, Pressesprecher der Sachsen. In drei Abschnitten wird das alte Erzgebirgsstadion voraussichtlich bis zum Ende dieses Jahres für knapp 20 Millionen Euro – der Erzgebirgskreis als Eigentümer hat dafür einen Kredit in Höhe von 15 Millionen Euro aufgenommen, der Klub zahlt jährlich 350000 Euro Pacht – auf modernsten Stand gebracht. Bei laufendem Spielbetrieb im Bundesliga-Unterhaus und einem Fassungsvermögen von knapp 10000 Zuschauern.

​Holstein Kiel informiert über die Stadion-Pläne

Wie sieht der Zeitplan für den Umbau des Holstein-Stadions aus? Was bedeutet die neue Gästetribüne für die Anwohner? Antworten auf diese Fragen gibt es am heutigen Dienstag ab 18 Uhr im „Holsteiner“ (Holstein-Stadion, Westring 501). Der Fußball-Zweitligist KSV Holstein lädt die Anwohner der Stadtteile Wik und Projensdorf ein, um mit Stadtrat Gerwin Stöcken und Ulrike Pollakowski (Ortsbeiratsvorsitzende Wik) über die Stadion-Pläne zu informieren.

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