sp-holstein-stpauli-268170 Die Polizei führt einen Platzstürmer ab. © Paar
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Holstein Kiel: Die DFL dürfte eine empfindliche Strafe verhängen

Stadionausschluss für identifizierte Personen

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Es sollte ein Fußballfest werden, das erste Zweitliga-Nordderby zwischen Holstein Kiel und dem FC St. Pauli seit 38 Jahren. Es wurde ein Fußball-Ereignis, das in seiner beschämenden Dramaturgie nur wenige vergleichbare Vorgänger in Deutschland hat. Dass die Begegnung am Dienstagabend mit zehnminütiger Verspätung doch noch regulär ausgetragen werden konnte, lag lediglich an dem nicht vorhersehbaren, günstigen Umstand, dass weitere gravierende Vorfälle nach dem Anpfiff ausblieben.

Platzsturm bei Holstein Kiel: Pressekonferenz mit Trainer Markus Anfang

St. Paulis Co- und Torwart-Trainer stellen Chaoten

Einen Sturm des Spielfelds, wie ihn die 30 schwarz gekleideten und vermummten „Fans“ von der Westtribüne aus in Richtung Gästekurve starteten, ist im Fußball nichts Neues. Die Besonderheit im Holstein-Stadion war, das St. Pauli-Profis aktiv in die Geschehnisse eingriffen. Torwarttrainer Mathias Hain und Co-Trainer Patrick Glöckner rangen einige der Chaoten zu Boden und übergaben sie der Polizei. Sami Allagui entriss gar dem Dieb das geraubte Banner des Kiezklubs und brachte es den Anhängern unter deren donnerndem Applaus zurück. Damit dürfte der Stürmer einen ewigen Stammplatz in der Herzen der braun-weißen Ultras haben, doch St. Paulis Geschäftsführer Andreas Rettig fand das Engagement seiner Angestellten weniger heldenhaft. „Unsere Spieler haben sich großer Gefahr ausgesetzt. Ich schwanke etwas, den Spielern und dem Funktionsteam ein vollumfängliches Lob auszusprechen“, erläuterte Rettig. „Wäre ein Spieler verletzt worden, wäre das Spiel ein Fall für den grünen Tisch gewesen.“

Strafe für Holstein Kiel droht

Ganz andere Sorgen plagen die Verantwortlichen von Holstein Kiel, und das wohl lange über den Abpfiff hinaus. Die Deutsche Fußball Liga dürfte eine empfindliche Strafe verhängen. Das ist für den Aufsteiger umso misslicher, weil er nach dem Wirbel um das verformte Bodenblech in der Westtribüne und die voraussichtliche Verzögerung beim Stadion-Ausbau auf 15000 Zuschauer ohnehin im Fokus der DFL steht. Das Präsidium tat, was es tun musste und distanzierte sich mit Nachdruck von der Verursachern der Randale. „Für uns ist diese Dimension neu. Diese ,Fans’ haben das Verhältnis zur Mannschaft und zum Verein mit Füßen getreten“ sagte der Kaufmännische Geschäftsführer Wolfgang Schwenke. „Jetzt müssen wir die entsprechenden Konsequenzen ziehen. Die Leute, die man identifizieren kann, erhalten von uns einen Stadionausschluss.“

Ihren Anfang hatte die traurige Entwicklung am Sonnabend früh genommen, als vom Auswärtsspiel in Aue zurückgekehrte Störche-Fans am Holstein-Stadion mutmaßlich von St. Pauli-Ultras überfallen wurden. Dabei erbeuteten die Angreifer auch ein Banner der Kieler Fan-Gruppe „Supside“. Daraufhin löste sich „Supside“, ein Aktivposten für die Stimmung im Holstein-Stadion, gemäß dem Ultra-Ehrenkodex auf. Die Ausschreitungen am Dienstag dürften ein Vergeltungsschlag für den Überfall am Sonnabend gewesen sein.

Für unsere Entwicklung ist der Vorfall sehr schade

Auch für die Motivationslage von „Supside“ & Co. hatte Schwenke kein Verständnis. „Es ist nicht hinzunehmen, dass ,Fans’, die ein persönliches Problem haben, das an der Mannschaft auslassen und den Support verweigern. Genau die Leute sind das, die von den Spielern verlangen, ihre persönlichen Probleme zu Hause zu lassen und auf dem Rasen Woche für Woche ihre Bestleistung abzuliefern.“ Dem pflichtete Trainer Markus Anfang bei. „Wir haben sportlich alles gegeben, damit der Verein gut dasteht. wir sind sympathisch, kommunikativ und harmonisch“, betonte der 43-Jährige. „Für unsere Entwicklung ist der Vorfall daher sehr schade.“

Region/Kiel Holstein Kiel (Herren) Fussball 2. Bundesliga

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