holstein 20.5. molter Jubel bei Holstein Kiel nach dem 3:0 gegen Halle. © Frank Molter
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Holstein Kiel beendet Saison mit 3:0-Sieg

3:0-Heimerfolg gegen Halle Auftakt zur Mega-Aufstiegs-Party

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Fünfter Sieg am Stück, 13. Spiel in Folge ungeschlagen, beste Heimmannschaft der Liga, mit Abstand bestes Torverhältnis der Konkurrenz – Fußball-Zweitliga-Aufsteiger Holstein Kiel „beerdigte“ die Dritte Liga mit einem überzeugenden 3:0 (2:0)-Heimerfolg gegen den Halleschen FC. Die Treffer von Steven Lewerenz (26.), Marvin Ducksch (42.) sowie das HFC-Eigentor von Bejamin Pintol (52.) reichten zwar nicht, um dem MSV Duisburg (4:1 gegen Zwickau) im Saison-Schlussakkord die Meisterschaft streitig zu machen. Doch der
Schlusspfiff vor 9243 Zuschauern war dennoch der Anpfiff zur größten Fußball-Party in der Geschichte Kiels.

Die Ehrenrunde vor dem letzten Warmmachen, die letzte Mannschaftsaufstellung, verlesen von Stadionsprecher York Lange, die letzte phantastische Choreo auf den ausverkauften Rängen – das letzte Drittligaspiel der Störche zog alle Besucher schon vor dem letzten Anstoß in den Bann. Selbst den Wettergott, der anlässlich des Spiels seines irdischen Fußball-Vertreters, Holstein-Rechtsverteidiger Patrick Herrmann, die Regenwolken zur Seite schob.

Auch Störche-Cheftrainer Markus Anfang öffnete sein Herz unter dem Stichwort „Wertschätzung“ und gegen den Halleschen FC rotierte Torwart Robin Zentner, Linksverteidiger Patrick Kohlmann und Mittelfeld-Techniker Luca Dürholtz in die Startelf – samt und sonders Akteure, die zuletzt wenig bis gar keine Einsatzzeiten erhalten, ihre Qualität in der Vergangenheit aber bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt hatten.

„Kanonenkugeln“ hatten die Gäste von der Saale als Aufstiegsgeschenk für die Kieler im Gepäck. Kleine Schokobällchen aus der ältesten Schokoladenfabrik Deutschlands, den Halloren-Werken. Die Sahnestücke indes lieferten die nach ihrem „Malle“-Kurztrip keineswegs müden Störche selbst. Schon nach 85 Sekunden hatte Dürholtz die Chance zur KSV-Führung, scheiterte aber an Oliver Schnitzler zwischen den HFC-Pfosten.

In der 26. Minute eines munteren Kicks ohne große Stressmomente war es dann aber soweit. Der laut Gerüchten von Fortuna Düsseldorf und Bundesliga-Absteiger Darmstadt umworbene Störche-Turbo Kingsley Schindler schmetterte Schnitzler die Kugel auf die Brust, von dort prallte der Ball Steven Lewerenz vor die Füße. Der Holstein-Torjäger hatte keine Mühe, mit seinem elften Saisontreffer zum 1:0 abzustauben.

Ekstatischer Jubel auf den Rängen – und die Ultras auf der Westtribüne  skandierten  voller Inbrunst: „Wir holen die Meisterschaft und den Pokal, Holstein Kiel international!“ Dazu den passenden Smash-Hit aller Fußballfans beim Sprung auf Tabellenplatz eins: „Hey, Hey, Spitzenreiter, Spitzenreiter!“ Hintergrund der euphorischen Gesänge: In Duisburg stand es zu jenem Zeitpunkt 1:1.  Ein Ergebnis, das Holstein Kiel  den Drittliga- Meisterpokal gesichert hätte.

Die Zebras erhöhten zwar bis zur Pause auf 2:1. Das allerdings ging im Jubel über das 2:0 der Störche unter. Von wegen „Sangria-Auslaufen“! Stattdessen gab’s einen Hochgeschwindigkeits-Konter mit Brillanten und Diamanten besetzt, spielerisch leicht, perfekt, zweitligareif.  Schindler passte auf Lewerenz, der Marvin Ducksch (42.) bediente, der wiederum  ohne Probleme  ins Netz des HFC-Gehäuses traf.

Die Mannen aus Sachsen-Anhalt hatten in Durchgang eins nur einmal den Torschrei auf den Lippen. Als Zentner einen 20-m-Freistoß von Martin Röser (38.) mit den Fingerspitzen ans Aluminium lenken konnte. Ein Duell, das sich direkt nach der Pause wiederholte. Diesmal schoss Röser den Ball aus 17 Metern. Zentner tauchte reaktionsschnell ab und wehrte auch noch den Nachschuss von Tobias Müller ab.

Zielsicherer – wenn auch wider Willen – zeigten sich die arg ersatzgeschwächten, mit nur 16 Akteuren angereisten Hallenser im eigenen Strafraum. Nach der ersten Ecke für Holstein, getreten durch Altmeister Kohlmann, boxte Schnitzler (52.) seinem Kollegen Benjamin Pintol die Kugel an den Kopf, die von dort zum 3:0 in die Maschen flog. Stadionsprecher York Lange, dem Anlass entsprechend in einen blauen Anzug und rote Krawatte gekleidet, rief den nach einem Bandscheibenvorfall erstmals seit dem 16. September 2016 wieder in Liga drei
zum Einsatz gekommenen Kohlmann voller Begeisterung als Torschützen aus.

Von nun driftete das Treiben endgültig in den Festtags-Modus über. Die Störche schossen und kombinierten weiter, boten ihrem Anhang beste Unterhaltung. Gestört lediglich von einigen aggressiven Idioten unter den rund 250 Halle-Sympathisanten, deren versuchter Platzsturm durch das rigorose Eingreifen der Polizei verhindert wurde. Der Kieler Anhang beantwortete das von hohem Gewaltpotenzial geprägte Verhalten der schwarz gekleideten Kriminellen aus Sachsen-Anhalt mit noch lauteren „Holstein, Holstein“- Rufen. Um 15.17 Uhr fiel der Schluss-Vorhang für die Dritte Liga. Es öffnete sich die Zweitliga-Bühne mit einer XXXL-Party.

Holstein Kiel – Hallescher FC 3:0 (2:0)

Holstein Kiel:
Zentner – Herrmann, Schmidt, Czichos, Kohlmann (75. Lenz) – Peitz – Schindler, Bieler (56. Siedschlag),  Dürholtz, Lewerenz – Ducksch (59. Fetsch).

Halle:
Schnitzler – Lindenhahn, Fennell, Barnofsky (59. Wallenborn), Baumgärtel  – T. Müller, Diring – Ajani, Pintol, Röser (80. Neumann) – El-Helwe.

Schiedsrichter:
Robert Schröder (Hannover) – Tore: 1:0 Lewerenz (26.), 2:0 Ducksch (42.), 3:0 Pintol (52./Eigentor) – Zuschauer: 9243.

Region/Kiel Holstein Kiel (Herren) Holstein Kiel 3. Liga Deutschland 3.Liga (Herren)

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