03. September 2018 / 08:51 Uhr

Holstein Kiel: Dominik Schmidt und das "Fremdeln" mit dem System

Holstein Kiel: Dominik Schmidt und das "Fremdeln" mit dem System

Andreas Geidel
Holstein-Verteidiger Dominik Schmidt (Mitte) klebt der Ball auch in der Luft am Fuß. Defensiv-Kollege „Jojo“ van den Bergh (li.), dessen Gelb-Rot-Sperre abgelaufen ist, staunt.
Holstein-Verteidiger Dominik Schmidt (Mitte) klebt der Ball auch in der Luft am Fuß. Defensiv-Kollege „Jojo“ van den Bergh (li.), dessen Gelb-Rot-Sperre abgelaufen ist, staunt. © Paesler
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Kieler Abwehrsäule Dominik Schmidt hat noch System-Probleme, fordert aber im Montagsspiel „drei Punkte gegen Magdeburg“

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Fünf Punkte auf dem Konto, mit nur einem Gegentreffer nach drei Spieltagen zumindest zahlenmäßig die sicherste Deckung der Zweiten Fußball-Bundesliga – Holstein Kiel darf beim Blick auf die Tabelle vor dem Heimspiel gegen den Aufsteiger 1. FC Magdeburg am Montagabend (20.30 Uhr) durchaus zufrieden sein. Die realen Leistungen beim jüngsten 1:1 gegen Heidenheim im Holstein-Stadion und speziell beim 0:0 in Regensburg in der Vorwoche geben indes Anlass zur Selbstkritik.

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Das sieht Vize-Kapitän Dominik Schmidt nicht anders. „Es ist auch eine Qualität, dass wir aus diesen beiden Partien jeweils einen Punkt mitgenommen haben. In Regensburg aber hat niemand aus der Mannschaft Normalform gehabt“, sagt der 31-jährige Innenverteidiger und fordert: „Gegen Magdeburg müssen wir ein anderes Gesicht zeigen. Das ist eine kompakte Truppe, die über ihre Zweikampfstärke kommt und vorne mit Christian Beck einen brandgefährlichen Stürmer in ihren Reihen hat.“  Mit Saison-Heimsieg Nummer eins, so Schmidt weiter, könne man „mit Ruhe in die Länderspielpause gehen“. Ruhe? Die herrschte nicht beim letzten öffentlichen Training vor dem Flutlicht-Duell am Freitag im Leistungszentrum Projensdorf. Immer wieder unterbrach Cheftrainer Tim Walter die von ihm verordneten Spielformen, schimpfte während der 120-Minuten-Schicht teilweise wie ein Rohrspatz.

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Dass die Kugel nicht immer rund durch die eigenen Reihen läuft, weiß auch Schmidt. „Wir waren in den beiden letzten Jahren ein eingeschworener Haufen. Jeder beherrschte das Spielsystem im Schlaf. Jetzt ist alles neu. 14 neue Spieler sind gekommen. Und wir bekommen täglich extrem viel Input. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir mit der neuen Spielidee erfolgreich sein können. Aber die umzusetzen, braucht einfach Zeit. Das dauert länger als drei, vier Wochen.“ Als Schmidt im Sommer 2015 in Kiel anheuerte, musste er sich unter Ex-Coach Karsten Neitzel mit einer Manndeckung über das ganze Feld anfreunden. Unter Neitzel-Nachfolger Markus Anfang folgte die Rückkehr zur vertrauten Raumdeckung – inklusive der Absicherung durch die Kollegen im Abwehrverbund. Jetzt ist wieder alles anders.

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„Wir spielen hinten Eins-gegen-Eins. Und ich erlebe im Spielaufbau erstmals in meinen 14 Profijahren, dass ich nicht das gesamte Feld vor mir habe, sondern dass der gegnerische Stürmer in meinem Rücken steht. Wenn du da den Ball verlierst, wird’s gefährlich“, sagt Schmidt. Ausgefeilte Technik und mentale Stärke seien ob dieser Anforderungen gefragt. Dazu gesellt sich eine weitere Herausforderung. „Wir müssen deutlich mehr laufen als früher. Und das häufig im Sprint“, erklärt der Defensiv-Routinier. Am dritten Spieltag der Vorsaison spulte Schmidt im Heimspiel gegen Fürth laut „Kicker“-Statistik 9,47 Kilometer ab. Jetzt in Regensburg waren es 10,33 km. Insgesamt kamen die Störche in der Oberpfalz auf 121, 22 km – diese Zahl bedeutete in der Spieltags-Teamwertung Platz zwei hinter Bochum (121,29 km). Dass das „Kilometerfressen“ nicht zwangsläufig mit Erfolg gleichzusetzen ist, belegt das Ranking nach Abschluss des zurückliegenden Spieljahres. Aufsteiger Düsseldorf (3848,78 km) und der Drittplatzierte Holstein Kiel (3835,45 km) lagen in der finalen Wertung auf den Plätzen 15 und 16. Die Absteiger Kaiserslautern (4042,23 km) und Braunschweig (3816,16 km) wurden auf den Rängen drei und 18 geführt …

Am 30. Juni 2019 läuft Schmidts Kontrakt an der Förde aus. Wie es danach für ihn weiter geht, weiß der selbsternannte „Rasen-Krieger“ noch nicht. „Mein Berater und der Verein sind in Gesprächen“, so der Leit-Storch, der auch außerhalb der Kreidelinien Verantwortung übernimmt. Verunsicherung wegen seiner noch ungeklärten Zukunft? Mitnichten! Schmidt legt den Fokus vor seinem 103. Pflichtspiel im Holstein-Trikot ausschließlich auf das Hier und Jetzt. Und formuliert den Auftrag für den heutigen Abend mit klaren Worten: „Drei Punkte gegen Magdeburg!“

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