Jubel 01-1 Marvin Ducksch und Rafael Czichos feiern den Auswärtserfolg der Störche in Regensburg. © Nawe
Jubel 01-1

Holstein Kiel holt drei Punkte in Regensburg

Störche gewinnen mit 3:0 beim SSV Jahn Regensburg

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Konkurrenz, hört ihr die Signale des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel? Mit einem furiosen 3:0 (1:0)-Auswärtstriumph im Top-Spiel bei Jahn Regensburg setzten die Störche einen neuen Meilenstein auf dem Aufstiegsweg in die Zweite Bundesliga. Kingsley Schindler (8.), Marvin Ducksch (69.) und Manuel Janzer (84.) krönten mit ihren Treffern vor 11089 Zuschauern eine famose Abwehrleistung der Nordlichter. Die sind als Tabellenzweiter drei Spieltage vor dem Saisonende nur noch drei Zähler vom Primus MSV Duisburg (1:2 in Aalen) entfernt. Hauptverfolger 1. FC Magdeburg musste sich zudem mit einem 1:1 in Halle begnügen, liegt nun zwei Punkte hinter den Störchen, die das mitAbstand beste Torverhältnis der Liga aufweisen.

Norddeutsche Bedingungen herrschten in der Oberpfalz. Ein Sonne-Wolken-Mix, sieben Grad, kühle Brise – Heimatgefühle für die Störche.  Und auch für deren Schlachtenbummler. Mit 90-minütiger Verspätung war der Sonderzug mit 400 Anhängern am Hauptbahnhof Regensburg eingefahren. In der Continental Arena füllten die KSV-Fans fast den gesamten Gästeblock. Blaue Shirt, blaue Matrosenmützen, blaue Luftballons. Und leider auch blauer Pyro-Rauch nach dem Anpfiff.

Der verzog sich zum Glück schnell. Dafür machte der Gastgeber gehörig Dampf. In einer 4-4-2-Strategie anstatt der zuletzt gewohnten  4-2-3-1-Formation. Und variierte zwischenzeitlich sogar auf eine Dreierformation als letzte Kette. Doch den unter Druck stehenden Kielern gelang das perfekte Umschaltspiel.  Per Zufall, aber immerhin.

Einen knallharten Schuss von Marc Lais wehrte Holsteins Funkturm Dominic Peitz gut 20 Meter vor dem eigenen Tor ab. Ausgerechnet Peitz, der beim Abschlusstraining am Freitag wegen einer Entzündung am Schienbein nur eine Laufeinheit absolvieren konnte, ein Einsatz war fraglich. Von Peitz‘ Bein prallte der Ball ab. Weit, ganz weit auf den in des Gegners Hälfte lauernden Marvin Ducksch. Der sprintete los, behielt den Überblick und legte die Kugel auf den Kollegen Kingsley Schindler ab. Der Turbo-Flügel blieb eiskalt und schob den Ball zur umjubelten Kieler Führung (8.) ein.

Der Regensburger Schock währte nur kurz. Nach Flanke von Steven Lewerenz  verpasste Ducksck den Ball nur knapp (11.). Dann übernahm der SSV Jahn das Kommando. Doch die beste Deckung der Liga ließ sich in Durchgang eins vom besten Angriff der Liga nicht aus den Angeln heben. Mal rettete der vor Tatendrang sprühende Dominik Schmidt in höchster Not, mal der umsichtige Kapitän Rafael Czichos. Und immer wieder gab Peitz Kostproben seiner Zerstörungslust.

Den Kieler Kontern mangelte es derweil an der letzten Präzision. Zudem meinte es der Bundesliga-Schiri Christian Dinnert  nicht bei jeder seiner Entscheidungen gut mit den Gästen. Und als Lais Sekunden vor dem Halbzeitpfiff frei vor KSV-Keeper Kenneth Kronholm auftauchte, schien es um die Störche geschehen. Doch der Regensburger Mittelfeldspieler schoss nicht, sondern wollte uneigennützig quer auf Marc Grüttner passen. Holstein-Linksverteidiger spritzte dazwischen und bereinigte die höchst brenzlige Situation.

Tempo, Leidenschaft, aggressive Zweikampfführung  und höchste Spannung hatte die prachtvolle Kulisse in der Arena in den ersten 45 Minuten erlebt – ein echtes Top-Spiel. Und auch nach der Pause nahm die Intensität nicht ab. Der Jahn belagerte zwischenzeitlich die Kieler Box, hatte nach 50 Minuten schon sieben Ecken erzielt.  Die Störche starteten schnelle Gegenangriffe. Lenz (53.) zielte knapp übers Gehäuse, Alexander Bieler traf in Überzahl den frei stehenden Lewerenz nicht (54.), bei Dominick Drexlers „Volley“ (57.) nach klasse Vorarbeit von Lewerenz fehlten lediglich Zentimeter. Auf der Gegenseite entschärfte Kronholm (61.) einen spektakulären Fallrückzieher von Jahn-TorjägerMarc Grüttner mit einem Weltklasse-Reflex .

Das war das richtige Zeichen für seine Vorderleute. Einen Steilpass von Patrick Herrmann verlängerte Schindler auf Ducksch. Der stand urplötzlich mutterseelenallein vor Philipp Pentke und überwand diesen eiskalt per Lupfer zum 2:0 (69.) – die Vorentscheidung. Kronholm bot weitere Attraktionen aus seinem Flugshow-Angebot, wehrte einen Kopfball von Lais (82.) und einen 20-m-Strahl von Benedikt Saller (91.) im Manuel-Neuer-Stil ab. Jubeln indes durften an diesem Nachmittag nur die Kieler. Keine 30 Sekunden stand Joker Manuel Janzer auf dem Rasen, da bediente ihn Drexler mit einem gedankenschnell ausgeführten Freistoß über 40 Meter. Ein kurzes Solo, ein flacher Schuss und schon lagen die Störche mit 3:0 (84.) in Front.

Der Jubel im Kieler Lager kannte keine Grenzen. Selbst Einwechselspieler Tim Siedschlag rannte nach dem Janzer-Treffer 80 Meter über das Feld. Hüpfend, die Arme schwingend, den Tag des Triumphes genießend. Und Cheftrainer Markus Anfang meinte nach dem zehnten Ligaspiel in Folge ohne Niederlage, nach der 15. Partie ohne Gegentor: „Die Jungs haben gezeigt, dass sie auch mit weniger Ballbesitz gewinnen können. Regensburg war der erwartet starke Gegner. Die haben in einem insgesamt richtig guten Spiel richtig guten Fußball gespielt. Aber wir haben klug verteidigt und klasse gekontert.“

Jahn Regensburg – Holstein Kiel 0:3 (0:1)

Regensburg: Pentke – Saller, Odabas (66. Faber), Nachreiner, Hofrath (36. Hesse) – Knoll, Lais – George (74. Luge), Thommy – Hyseni, Grüttner.

Holstein Kiel: Kronholm – Herrmann, Schmidt, Czichos, Lenz – Peitz – Schindler, Bieler, Drexler (90. Azemi), Lewerenz (84. Janzer) – Ducksch (70. Hoheneder).

Schiedsrichter: Christian Dingert (Lebecksmühle) – Tore: 0:1 Schindler (8.), 0:2 Ducksch (69.), 0:3 Janzer (84.)

Zuschauer: 11089 - Gelbe Karten: Hofrat / Schmidt , Ducksch, Drexler.

Holstein Kiel (Herren) Holstein Kiel 3. Liga Deutschland 3.Liga (Herren) SSV Jahn Regensburg

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