Dominic Peitz schaltete sich in das Angriffsspiel ein Dominic Peitz schaltete sich in das Angriffsspiel ein © Imago (Archiv)
Dominic Peitz schaltete sich in das Angriffsspiel ein

Holstein Kiel wendet Niederlage gegen RW Erfurt ab

Holstein Kiel hat in der 90. Minute eine Niederlage gegen RW Erfurt abgewendet. Dominic Peitz erlöste die Störche mit seinem Treffer zum 1:1 (0:1).

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Dieser Last-Minute-Punkt kann für den Fußball-Drittligisten Holstein Kiel im Aufstiegsrennen noch einmal Gold wert sein. Dominic Peitz (90.) glich bei Rot-Weiß Erfurt verdientermaßen spät, aber nicht zu spät per Kopf den Rückstand aus. Joker Manuel Janzer (90.+1) hatte sogar noch den Siegtreffer für die Störche, die jetzt seit acht Spielen in Folge ungeschlagen  sind, auf dem
Fuß. Motto der Dienstreise nach Thüringen: Platz zwei verloren, Mut für die letzten fünf Saisonpartien gewonnen.  

Kalter Wind und Tiefkühl-Atmosphäre herrschten in dem für 50 Millionen Euro umgebauten Steigerwaldstadion. Und auch die Störche kamen im ersten Durchgang nicht auf Betriebstemperatur. Nur selten fanden die Nordlichter zu jener Aggressivität in der Arbeit gegen den Ball, die sie zuletzt ausgezeichnet hatte. Noch enttäuschender das Offensivspiel, das von Missverständnissen, Fehlpässen  und mangelndem Durchsetzungsvermögen geprägt war.

Wenig Gefahrenmomente vor der Halbzeit

Eine Halbchance für den aufgerückten Innenverteidiger Dominik Schmidt (36.), dem der Ball nach der dritten KSV-Ecke über den Spann rutschte, und ein Fernschuss von Dominic Peitz (41.) – mehr Gefahrenmomente schufen die Kieler nicht vor dem Pausenpfiff.  Gegen eine Thüringer Mannschaft, die im Angriff wahrlich auch keine Bäume ausriss. Sie wirkte aber den Tick wacher und konsequenter. Auch deshalb war die Halbzeitführung nicht unverdient. Theodor Bergmann (19.) hatte KSV-Keeper Kenneth Kronholm als Erster mit einem Aufsetzer aus der Distanz geprüft. Lindon Vocajs 25-Schuss (40.) flog knapp am Kieler Gehäuse vorbei.

Besser hatte es Okan Aydin (26.) gemacht. Nach Flanke von Daniel Brückner wollte Holstein-Linksverteidiger Christopher Lenz die Kugel abgebrüht per Brust auf Kronholm zurücklegen. Dieses Kunststück misslang, Aydin spritzte dazwischen und staubte zum Erfurter 1:0 ab. Es war der erste Treffer gegen die Störche seit  427 Minuten. Immerhin dieses Tor war auf der Stadionleinwand abzulesen. Ansonsten wurde die Video-Wall zu 90 Prozent der Spielzeit als zusätzliche Fläche für Sponsoren-Werbung „missbraucht“.

Die knapp 200 Kieler Schlachtenbummler munterten ihre Mannschaft zum Auftakt der zweiten Hälfte mit „Holstein“-Rufen auf. Eine Anfeuerung, die zunächst  bei Schiedsrichter Marcel Schütz auf offene Ohren stieß. Als Jens Möckel die stumpfe KSV-Angriffsspitze Marvin Ducksch 35 Meter vor dem eigenen Tor umgerannt hatte, schickte der nicht immer souveräne Mann aus Worms den RWE-Abwehrchef per  Ampelkarte vorzeitig in die Kabine.

Holstein Kiel überlegen

In Überzahl agierten die Störche gegen noch tiefer als zuvor stehende Erfurt endgültig feldüberlegen.  Chancen blieben dennoch zunächst Mangelware. Wie beim Schuss ans Außennetz von Steven Lewerenz (63.), der KSV-Torjäger blieb ansonsten wie sein Flügel-Pendant Kingsley Schindler äußerst blass. Die  Nordlichter griffen mangels fußballerischer Engpässe auf Plan B zurück: Lange Bälle auf Peitz und den  eingewechselten Ilir Azemi in vorderster Front. Azemis Kopfballwischer (73.) verfehlte das Ziel, Peitz‘ Direktschuss aus zwölf Metern (83.) meisterte Philipp Klewin überragend.

Dann legte  sich Lenz den Ball zum Freistoß aus der Halbdistanz zurecht. Eine Flanke, ein Hechtkopfball des Kieler Funkturms Peitz – und schon lagen sich die Störche ob des kaum noch  erhofften Ausgleichstreffers in den Armen. Dass Janzer (90.+1) nicht noch zum „Dreier“ vollendete, war nur gerecht. Denn drei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit hatte Aydin frei vor Kronholm das sichere 2:0 auf dem Fuß gehabt.

„Man muss auch einmal akzeptieren, wenn man fußballerisch einen gebrauchten Tag erwischt“, sagte KSV-Cheftrainer Markus Anfang. Und ergänzte mit dem Blick nach vorne:
„Vielleicht ist das auch ein Teil unserer Entwicklung, des Prozesses. Dass man Platz zwei mit aller Macht verteidigen will und am Ende noch mit toller Moral einen Punkt holt.“

RW Erfurt – Holstein Kiel 1:1 (1:0)

RW Erfurt:
Klewin – Menz, Möckel, Erb, Sumusalo – Vocaj, Bergmann – Aydin, Tyrala (51. Laurito), Brückner (85. Bieber) – Kammlott (76. Uzun).

Holstein Kiel:
Kronholm – Herrmann, Schmidt, Czichos, Lenz – Peitz – Schindler (73. Azemi), Bieler, Drexler, Lewerenz (77. Janzer) – Ducksch.

Schiedsrichter:
Marcel Schütz (Worms) – Tore: 1:0 Aydin (26.) 1:1 Peitz (90.) – Zuschauer: 4422 – Gelbe Karten: * Erb, Menz/Schmidt  - *Gelb-Rote Karte: Möckel (48.) wegen wiederholten Foulspiels.

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