12. Januar 2019 / 07:51 Uhr

Holstein Kiel in Spanien: Der Sonnabend in Opas Liveblog

Holstein Kiel in Spanien: Der Sonnabend in Opas Liveblog

Andrè Haase
Mathias Honsak hatte sichtlich Spaß bei der Tennis-Einheit.
Mathias Honsak hatte sichtlich Spaß bei der Tennis-Einheit. © Paesler
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Verletzte beim Training - Von Klassenclowns und Kabinen-DJs - Störche-Experte Andreas Geidel berichtet aus dem Trainingslager in Oliva Nova

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KSV-Kapitän David Kinsombi und Heinz Mörschel verletzen sich beim Training am Sonnabend.

Das Lazarett des Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel füllt sich: In der Vormittagseinheit im Trainingslager von Oliva Nova erwischte die Mittelfeldspieler David Kinsombi und Heinz Mörschel nach einem beinharten Zweikampf. Dass es auf dem Rasen zur Sache gehen sollte, hatte zuvor Cheftrainer Tim Walter lautstark gefordert.

Holstein Kiel: Das Training am Sonnabend

Aktivierung am frühen Morgen. Zur Galerie
Aktivierung am frühen Morgen. ©
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Die Konsequenzen indes erzeugten Schmerzen und üble Vorahnungen. Denn vor allem Kapitän Kinsombi hatte im Bereich Knie, Schienbein, Wade und Knöchel derart starke, aber anfangs noch nicht zu lokalisierende Beschwerden, dass er nur gestützt zum Auto humpeln konnte und zusammen mit Mörschel, dessen Sprunggelenk dick bandagiert war, per Fahrdienst ins Mannschaftshotel zu Teamarzt Dr. Martin Mrugalla chauffiert werden musste. Die Diagnose beim KSV-Kapitän ergab eine starke Prellung am rechten Unterschenkel, Mörschel zog sich eine Prellung am rechten Mittelfuß zu. Wie lange beide pausieren müssen, stand am Sonnabendnachmittag noch nicht fest.

Einblick in die Arbeit im Kraftraum

Auch auf der Torhüter-Position lichten sich die Reihen. Timon Weiner war bereits am Freitag aus Spanien abgereist, um seine anhaltende Schulterbeschwerden in Kiel genauer diagnostizieren und behandeln zu lassen. Und nun muss auch noch Keeper Nummer eins, Kenneth Kronholm, wegen einer Kniereizung seinen Aktionsradius auf individuelle Arbeit beschränken. Letzter fitter Mohikaner zwischen den Pfosten: Dominik Reimann. In den Spielformen auf zwei Tore feierte daher am Sonnabend Torwarttrainer Patrik Borger sein „Comeback“.

Ebenfalls noch in der Warteschleife des Aufbauprogramms stecken Jonas Meffert (Kniereizung), Aaron Seydel (Fersenreizung) und Franck Evina (Muskelfaserriss).

Das Gros der Störche brach am Sonnabendnachmittag per Bus und in Begleitung des 23-köpfigen Störche-Clubs in Richtung Valencia auf. In dem für seine gute Stimmung unter den heimischen Fans bekannten Estadio Mestalla war Valladolid in der spanischen Liga 1 Gast des FC.

Der Störcheclub zu Gast bei den Profis von Holstein Kiel

Gemeinsames Essen mit dem Störcheclub im Golf Club Oliva_
Gemeinsames Essen mit dem Störcheclub im Golf Club Oliva_ ©
Holstein-Experte Andreas Geidel mit nützlichen Tipps

Von Klassenclowns und Kabinen-DJs

Holstein-Profis plaudern im Trainingslager aus dem Nähkästchen

Es ist fast schon unheimlich: Der guten Stimmung im Trainingslager der KSV Holstein tat auch die deftige Testspielpleite gegen KAA Gent (1:6) keinen Abbruch, gestern beim regenerativen Tennisturnier (Bilder und Videos finden Sie auf war schon wieder viel Freude und Gelächter angesagt, ehe sich die Störche in den freien Nachmittag verabschiedeten.„Natürlich war die Stimmung am Donnerstagabend nicht ganz so überschwänglich. Keiner verliert gern und vor allem so hoch. Das macht einen auch etwas nachdenklich“, sagte Jannik Dehm, stellte aber fest: „Allzu große Auswirkungen hat das nicht. Alle kommen gut miteinander klar, die Stimmung ist super.“ Diese Störche kann kaum etwas aus der Fassung bringen. Die Kieler sind ein echtes Team, haben aus verschiedenen Einzelcharakteren eine Einheit geformt. Und die besteht ohne aufgebauschte Hackordnung. „Wir brauchen keine gestellte Hierarchie, das sind Prozesse, durch die sich das entwickelt“, erklärt Kapitän David Kinsombi. „Wir sind neben dem Platz sehr kommunikativ, jeder soll reden und seine Meinung kundtun. Auf dem Platz sind es drei, vier Spieler, an denen man sich orientiert.“ Gemeinsam mit Vize-Kapitän Dominik Schmidt, Hauke Wahl, Jannik Dehm und Johannes van den Bergh bildet Kinsombi den Mannschaftsrat. Dehm und Arne Sicker haben Schmidts Nachfolge als Kassenwart angetreten. Weitere Ämter oder feste Aufgabenbereiche gibt es nicht.

„Wir als Mannschaftsrat haben alles ein bisschen unter stiller Beobachtung und schreiten nur ein, wenn es wirklich mal einen Fehltritt gibt“, beschreibt Schmidt die Arbeit der Führungsspieler. „Das war in der Hinrunde aber äußerst selten der Fall, daran sieht man, dass die Jungs mit viel eigener Disziplin dabei sind. Nur ist die Kasse deshalb nicht so voll“, ergänzt er lachend. „Ja, es wurde schon angeprangert, dass wir zu wenige Strafen festgesetzt haben, weil die Kasse nur mit dem monatlichen Grundbetrag schon recht leer ist“, sagt Dehm. „Aber es geht ja mehr darum, dass alle sich bewusst sind, worauf es ankommt, als um das Geld.“

Wird ein Storch „straffällig“ schlägt die Stunde des Rechtsverteidigers. „Die meisten verstehen, dass ich Strafen eintreiben muss, aber irgendjemand mosert immer“, sagt Dehm. Das treffe vor allem auf die älteren Spieler zu, verrät sein Vorgänger Schmidt: „Kenny (Kenneth Kronholm, d. Red.) ist so einer. Oder Jojo (van den Bergh, d. Red.). Da sind immer die anderen Schuld.“ Meist handelt es sich um Kleinigkeiten wie Kleidungsvergehen. „Zu vergessen, die Bälle aufzupumpen, kostet. Die Wäsche nicht umzudrehen auch – pro Teil nen Zehner“, sagt Dehm. „Das hat auch etwas mit Respekt gegenüber den Wäschefrauen zu tun.“ Ansonsten stehe nichts Außergewöhnliches im Katalog. „Da sind die Standards drin wie in jeder Amateurmannschaft wohl auch: Verspätungen, Gelb wegen Meckerns, Handy in der Besprechung.“

Für die Musik in der Kabine ist häufig Schmidt zuständig, „das macht aber jeder mal nach Laune“, sagt Dehm. „Jojo zum Beispiel macht oft spanische Lieder an, vor allem wenn wir gewonnen haben und dann dazu in der Kabine tanzen.“ Für gute Laune ist nach eigener Aussage auch Stefan Thesker zuständig, in der Klassenclown-Wertung liegt laut Schmidt Atakan Karazor vorn. „Kenny, Honsi (Mathias Honsak, d. Red.) und Jannik sind auch immer für einen Brüller gut“, fügt er hinzu. Der ruhigste Storch sei indes Kingsley Schindler. „Das heißt nicht, das er keinen Humor hätte oder so – er ist einfach sehr fokussiert und weiß genau, was er will“, beschreibt Schmidt den Flügelstürmer. Auch für derartige Einschätzungen sei das Trainingslager wertvoll: „Man kann zusammenwachsen und lernt den einzelnen Menschen besser kennen.“

von Niklas Schomburg

Tennisturnier

David Kinsombi mit einem konzentrieren Schlag. Zur Galerie
David Kinsombi mit einem konzentrieren Schlag. ©
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1. Spieltag: Holstein Kiel startet mit einem Paukenschlag in die Saison und gewinnt beim Hamburger SV mit 3:0. Die Tore für die Störche erzielen Jonas Meffert (56.), David Kinsombi (78.) und Mathias Honsak (90.+3). Zur Galerie
1. Spieltag: Holstein Kiel startet mit einem Paukenschlag in die Saison und gewinnt beim Hamburger SV mit 3:0. Die Tore für die Störche erzielen Jonas Meffert (56.), David Kinsombi (78.) und Mathias Honsak (90.+3). ©
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