drechseler Dominick Drexler zeigte eine überzeugende Leistung bei der Auswärtspartie der Störche bei Union Berlin. © Lühn
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Holstein Kiel unterliegt beim Sieben-Tore-Spektakel

Dominick Drexler fordert mehr  Stabilität in der Defensive

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Drei Tore beim Aufstiegsfavoriten Union Berlin erzielt und doch mit leeren Händen die „Alte Försterei“ verlassen: Muss der kecke Fußball-Zweitligaaufsteiger Holstein Kiel nach der 3:4 (3:3)-Niederlage vom Freitagabend – ungeachtet bundesweiter Lobeshymnen für seine grandiose Offensiv-Performance – in kurzzeitige Depression verfallen?

Nein, natürlich nicht. Die „Welt“ titelte angesichts der Mischung aus Genie und Wahnsinn in der ersten Halbzeit mit sechs Toren binnen 20 Minuten: „Holstein und Union liefern sich eine epische Schlacht.“ Auch der nicht nur wegen seiner zwei Torvorlagen und einem eigenen Treffer zum zwischenzeitlichen 3:3 (32.) überragende KSV-Mittelfeld-Motor Dominick Drexler steckte nach dem Abpfiff emotional zwischen Baum und Borke: „Drei Tore gegen eine unfassbare starke Union-Mannschaft bei dieser überragenden Stimmung, aber null Punkte – da müssen wir uns an die eigene Nase fassen“, so der 27-Jährige: „Wir müssen noch klarer spielen, in bestimmten Situationen bessere Entscheidungen treffen. Denn jeder kleine Fehler wird sofort bestraft.“

Hier ein leichter Ballverlust im Spielaufbau, dort Unachtsamkeiten sowohl im defensiven Umschaltspiel als auch in der letzten Kette – Drexler hofft auf den Lerneffekt. „Dass wir vorne eine unfassbare Qualität haben, weiß jeder. Aber in der vergangenen Saison waren wir auch defensiv eine Macht. Dahin müssen wir zurückkommen. Und vor allem dürfen wir uns nicht für eine Niederlage feiern lassen.“

In der Tat, fünf Gegentore nach den beiden ersten Saisonspielen zeugen davon, wo die Störche zurzeit am meisten flattern. Das war nach der Saisonvorbereitung in dieser Form nicht zu erwarten gewesen. Letztmals vier Gegentreffer in einer Partie gab‘s für die KSV am 25. Juli 2015 (0:4 gegen Mainz II).

Turbo-Flügel Kingsley Schindler, Schütze der Kieler 1:0-Führung (12.) und Wegbereiter des Berliner Eigentores zum 2:1 der KSV (16.), stieß ins gleiche Horn der Selbstkritik: „Wenn man hier drei Tore macht und sogar zweimal in Führung geht, muss man am Ende auch etwas mitnehmen.“ Auf der Gegenseite habe man erfahren, dass „wir uns vor keinem Gegner, nicht einmal vor Union Berlin verstecken müssen“.

Und dann strahlten die Augen des Außenbahn-Sprinters, der seinem wahrlich mit allen Wassern gewaschenen Kontrahenten Kristian Pedersen mehrfach stumpf weggelaufen war, doch noch. Nein, vor einer solchen Kulisse (21.242 Zuschauer) habe er noch nie gespielt. Nein, eine derartige Atmosphäre habe er in seiner noch jungen Laufbahn noch nie gespürt. „Einfach nur geil“, beschrieb der 24-Jährige seine Eindrücke von der deutschen Zweitliga-Antwort auf die Liverpooler Anfield Road.

Sprachs‘ und eilte mit seinen Mitstreitern aus dem Kabinentrakt wieder auf den Rasen. Dort huldigten knapp 2000 Kieler Schlachtenbummler auch 25 Minuten nach dem Schlusspfiff aus voller Kehle noch immer ihren erstmals nach 24 Spielen gestrauchelten Helden. Die „blaue Karawane“ von der Ostsee besaß gehörigen Anteil an diesem Fußball-Festabend der Superlative. „Die Mannschaft hat ein überragendes Spiel beim Aufstiegsfavoriten gemacht. Und die Fans haben eine tolle Visitenkarte für den Verein und für die Stadt Kiel abgegeben“, freute sich Störche-Präsident Steffen Schneekloth trotz der vermeidbaren Niederlage.

Drama beim 2:2 gegen Sandhausen mit Last-Minute-Happy-End, Drama in der „Alten Försterei“ ob des letzten Treffers des fulminant auftrumpfenden Steven Skryzbski (52.) ohne glückliches Kieler Ende – was bietet die Störche-Show am Freitag (20.45 Uhr) im DFB-Pokal vor heimischer Kulisse gegen Liga-Konkurrent Eintracht Braunschweig?

Region/Kiel Fussball 2. Bundesliga Holstein Kiel Holstein Kiel (Herren) 1.FC Union Berlin

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