Zusammenhalt, eindrucksvoll demonstriert: Nach dem 1:0 durch Alexander Mühling halten die Holstein-Profis zwei Trikots ihres verletzten Kollegen Manuel Janzer ins Publikum. Später wiederholen sie die Aktion für Christopher Lenz. Zusammenhalt, eindrucksvoll demonstriert: Nach dem 1:0 durch Alexander Mühling halten die Holstein-Profis zwei Trikots ihres verletzten Kollegen Manuel Janzer ins Publikum. Später wiederholen sie die Aktion für Christopher Lenz. © imago/Agentur 54 Grad
Zusammenhalt, eindrucksvoll demonstriert: Nach dem 1:0 durch Alexander Mühling halten die Holstein-Profis zwei Trikots ihres verletzten Kollegen Manuel Janzer ins Publikum. Später wiederholen sie die Aktion für Christopher Lenz.

Holstein Kiel: Jetzt wird's anspruchsvoll

Spitzenreiter Holstein will die Leistung von Aue gegen St. Pauli bestätigen, sieht sich aber nicht als Favorit

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Gut, dass Holstein Kiel schon am sechsten Spieltag der Zweiten Bundesliga auf Tabellenrang eins steht. Würde der Aufsteiger nach – sagen wir einmal – 26 Partien und diversen Leistungen wie beim 3:0 (2:0) in Aue von ganz oben auf die Konkurrenz hinabblicken, wäre eine Frage inklusive entsprechender Diskussionen unvermeidlich: Wer soll diese Mannschaft eigentlich noch schlagen? Nun, zum Glück kann in der Saison noch viel passieren, und der Hype um Holstein nähert sich ohnehin schon jetzt der Stimmung nach dem Mitte Mai vollbrachten Aufstieg. Eines der vielen Indizien dafür: Das erste Zweitliga-Nordderby gegen den FC St. Pauli seit 38 Jahren am morgigen Dienstag (18.30 Uhr, live auf Sky) ist schon lange ausverkauft.

Ralf Becker, Holstein-Geschäftsführer Sport: Der Sieg war verdient, und im Vergleich zur Partie gegen Kaiserslautern haben wir von Beginn an konzentriert gespielt. Wir haben viele fußballerische Dinge, die wir uns vorgenommen hatten, umgesetzt.

Das stille Auge im Wirbelsturm der Begeisterung um die Störche ist Markus Anfang. Der Chefcoach bleibt auch nach der Gala im Erzgebirge bei seiner Contenance und seinen Prinzipien. „Es geht gar nicht darum, was ich als Trainer will. Die Jungs setzen um, was sie sich erarbeitet haben“, redete der 42-Jährige seine Verdienste klein und den Auftritt seiner Männer groß. In der Tat demonstrierten die KSV-Profis in Sachsen ihre ganze Bandbreite. In Halbzeit eins brannten sie ein offensives Feuerwerk ab, in dem – die einzige Schwäche – mehr Chancen zu Toren hätten zünden müssen. Nach dem Wechsel sponnen sie ein flexibles Abwehrnetz, das die Auer trotz Steigerung von Tempo und Engagement nicht durchdringen konnten. Und in der Schlussviertelstunde lag die Initiative wieder bei den Gästen, die folgerichtig mit dem dritten Tor den Deckel draufmachten.

Kenneth Kronholm, Torhüter: In der ersten Halbzeit haben wir super nach vorne gespielt und hätten noch ein Tor mehr machen müssen. Nach dem Wechsel hatten wir ein paar Probeme mit dem Zugriff auf den Gegner, aber zum Ende hin haben wir es wieder gut gelöst. Wir wollten endlich die Null hinten halten, das ist gelungen und macht den Sieg doppelt schön.

Für Anfang ist der Grund „für unseren Erfolg der Teamgeist“, den die Spieler ihrerseits am Freitag in besonderer Weise würdigten. Nach dem ersten Tor durch Alexander Mühling hielt die KSV-Jubeltraube zwei Trikots ihres langfristig verletzten Kollegen Manuel Janzer (Achillessehnenriss) ins Publikum und wiederholte das nach Marvin Duckschs erstem Tor mit dem Jersey von Christopher Lenz (Muskelbündelriss in den Adduktoren). „Es tut uns sehr leid für die Jungs, dass es sie so schwer erwischt hat. Wir haben den Sieg auch Ihnen gewidmet“, sagte Ducksch. Anfang ergänzte: „Diese Initiative steht für sich. Ich wusste davon nichts und war sehr berührt.“

Dominic Peitz, Mittelfeldspieler: Im Ballbesitz haben wir es schon sehr gut gemacht. In der zweiten Halbzeit mussten wir mehr verteidigen, hatten aber immer das Gefühl, dass unsere Jungs vorne jederzeit für Gefahr sorgen können. Ein ordentlicher Auswärtssieg, an dem wir uns jetzt messen lassen müssen.

Diese Geschlossenheit wird auch gegen den Kiezklub notwendig sein, auch wenn die zusammengezählte Tordifferenz des aktuellen Spieltags 7:0 für den Spitzenreiter gegenüber den auf Rang sieben abgerutschten Hamburgern (0:4 gegen Ingolstadt) lautet. Der Begriff „Favorit“ behagt Anfang dennoch nicht. „Das passte schon vor dem Lautern-Spiel nicht, und es passt auch jetzt nicht“, sagte der 43-Jährige. „Wir wissen, wo wir herkommen, und haben Respekt vor jedem Gegner.“

Marvin Ducksch, Mittelstürmer: Ich muss der Mannschaft ein Riesenkompliment machen: Wir wollten zu Null spielen und haben drei Tore geschossen, mehr geht nicht in einem Auswärtsspiel in Aue. Dass es auch bei mir so gut geklappt hat, ist umso schöner. Wir haben in der zweiten Halbzeit unser Anlaufverhalten verändert und dann auch nichts mehr anbrennen lassen. Wir wussten, dass der 2:0-Vorsprung womöglich nicht reichen würde.

Doch Stillstand ist Rückschritt. Nachdem die Störche beim FCE erstmals in der neuen Liga ohne Gegentor geblieben sind, soll Kenneth Kronholms Kasten auch im Holstein-Stadion sauber bleiben. „Wir wollen die Leistung von Aue jetzt bestätigen“, forderte Anfang. Fraglich ist allerdings noch, ob die alte Regel „Never change a winning team“ umsetzbar ist. Innenverteidiger Dominik Schmidt (Oberschenkelprobleme) und Regisseur Dominick Drexler (Schlag auf das Sprunggelenk) konnten am Sonntag nicht mit der Mannschaft trainieren. Auch diese Personalien könnten Bestandteil von Markus Anfangs Frage werden, mit der er die Euphorie um sein Team relativieren möchte: „Wie stabil bleiben wir in der Englischen Woche?“

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