1402 Erzgebirge Aue - FC Ingolstadt 04 Kopie Hannes Drews kehrt mit dem FC Erzgebirge Aue nach Kiel zurück. © dpa
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Holstein Kiel: Interview mit Aues Coach Hannes Drews

Drews coachte einst die Junioren von Holstein Kiel

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Bei seiner Rückkehr in die kalte Heimat wird er viele Hände schütteln. Bevor Hannes Drews am 7. September vergangenen Jahres zum neuen Chefcoach des Fußball-Zweitligisten FC Erzgebirge Aue berufen wurde, hatte der gebürtige Neumünsteraner seit 2012 die B- und zuletzt die A-Junioren der KSV Holstein in den Bundesligen Nord/Nordost trainiert. Am Sonnabend (13 Uhr) kommt der 35-Jährige mit den Sachsen, bei denen er einen Vertrag bis Juni 2019 unterschrieben hat, zum Rückspiel ins Holstein-Stadion. Mit unserer Zeitung sprach Drews über Chancen und Risiken für den FCE sowie die Störche und warum er Kiel –manchmal – vermisst.

Herr Drews, wie geht es Ihnen als Schleswig-Holsteiner im Erzgebirge?

Hannes Drews: Mitte Oktober habe ich eine Wohnung bezogen und fühle mich sehr wohl hier. Die Menschen sind sehr warmherzig und mit heißem Herzen bei ihrem Verein. Natürlich vermisse ich meine Familie, aber das fangen wir durch Besuche ganz gut auf.

Fehlt Ihnen bisweilen auch die Stadt Kiel?

Von Zeit zu Zeit fehlt mir das Meer.

Zum Sportlichen: Was ist wirklich dran an den Medienberichten, wonach Sie in Folge der drei Niederlagen zum Jahresauftakt kurz vor dem Rücktritt beziehungsweise der Entlassung standen?

Es war so, dass die Klubführung und ich beschlossen hatten, dass wir die Situation gemeinsam beurteilen müssen. Wenn der Verein gesagt hätte, dass ein neuer Impuls notwendig ist, hätte das die entsprechenden Folgen gehabt. Und wenn ich zu der Erkenntnis gelangt wäre, dass es keinen Sinn mehr macht, hätte ich meinerseits aufgehört. Aber beide Seiten haben entschieden, gemeinsam weiterzuarbeiten.

Sie konnten zu Ihrem Einstand am fünften Spieltag gleich einen 2:1-Auswärtssieg beim Bundesliga-Absteiger FC Ingolstadt feiern. Haben Sie zu diesem Zeitpunkt damit gerechnet, in den Abstiegskampf zu geraten?

Ja, schon. Man darf nicht vergessen, dass Aue in den vergangen Jahren meistens gegen den Abstieg spielte. Insofern musste man damit rechnen, dass auch diese Saison schwierig werden könnte.

In welcher Hinsicht muss sich die Mannschaft jetzt weiterentwickeln, damit sie am Saisonende noch Zweitligist ist?

Einen wichtigen Schritt haben wir am Sonntag beim 0:0 gegen Ingolstadt gemacht: Wir nehmen den Kampf an. Und den müssen wir jetzt mit unseren fußballerischen Qualitäten verbinden, Umschalt- und Ballbesitzspiel. Wenn wir diese Kombination hinkriegen, bin ich sehr zuversichtlich, dass wir die Klasse halten können. Der erste Punktgewinn des Jahres war insbesondere unter dem mentalen Aspekt wichtig. Wir haben gesehen, dass wir in der Zweiten Liga mithalten können.

Wie sieht die Arbeitsteilung zwischen Ihnen und Co-Trainer Robin Lenk aus, der im Verein seit zehn Jahren in verschiedenen Funktionen arbeitet, aber dem die Fußballlehrer-Lizenz noch fehlt?

Es ist ein ganz normales Verhältnis zwischen Trainer und Co-Trainer, wie in vielen anderen Klubs auch. Generell pflegen wir in unserem gesamten Trainerteam einen regen Austausch über Trainingsinhalte, Spieler und Mannschaftsaufstellungen. Es ist nichts Spezielles, nur weil Robin aus dieser Region kommt

Thema Holstein Kiel. Die Störche haben seit neun Spielen nicht gewonnen. Wie bewerten Sie die Situation?

Ich kann die Lage nur von außen betrachten. Trotz der Sieglos-Serie spielen die Störche immer noch eine herausragende Saison. Von den letzten neun Spielen endeten ja auch viele knapp. Aus Kieler Sicht kann man immer noch sehr zufrieden sein. Ich glaube, bei der KSV war jedem bewusst, dass ein Aufsteiger auch so eine Phase haben kann. Entscheidend ist, dass die Mannschaft guten Fußball spielt.

Holstein steht trotz der jüngsten Punktverluste immer noch auf dem Relegationsrang. Ein Symptom für die Unberechenbarkeit der Liga?

Ich denke schon. Auch ein Qualitätsteam wie Holstein kann gegen jeden gewinnen, aber auch verlieren.

Die KSV belegt in derRückrunden-Tabelle Rang 15, der FCE ist Letzter. Was für ein Spiel erwarten Sie am Sonnabend?

Die Störche sind immer noch Dritter, insofern ist es kein Kellerduell. Was sie können, haben sie unter anderem beim 3:0-Erfolg im Hinspiel demonstriert. Ich erwartete, dass sie nach der Niederlage in Kaiserslautern mit sehr viel Wut im Bauch auftreten. Sie werden aggressiv agieren und uns früh attackieren.

Würde Ihnen ein Remis reichen oder müssen Sie in ihrer sportlich prekären Lage nicht auch beim Tabellendritten einen Sieg anstreben?

Natürlich will man vorher jedes Spiel gewinnen. Aber dann hängt es vom Spielverlauf ab. Sind wir die schwächere Mannschaft, sind wir auch mit einem Punkt zufrieden.

Werden Sie den Aufenthalt in Kiel auch dazu nutzen, private Kontakte zu pflegen?

Jein. Sicherlich werden einigeBesucher auch wegen mir im Stadion sein. Aber inwieweit neben dem Spiel noch Zeit für Privates bleibt, wird man sehen. Wir fahren ja direkt nach der Partie mit dem Bus zurück nach Aue.

Zum Schluss noch ein Tippspiel: Wo stehen die KSV Holstein und der FC Erzgebirge am Saisonende?

Ich wünsche den Kielern den Aufstieg, sie werden auf dem Relegationsrang einlaufen. Wir müssen über dem Strich bleiben, ich sage Platz 15.

Das sind die nächsten Gegner für Holstein Kiel:

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