Der Beginn eines gebrauchten Fußball-Abends aus Sicht der KSV: Divock Origi (li.) erzielt das 1:0, Torwart Kenneth Kronholm ist ohne Chance. Der Beginn eines gebrauchten Fußball-Abends aus Sicht der KSV: Divock Origi (li.) erzielt das 1:0, Torwart Kenneth Kronholm ist ohne Chance. © imago/regios24
Der Beginn eines gebrauchten Fußball-Abends aus Sicht der KSV: Divock Origi (li.) erzielt das 1:0, Torwart Kenneth Kronholm ist ohne Chance.

Holstein Kiel in der Relegation: Nun braucht es ein kleines Wunder

Nach dem 1:3 im Hinspiel beim VfL Wolfburg haben die Störche nur noch geringe Aufstiegs-Chancen.

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Das Reich der Träume ist für die so fantastisch durch die Zweitliga-Punktrunde geflogenen Kieler Störche in weite Ferne gerückt. Nach dem 1:3 (1:2) im Relegations-Hinspiel am Donnerstagabend beim bis zur 65. Minute dominanten Erstliga-16. VfL Wolfsburg muss im Rückspiel am Pfingstmontag im Holsteinstadion ein mittelschweres Fußball-Wunder her, soll der Bundesliga-Aufstieg für die KSV noch reale Gestalt annehmen.

Die Erwärmung auf dem Rasen der VW-Arena kam indes einer Demonstration der Kieler Leidenschaft gleich. Da konnte die Stadion-Regie die Lautstärke-Regler bei der AC/DC-Hymne „Thunder“ noch so weit nach oben schieben, die Musik machten die 3500 Schlachtenbummler. Dazu flimmerten die Public-Viewing-Bilder aus den proppevollen Lokalen Kiels über die Handys. „Keine andere Stadt, keine andere Liebe …“ – Holstein, das Relegations-Team der Herzen.

Den Kopf frei hatte derweil KSV-Cheftrainer Markus Anfang in personeller Hinsicht. Denn mit Dominick Drexler, Patrick Herrmann und Dominik Schmidt waren alle drei zuletzt angeschlagenen Leistungsträger rechtzeitig wieder fit für die Startelf, in der auch der Viererpack-Schütze vom vergangenen Sonntag beim 6:2 gegen Braunschweig, Steven Lewerenz, stand.Die Wolfsburger aber interessierte das anfangs überhaupt nicht. Sie schlugen sofort ein Höllentempo an. Und schon in der 13. Minute gab’s den ersten Schock für den roten KSV-Block. Nach einem Alleingang von Yunus Malli kam Renato Steffen aus Nahdistanz zum Schuss. Den von Holstein-Keeper Kenneth Kronholm gut parierten Ball staubte Divock Origi zur grün-weißen Führung ab.

Es sah auch in der Folge nicht gut aus für die Störche. Der Bundesligist war schneller in Kopf und Beinen, hatte die bessere Raumaufteilung, ging aggressiver in die Zweikämpfe, hatte mehr Ballbesitz. Und hatte in Malli, Josip Brekalo sowie Steffen nach Ballgewinnen extrem rasante Umschaltspieler.Erst nach einer halben Stunde bekamen die Nordlichter echten Zugriff auf ihren Gegner. Wie aus heiterem Himmel öffnete Genius Drexler seine Trickkiste und tanzte gleich zwei Wölfe auf deren Torlinie aus. Ein Rückpass auf Kingsley Schindler (34.) – und schon hieß es 1:1. Die Störche-Fans rasteten vor Begeisterung schier aus. Und mussten sechs Minuten später den nächsten Nackenschlag verdauen.Der sich früh vor Schmerzen an den Oberschenkel fassende Schmidt köpfte die Kugel aus dem eigenen Strafraum zu zentral heraus. Der sträflich ungedeckte Brekalo hämmerte den Ball aus 16 Metern zur erneuten Führung der Gastgeber in die Maschen des Störche-Gehäuses (40.) – unhaltbar schien dieser Schuss trotz aller Schärfe nicht. Ein Malli-Geschoss (43.) entschärfte Kronholm wenig später prächtig.

Die Bilder des Relegations-Hinspiels zwischen dem VfL Wolfsburg und Holstein Kiel

Immerhin, der Mut hatte die Kieler in der Halbzeitpause nicht verlassen. Nach Vorlage Schindlers zielte Drexler (49.) aus guter Position zu zentral. Allerdings regierte in Kieler Reihen weiter die Nervosität. Hier ein missratener Pass von Kronholm, dort Querschläger von Dominic Peitz oder Johannes van den Bergh.Es kam, wie es kommen musste. Origi setzte sich mit Kraft und Eleganz gegen die nominelle Kieler Übermacht durch und bediente Malli mustergültig. Der umkurvte auch noch Kronholm und schob zum 3:1 (56.) ein. Ein Tor, das die höhere Qualität der Wölfe an diesem Abend verdeutlichte.

Anfang suchte die personelle Korrektur, brachte in der 61. Minute Alexander Mühling und Aaron Seydel für Peitz und Lewerenz. Mühling (72.) drosch den Ball knapp neben den Pfosten des VfL-Gehäuses, Seydel (75.) köpfte knapp über das Ziel und Torjäger Marvin Ducksch (82.) schoss knapp daneben, ebenso erneut Seydel (84.). Eine beeindruckende Kieler Schlussoffensive ohne Ertrag.

 „Montag hauen wir alles raus, da könnte auch Real Madrid kommen – wir wollen gewinnen.“

Trotz des Zwei-Tore-Rückstands zur Relegations-Halbzeit geben sich die KSV-Profis vor dem Rückspiel kämpferisch. „Die Chancen stehen 50:50, unsere Köpfe sind weiter oben“, sagt Stürmer Marvin Ducksch. Und Innenverteidiger Dominik Schmidt: „Wir sind die Letzten, die sich geschlagen geben. Ich glaube, wir können uns am Montag auf ein heißes Spiel einstellen.“ Gegenüber der BIld-Zeitung äusserste sich Schmidt wie folgt: : „Wolfsburg hätte sich zum Ende auch über ein 3:3 nicht beschweren können. Montag hauen wir alles raus, da könnte auch Real Madrid kommen – wir wollen gewinnen.“

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