DSC_1745 Jubel bei Holstein Kiel nach dem 1:0 Führungstreffer durch Marvin Ducksch. © Hornung
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Holstein Kiel schafft den Sprung in die 2. Liga

Nach 36 Jahren: Störche meistern den Aufstieg in Großaspach mit 1:0 (1:0)

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Object previeHolstein Kiel will am Samstag (13.30 Uhr) die Rückkehr in die 2. Bundesliga perfekt machen. Mit einem Sieg bei der SG Sonnenhof Großaspach hätte das Team von Trainer Markus Anfang nach 36-jähriger Abwesenheit den Sprung zurück in den Profifußball sicher. Ansonsten bliebe dem Tabellenzweiten aus der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt noch die Chance, am 20. Mai im Holstein-Stadion gegen den Halleschen FC den womöglich noch nötigen Dreier einzufahren. Vieles spricht aber dafür, dass Holstein sich in Großasbach nicht vom Erfolgsweg abbringen lässt: Das Team feierte zuletzt drei Siege in Serie und ist in der 3. Liga seit elf Spielen unbesiegt.

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Halleluja, es ist vollbracht: Holstein Kiel spielt in der kommenden Saison in der Zweiten Fußball-Bundesliga. Die 36-jährige Abstinenz  vom Bundesliga-Unterhaus ist
nach dem 1:0 (1:0) in Großaspach beendet. St. Pauli, Kaiserslautern, Nürnberg, Bochum  seid gewarnt: jetzt kommen die Störche! Und den Kieler Anhängern sei gesagt: Kommt heute Abend zum Holsteinstadion. Ab 22.45 Uhr wird mit der Rückkehr der Kieler Fußball-Helden gerechnet. 13. Mai 2017, ein historisches Datum für die Ewigkeit: Let’s have Paaaaadie …. Und am kommenden Sonnabend geht’s direkt nach dem Heimspiel gegen Halle auf den Rathaus-Balkon. Halleluja!

Hans-Gerd Overhoff, Fahrer des gecharterten Teambusses, war das letzte fehlende Mosaiksteinchen im Kieler Erfolgspuzzle. Der 66-Jährige kutschierte die Mannschaft vom Flughafen Stuttgart zum Teamquartier in Ditzingen, Spielort und wieder zurück. Ein echter Glücksbringer. Fünf Aufstiege hatte „HG“ schon mit dem VfL Bochum gefeiert und die Störche schon beim 3:0 in Regensburg begleitet.

Rund 1600 (!!!) zweitligareife Schlachtenbummler feierten schon vor Spielbeginn ein blau-weiß-rotes Fest.  Skandierten „Holstein, Holstein“, feierten Fußball-Gott Patrick Herrmann  für jeden gelungenen Torschuss in der Vorbereitung – die reine Gänsehaut im der ansonsten so beschaulichen Mechatronic  Arena, dem echten Schmuckstück in der schwäbischen Provinz.

Und die Mannschaft machte von Beginn an ein Fass auf, raubte den Gastgebern mit irrem Tempo die Luft zum Atmen. Nach 33 Sekunden hatte Dominick Drexler, dieser Techniker von Gottes Gnaden, einen Kopfball-„Riesen“ zur Führung. Ein Freistoß von „Capitano“ Rafael Czichos (7.) flog Zentimeter am gegnerischen Gehäuse vorbei.

Doch nach 20 Minuten drohte die Partie zu kippen. Dunkle Wolken zogen am zuvor strahlend blauen Himmel auf, der Wind blies kräftiger und Verfolger Magdeburg lag plötzlich im Fernduell in Aalen in Front. Sonnenhof-Knipser Lucas Röser (22.) verpasste per Kopf das 1:0. Eine Szene, die den Nordlichtern auf den Rängen das Blut in den Adern gefrieren ließ. KSV-Chef- und Aufstiegsrtrainer Markus Anfang und sein kongenialer „Co“ Tom Cichon schimpften an der Seite wie die Rohrspatzen.

Dann aber ließen Kingsley Schindler und Drexler die Kugel zirkulieren und spielten Marvin Ducksch frei. Der Leih-Stürmer vom FC St. Pauli fackelte nicht lange und zirkelte den Ball per Heber zur Kieler 1:0-Führung ins Netz  (31.) – Ducksch, diese coole Socke. Ein Tor, das einen Jubelorkan auslöste. Auch auf der Presse- und Ehrentribüne.  „Spitzenreiter, Spitzenreiter“, schrien die so kühlen Nordlichter aus voller Kehle. Tatsächlich hatten die Störche in dieser Minute den MSV Duisburg kurzzeitig  in der Tabelle überholt. Diesen Umstand korrigierte der Mit-Aufsteiger von der Wedau später. Es war ohnehin nur ein die Festtagsstimmung noch erhöhender Randaspekt. Noch 45 Minuten, noch eine Halbzeit – eine Ewigkeit. Halten die Nerve er in den elf Spielen zuvor unbezwingbaren Störche? Geht’s erneut schief wie in der Nachspielzeit des Relegations-Dramas in München am 2. Juni 2015? Hilft der Unparteiische Sören Stork, dessen Nachname vom Englischen ins Deutsche übersetzt Storch heißt? Großaspachs Coach Oliver Zapel, dieser Exil-Schleswig-Holsteiner, der das Abschlusstraining der Schwaben im Trikot des ehemaligen Holstein-Torjägers Dmitirjus Guscinas geleitet hatte, trieb seine Mannen immer wieder an. Und zog in der 57. Minute seinen Joker Mario. Der hatte Holstein im Hinspiel in der 92. Minute mit seinem Treffer die 1:2-Niederlage beschert. Die Holstein-Fans sagen und sangen und sangen. Gegen die Anspannung, die Angst und für ihr Team. Ein mentaler Drahtseilakt.

Ducksch (59., 61.) bei zwei dicken Chancen frühzeitig alles klar machen können – scheiterte aber zweimal an SGSG-Keeper Kevin Broll. Wie steht es in Regensburg, wie in
Aalen? Hält die beste Deckung der Liga? Wie lange ist noch zu spielen?  Zwei Minuten? Nein, 25 …

Das Uhrenarmband wirkte wie eine Schlinge um den Hals. KSV-Torwarttrainer Patrik Borger gab auf der Kieler Bank den Fachmann für die Spielstände in den anderen Stadien.  Magdeburg liegt in Aalen mit 1:2 zurück. Ein Ergebnis von noch geringer Relevanz für die Störche. Oder doch? Denn Großaspach entdeckte plötzlich die Lust an der eigenen Offensive. Wie lange noch? Noch zwei Minuten? Nein, zehn …

Der Stadionsprecher bat die Holstein-Anhänger im Falle des Erfolges, wegen eines am Mittwoch in Großaspach angesetzten U18-Länderspiels zu unterlassen. Die Zapel-Elf trat derweil ihre dritte Ecke. Sie verpuffte.  Wie lange noch? Gleich Schluss? Nein, noch fünf Minuten …

Drexler wälzte sich auf dem Rasen. Ein Krampf. Es ging nicht mehr. Mathias Fetsch musste ran. Noch zwei Minuten Nachspielzeit. Die Spieler an der Seitenlinie signalisierten: Abpfeifen! Alexander Bieler scheiterte nach tollem Solo. Sören Stork blickte auf die Uhr. Wie lange noch? Schluss, Aus, Feierabend!  36 Jahre Zweitliga-Abstinenz vorbei. Halleluja! Halleluja!

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