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Holstein Kiel: Der Mannschaftsspieler Stefan Thesker

Redaktion Sportbuzzer
Proben für den Ernstfall: Stefan Thesker (re.) im Duell mit Osnabrücks Marcos Álvarez beim 6:3 im Test vor fünf Tagen. © Cathrin Mueller

Zweite Liga: Stefan Thesker ist Bankdrücker bei Holstein – doch er lobt den Teamgeist und wahrt die Ruhe

Der Sommer ist in Kiel offenbar endgültig vorbei. Das Trainingszentrum der KSV Holstein in Projensdorf ist am Dienstag im Würgegriff von Regen und Wind. Einen hat es erwischt: Dominik Schmidt. Der Innenverteidiger hat sich erkältet, wird am Vormittag aus dem Training von Holstein Kiel genommen. So reduziert sich die Anzahl gelernter Innenverteidiger in der Nachmittagseinheit auf ein Duo aus Hauke Wahl – und Stefan Thesker. Der vor der Saison zur KSV gewechselte Defensivspezialist ist bisher noch ohne Pflichtspiel-Einsatz bei den Profis. Woran liegt es? „Die Position des Innenverteidigers ist die, auf der neben der Torwartposition am wenigsten durchgewechselt wird“, sagt Thesker.

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Wer aus seinen Worten Bedauern herausliest, liegt aber falsch. Der 27-Jährige ist gut aufgelegt, entspannt. Schließlich ist er Teil von etwas Größerem, das da in Kiel zusammenwachsen soll. „Unabhängig von der individuellen Qualität haben wir eine überragende Einstellung in der Mannschaft. Das habe ich so noch nie erlebt.“ Dabei hat Stefan Thesker schon so manches in seiner Karriere erlebt. Mit 14 geht er in die Niederlande zu Twente Enschede, kehrt mit 20 nach Deutschland zurück, über die TSG Hoffenheim im Sommer 2014 zu Hannover 96, nach einem halben Jahr weiter zur SpVgg Greuther Fürth. Im Januar 2016 der Schritt zurück über die Grenze zu Twente. Horror-Diagnose Hodenkrebs, Behandlung, schnelles Comeback. Thesker wird Leistungsträger, Kapitän – und steigt nach der vergangenen Saison ab.

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Die elf erfolgreichsten Fußballprofis aus der Jugend von Holstein Kiel:

Andreas Köpke ist zweifelsohne der bekannteste Jugendspieler von Holstein Kiel. Insgesamt 16 Jahre schnürte er seine Fußballschuhe für die Störche. Nach seiner Zeit in Kiel spielte er für den SC Charlottenburg, Hertha BSC, den 1.FC Nürnberg, Eintracht Frankfurt und Olympique Marseille.Seine größten Erfolge als Spieler waren die Titel bei der EM 1996 (als Stammtorhüter) und bei der WM 1990 (als dritter Torhüter). Als Torwarttrainer gewann er die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. © Beckmann
André Bistram spielte bei Schleswig 06 und bei Eutin 08, bevor er in die Jugend von Holstein Kiel ging. In der Saison 1984/85 war Bistram mit elf Toren bester Torschütze des Vereins, und in der Saison 1985/86 wurde er sogar Torschützenkönig in der Oberliga Nord mit 27 Toren. Insgesamt erzielte Bistram in 111 Spielen für die KSV Holstein 55 Tore. Zur Saison 1986/87 wechselte Bistram zum FC Schalke 04. Er konnte sich sofort als Stammspieler durchsetzen und in den ersten sechs Spielen vier Tore erzielen. Nächste Station war der FC St. Pauli (1988-1990). Mit den Kiezkickern gelang der Aufstieg in die Fußball-Bundesliga. © Beckmann
Francisco Copado (links) erlernte in Kiel das Fußballspielen. Zunächst bei Eintracht Kiel (1980-1989), später dann bei Holstein Kiel (1989-1991) durchlief er die verschiedenen Jugendmannschaften. Zur Saison 1992/1993 erhielt er einen Profivertrag beim Hamburger SV, dessen Scouts schon geraume Zeit ein Auge auf den Offensivspieler geworfen hatten.Weitere Stationen seiner Karriere waren RCD Mallorca, TeBe Berlin, die SpVgg Unterhaching, Eintracht Frankfurt und die TSG Hoffenheim. Zuletzt trainierte Copado den Regionalligisten Teutonia Watzenborn-Steinberg. © Paesler
Fin Bartels (vordere Reihe, ganz links) wechselte 2002 von der SpVg Eidertal Molfsee zu Holstein Kiel. Dort blieb Bartels bis zum Abstieg in die Oberliga Nord 2007. Weitere Stationen seiner Karriere waren Hansa Rostock (2007 - 2010) und der FC St. Pauli (2010 - 2014).Seit der Saison 2014/15 steht Bartels beim SV Werder Bremen unter Vertrag und ist dort seitdem fast durchgängig Stammspieler und Leistungsträger. © Eisenkrätzer
Sidney Sam begann seine Karriere beim TuS Mettenhof und gelangte über den FC Kilia Kiel zu Holstein Kiel Holstein. Für die Störche war er von 2002 bis 2004 in der Jugend aktiv, bis Talentsichter des Hamburger SV auf ihn aufmerksam wurden. In der 1.Bundesliga erzielte Sam 26 Tore in 122 Partien (Hamburger SV, Bayer Leverkusen, Darmstadt 98, FC Schalke 04). Für die deutsche Fußballnationalmannschaft kam Sam fünfmal zum Einsatz. Seit August 2017 steht Sam beim Zweitligisten VfL Bochum unter Vertrag. © Lühn
Im Jahre 2006 wechselte der damals 14-jährige Christopher Avevor vom Eckernförder SV in die Jugend von Holstein Kiel. 2008 wurde er von Hannover 96 verpflichtet. Zur Saison 2010/11 erhielt Avevor dort einen Profivertrag und kam dort zu seinem Erstligadebüt. Mitte August 2012 wurde er für die Saison 2012/13 an den Zweitligisten FC St. Pauli ausgeliehen. Im Juni 2014 wechselte er zu Fortuna Düsseldorf und unterzeichnete dort einen bis zum 30. Juni 2016 laufenden Vertrag.Ende Mai 2016 wurde bekannt, dass Avevor zur neuen Saison zurück zum FC St. Pauli wechselt. Sein Vertrag läuft dort bis 2019. © Paesler
Dan-Patrick Poggenberg wechselte 2008 als 16-Jähriger zu Holstein Kiel. Bis 2012 absolvierte er 49 Spiele in der Profimannschaft, in denen er zwei Tore erzielte, und drei Spiele für die zweite Mannschaft von Holstein Kiel. Im Sommer 2012 wechselte er in die zweite Mannschaft des VfL Wolfsburg. Ende 2013 unterschrieb er einen Profivertrag für die Bundesliga-Mannschaft des VfL.  Im Sommer 2014 wurde er für ein Jahr an den Drittligisten Chemnitzer FC verliehen. Für die Chemnitzer absolvierte er in der Saison 2014/15 35 Ligaspiele. Seit 2015 steht Poggenberg beim MSV Duisburg unter Vertrag. © Hornung
Melvyn Lorenzen kam im Alter von 12 Jahren vom Oldenburger SV zu Holstein Kiel. Das Trikot der Störche trug er von 2007 bis 2013. Dann wechselte Lorenzen  zu Werder Bremen, wo er zunächst für die zweite Mannschaft in der Regionalliga Nord spielte. Für die Bremer Profimannschaft  gab er im Oktober 2013 sein Bundesligadebüt.Im Heimspiel gegen Hannover 96 am 13. Dezember 2014 gehörte er zum ersten Mal zur Startformation und konnte dabei gleich erstes Bundesligator erzielen. Im Mai 2016 debütierte er für das Heimatland seines Vaters Uganda beim Spiel gegen Simbabwe. © Molter
Hauke Wahl machte seine ersten fußballerischen Gehversuche im Kreis Stormarn beim Witzhaver SV und dem TSV Trittau. Ab 2010 spielte er für die A-Jugend von Dynamo Dresden und von Januar 2012 bis Sommer 2013 für die U-19 von Holstein Kiel. Danach spielte er für das in der 3. Liga spielende Profiteam und war dort Stammspieler in der Innenverteidigung. Im August 2015 wurde Wahl vom damaligen Zweitligisten SC Paderborn 07 verpflichtet. Im Juni 2016 wechselte er zum Erstligisten FC Ingolstadt 04. Sein Vertrag läuft bis 30. Juni 2019. © Schinke
Max Christiansen wechselte 2010 als C-Jugendlicher von Flensburg 08 zu Holstein Kiel. Nach nur einem Jahr verließ er den Verein wieder und bezog das Internat des F.C. Hansa Rostock. Dort gab er sein Debüt in der Profimannschaft  am 32. Spieltag der Saison 2013/14. Im Januar 2015 wechselte Christiansen in die 2. Fußball-Bundesliga zum FC Ingolstadt 04. Dort unterschrieb er einen Vertrag bis zum 30. Juni 2018.Mit Ingolstadt gelang ihm am Ende der Saison 2014/15 als Zweitligameister der Aufstieg in die Fußball-Bundesliga. © Schwarz
Der aus Kiel stammende Reese spielte in der Jugend für Holstein Kiel (2005-2013). Im Sommer 2013 wechselte er dann in das Nachwuchsleistungszentrum des FC Schalke 04 und konnte dort den Gewinn der A-Junioren-Meisterschaft 2015 feiern. Sein Debüt in der 1. Bundesliga gab Reese im November 2015 gegen Bayern München. Im Dezember 2016 feierte er im Spiel gegen den SC Freiburg sein Bundesliga-Startelfdebüt.Im Januar 2017 wurde Reese bis Saisonende an den Zweitligisten Karlsruher SC ausgeliehen und steht nun wieder im Profikader des FC Schalke 04. © Dahl

Nach Höhen und Tiefen in seiner Laufbahn nun der temporäre Stillstand: kein Vorbeikommen an Schmidt und Wahl. Doch Stefan Thesker bewahrt die Ruhe: „Die Saison ist lang. Es kann viel passieren. Wenn ich die Chance nicht sehen würde, könnte ich direkt meine Sachen packen.“ In der Tat: Die Kieler Störche laufen gerade erst warm, bald steht die erste Englische Woche an. Der breite Kader dürfte noch wichtig werden – und damit auch Thesker, der sich an das besondere Anforderungsprofil an die Innenverteidiger in Tim Walters System allmählich zu gewöhnen scheint: „Ich komme immer besser rein. Im Test gegen Osnabrück war es schon positiv.“

Er sei auch früher in der Defensivzentrale schon viel gelaufen – „auch wenn es hier noch intensiver ist." Für Holstein Kiel geht es am fünften Spieltag in der Zweiten Liga nun gegen die SpVgg Greuther Fürth – einen der früheren Stationen von Thesker. Doch wenn die Mannschaft – ob mit oder ohne Thesker in der Formation – am Sonnabend (Anstoß 13 Uhr) in den Sportpark Ronhof einläuft, wird es für ihn nach eigenem Bekunden ein Spiel wie jedes andere. „Ich habe keine Kontakte nach Fürth. Aus meiner Zeit ist sowieso nur noch Marco Caligiuri da“, sagt er. Keine Zeit für Gefühle also.

Dafür Zeit, weiter an der Punkteschraube zu drehen. Die KSV befindet sich mit starken acht Punkten in der Spitzengruppe der Tabelle, ist in Liga und Pokal noch unbezwungen. Ob es so weitergeht? „An guten Tagen sind wir schwer zu schlagen“, sagt Thesker. Wann die guten Tage für ihn persönlich auf dem Platz beginnen, ist ungewiss. Doch Stefan Thesker bleibt, was er ist: ein Optimist. Und ein Mannschaftsspieler.

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