awuku Auch der mit 17 Jahren jüngste Spieler im KSV-Profikader, Mittelstürmer Noah Awuku (li.), reist mit nach Herzlake. © Paesler
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Holstein Kiel betreibt Teamgeist-Pflege in „Schmerzlake“

Die Verletzten reisen mit ins Trainingslager - Test gegen Donezk als Höhepunkt

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„Schmerzlake“ ist unter deutschen Fußball-Profis ein fester Begriff. Erfunden hat ihn der damalige Kapitän des Bundesligisten Hamburger SV, Jürgen Hartmann, im Winter 1995/96, als Trainer Felix Magath in Herzlake ein Trainingslager abhielt, in dem die Rautenträger unvergessliche körperliche Grenzerfahrungen machten. Tatort der Knochenarbeit unter „Quälix“ war das Romantik Hotel Aselager Mühle, wo Zweitliga-Aufsteiger Holstein Kiel bis zum 8. Juli seine Vorbereitung auf die am letzten Juli-Wochenende beginnende Saison 2017/18 fortsetzt.

Der keineswegs romantische Übungsstil des Ex-Nationalspielers führte seinerzeit zur Uefa-Cup-Qualifikation des HSV. Holstein hingegen visiert 21 Jahre später „nur“ den Verbleib in der zweiten Spielklasse an, doch auch ansonsten haben die beiden Trainingslager lediglich die geografische Lage gemein. Zwar werden die Störche in dem kuscheligen Vier-Sterne-Sporthotel selbstverständlich auch an ihrer Fitness arbeiten, aber Magaths Methoden sind von der modernen Trainingslehre längst ins Abseits gestellt worden. Im Verbund mit taktischen Schulungen und den anspruchsvollen Testspielen gegen Champions-League-Teilnehmer Schachtjor Donezk (Mittwoch, 17.30 Uhr in Neuenkirchen) sowie den Regionalligisten Borussia Mönchengladbach II (Freitag, 17.30 Uhr in Nordhorn) stellt KSV-Coach Markus Anfang das Teambuilding in den Vordergrund des Aufenthalts im Emsland.

Das macht Sinn. Denn die mannschaftliche Geschlossenheit war neben der spielerischen Potenz die wichtigste Komponente beim Aufstiegs-Triumph. Ein wertvolles Pfund, das gemeinsam mit den sieben Neuzugängen David Kinsombi, Utku Sen, Sebastian Heidinger, Rene Guder, Lukas Kruse, Atakan Karazor und Amara Conde bewahrt und gepflegt werden soll. „Jeder Spieler kann sich in den fünf Tagen ohne äußere Einflüsse in der Gruppe bewegen und Zeit verbringen“, erläuterte Holstein-Sportchef Ralf Becker am Tag vor der Abfahrt. Die Gewissheit solle vertieft werden, „dass Ziele nur erreicht werden, wenn man sich als Mannschaft präsentiert“. Bei den Neuzugängen habe man ohnehin darauf geachtet, dass diese „genauso ticken wie das Aufstiegsteam“.

Im Sinne der (noch zu vertiefenden) Gemeinschaft bleiben lediglich die vom Pfeifferschen Drüsenfieber noch geschwächten Profis Luca Dürholtz und Arne Sicker sowie der aussortierte Mittelstürmer Mathias Fetsch in Kiel. Die Verletzten Dominic Peitz (Rücken), Patrick Herrmann (Wadenmuskel), Christopher Lenz (Adduktoren), Alexander Mühling (Kniereizung), Joel Gerezgiher (Muskelfaserriss) und Karazor (Bänderriss im Sprunggelenk) können, versicherte Becker, in der Anlage mit Pool und Fitness-Center von den drei Physiotherapeuten genauso optimal behandelt werden wie in Kiel. Um verschiedene Spielformen praktizieren zu können, reisen die KSV-Nachwuchskräfte Julius Alt (U23) und Barne Pernot mit nach Herzlake.

In seinem Quartier wird es dem Holstein-Tross an nichts fehlen. Neben einem den Fifa-Normen entsprechenden Fußballplatz bietet das Hotel u. a. einen Sauna- und Spa-Bereich, ein Indoor-Schwimmbad und drei Tennisplätze. In diesem „Schmerzlake“ sollte sich der Teamgeist wohlfühlen.Am Abend gab die KSV bekannt, dass Mathias Fetsch sich mit sofortiger Wirkung dem Halleschen FC anschließt. Der 28-jährige Stürmer löste seinen bis Juni 2018 laufenden Vertrag bei den Störchen auf und unterschrieb beim Drittligisten einen Kontrakt bis Juni 2019. „Wir bedanken uns bei Mathias, der in der Aufstiegssaison in sportlicher und menschlicher Hinsicht ein wichtiger Faktor gewesen ist“, sagte Holsteins Sportchef Ralf Becker.

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