20. November 2018 / 09:35 Uhr

Holstein Kiel II: Fan-Eklat nach Derby-Sieg gegen VfB Lübeck

Holstein Kiel II: Fan-Eklat nach Derby-Sieg gegen VfB Lübeck

Jan-Philipp Wottge
Die Holstein-Fans feiern den Ausgleichstreffer mit Bengalos. Nach dem Spiel kam es allerdings zu einem unglücklichen Vorfall seitens der Kieler Anhänger.
Die Holstein-Fans feiern den Ausgleichstreffer mit Bengalos. Nach dem Spiel kam es allerdings zu einem unglücklichen Vorfall seitens der Kieler Anhänger. © Wottge
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Nach dem 2:1-Sieg von Holstein Kiels Regionalligamannschaft wurden zwei Teammitglieder des VFB Lübeck von Seiten der Kieler attackiert.

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Holsteins Regionalliga-Fußballer gewannen das Derby gegen den VfB Lübeck mit 2:1. Zum Eklat kam es aber nach dem Spiel, als ein Kieler Zuschauer erst VfB-Torwarttrainer Walter Franta ohrfeigt und danach im Tumult Lübecks gesperrten Spieler Daniel Franziskus einen blutigen Faustschlag verpasst.

Holstein Kiel II - VfB Lübeck

Der VfB bei der Mannschaftsbesprechung, während es auf der rechten Seite funkt und kracht. Zur Galerie
Der VfB bei der Mannschaftsbesprechung, während es auf der rechten Seite funkt und kracht. ©
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„Die Nummer eins und zwei im Land sind wir!“ Die Störche-Fans unter den 2758 Zuschauern im Holstein-Stadion feierten frenetisch den 2:1-Sieg von Holstein Kiel II im Landesderby der Regionalliga Nord gegen den VfB Lübeck. Es war ein Derby voller Emotionen und Pyrotechnik auf den Rängen. Außerhalb des Stadions blieb es mit Ausnahme kleinerer Scharmützel ruhig. Drinnen kam es unmittelbar nach dem Schlusspfiff aber zu einem handfesten Eklat...

"Er hat mich gut getroffen"

Die unschönen Szenen spielten sich nach dem Schlusspfiff am Spielerausgang ab, wo der schützende Spielertunnel trotz ertönten Schlusspfiffs noch nicht ausgefahren war. Lübecks Torwarttrainer Walter Franta eilte schnell in Richtung des Eingangs in den Kabinentrakt, wurde dabei von einem Kieler Zuschauer erst bepöbelt und schließlich geohrfeigt. Die eilig herbeigerufene Security und die Polizei wollten ebenso schlichten wie der gelbgesperrte VfB-Spieler Daniel Franziskus. Im Tumult der nächste tätliche Angriff des Kieler Zuschauers: Mit der Faust schlug er den 27-jährigen Franziskus so hart ins Gesicht, dass dieser nach eigenen Angaben aus dem Mund blutete. „Er hat mich gut getroffen“, sagte Franziskus später.

Holsteins Pressesprecher Wolf Paarmann bestätigte und bedauerte den Vorfall: „Uns als Verein tut das leid. Wir entschuldigen uns beim VfB Lübeck. Wir werden die entsprechenden Maßnahmen gegen die uns bekannte Person ergreifen.“ Dem noch vor Ort identifizierten Zuschauer droht nun ein Stadionverbot. Nach Informationen dieser Zeitung will der gesperrte Franziskus auf eine Anzeige verzichten.

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Hitzige Stimmung am Westring

Auch vor dem Anpfiff diktierte das Publikum das Geschehen. Wegen der Knall- und Lichteffekte, die von den Rängen ausgingen, verzögerte sich der Spielbeginn. Aus dem Gästeblock qualmte es grün-weiß. Leuchtraketen landeten auf dem Rasen. Als sich der Rauch verzogen hatte, pfiff Schiedsrichter Axel Martin den Kracher fünf Minuten verspätet an. Den Jungstörchen merkte man die Nervosität vor der ungewohnten Kulisse an. „Das hat uns ein paar Minuten beschäftigt“, gab KSV-Coach Ole Werner zu. Und so durften zunächst die rund 600 Gästefans jubeln: Nach einem Einwurf traf Lübecks einzige Spitze Ahmet Arslan aus spitzem Winkel humorlos zum 1:0 (17.).

Nur kurz verspürten die Lübecker Oberwasser, weil Philipp Sander im Laufduell erst Florian Riedel abschüttelte und dann mit sattem Schuss VfB-Keeper Kevin Tittel (27.) überwand. Im Kieler Fanblock brannten Bengalos ab. Laurynas Kulikas verfehlte nach Niebergall-Querpass aus fünf Metern das verwaiste VfB-Tor und die KSV II-Führung vor der Pause (45.+1). Doch auch danach blieben die Gastgeber am Drücker und Youngster Noah Awuku eiskalt. Nach einem VfB-Eckstoß konterte die KSV blitzschnell: Nach einem Alt-Pass umspielte Awuku VfB-Torwart Tittel und traf aus spitzem Winkel zum 2:1-Siegtreffer, weil Lübecks Sven Mende und Aleksandar Nogovic in Slapstick-Manier am Ball vorbeistolperten.

Revanche geglückt

Um 15.52 Uhr war der Derbysieg in trockenen Tüchern. Die Schmach vom 19. Oktober 2007, als Holstein Kiel in der Oberliga im eigenen Stadion dem VfB Lübeck II (0:2) unterlag, ist getilgt. „Heute war ein ganz besonderer Tag für Blau-Weiß-Rot. Wir haben mit unserer jungen Truppe kühlen Kopf bewahrt. Das ist nicht selbstverständlich“, jubelte Kiels Trainer Ole Werner. Derby-Matchwinner Awuku: „Als gebürtiger Kieler im eigenen Stadion gegen Lübeck zu gewinnen ist einfach geil.“ Der Rollentausch ist perfekt. Die Jungstörche jagen nun Spitzenreiter VfL Wolfsburg II.

Am Sonnabend um 12 Uhr steigt das Topspiel in der Autostadt. Bei den Gästen regierte dagegen der Frust: „Wenn man nur wie meine kleine Schwester verteidigt, kann man ein Derby nicht gewinnen. Heute ging es ausschließlich darum, ein Derby zu gewinnen. Das haben wir nicht“, haderte Ahmet Arslan nach der Derbypleite. Ins selbe Horn stieß Abwehrrecke Tim Weißmann: „Vor zwei Wochen haben wir noch von der Meisterschaft gesprochen. Und heute dann so etwas. Mir fehlen die Worte. Das tut sehr weh.“ Die Chance zur Derby-Revanche haben die Lübecker schon in knapp vier Wochen. Das Rückspiel auf der Lohmühle steigt am 14. Dezember 2018.

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