czichos Der Kapitän beim Jubeln: „Rafa“ (Mitte) feiert mit dem Team den Siegtreffer gegen Lautern durch Manuel Janzer. © Agentur 54°
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Holstein Kiel: „Wir sind da, wo wir hingehören“

Kapitän Czichos schließt aus, dass die formstarken Störche ähnlich abstürzen könnten wie die Würzburger Kickers

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Fußball-Zweitligist Holstein Kiel könnte am Freitag (18.30 Uhr) beim FC Erzgebirge Aue am sechsten Spieltag den vierten Sieg in Folge schaffen – für einen Aufsteiger, vorsichtig formuliert, keine schlechte Bilanz. Vier Erfolge am Stück in der zweithöchsten Klasse gelang ein einziges Mal auch jenen Ur-Störchen, die zwischen 1978 und ’81 der damals noch zweigeteilten Zweiten Liga angehörten. Im März 1980 holte die KSV vier „Zweier“, doch in den gesamten drei Jahren kamen die Kieler nie über Tabellenrang sieben hinaus. Die aktuellen Nachfolger stehen indes auf Platz drei, dem Relegationsrang zur Bundesliga.

„Wir können in dieser Liga jeden schlagen, wenn jeder von uns 100 Prozent gibt.“

Ist der frühe Höhenflug ein Grund zu sorgloser Freude, oder lauern hinter der fulminanten Form gar versteckte Gefahren? Weder, noch, meint Holstein-Kapitän Rafael Czichos, der das Thema mit rationaler Gelassenheit behandelt.Nein, unheimlich sei ihm das bisherige Abschneiden der Mannschaft nicht, betont der 27-Jährige, und mit der viel zitierten, aber oftmals schwer zu erklärenden Aufstiegseuphorie, die schon so viele Teams erfasst und danach verlassen hat, habe das auch nichts zu tun. „Wir haben ein funktionierendes Spielsystem. Das gibt uns Vertrauen und macht uns stark“, erläutert der Abwehrchef. „Wir können in dieser Liga jeden schlagen, wenn jeder von uns 100 Prozent gibt.“ Das klingt nach Selbstbewusstsein am Rande der Selbstüberschätzung, doch diesen Verdacht fängt der Innenverteidiger sofort wieder ein. „Es ist ein schmaler Grat, auf dem wir uns permanent bewegen, zwischen Dankbarkeit und Demut, in der Zweiten Liga spielen zu dürfen, und unserem Selbstvertrauen. Wir dürfen uns nicht als Topmannschaft darstellen. Wir sind ein Aufsteiger und wissen, wo wir herkommen.“

Als warnendes Beispiel dienen vortrefflich die Würzburger Kickers. Die Mannschaft von Trainer und Ex-„Eisenfuß“ Bernd Hollerbach stand in der vergangenen Zweitliga-Saison – wie Holstein heute – als Aufsteiger am fünften Spieltag auf einem Spitzenplatz (Rang zwei gar). Es folgte ein dramatischer Absturz in der Rückrunde ohne einen einzigen Sieg auf Abstiegsrang 17, „Holler“ musste gehen. Ein Schicksal, das Holstein nicht zustoßen wird, davon ist Czichos überzeugt. „Unser Mannschaftsgefüge hat durch den Aufstieg einen Riesenschritt nach vorn gemacht, jeder kennt sein Rolle, auch die Neuzugänge“, erläutert der frischgebackene Vater von Ben, der im Sommer 2015 von Rot-Weiß Erfurt zur KSV gekommen war. „Außerdem überträgt unser Trainer (Markus Anfang, d. Red.) seinen Perfektionismus auf die Spieler. Wir werden keine fünf Spiele in Folge verlieren.“

Den ersten Beleg für diese These lieferte Holstein bereits am vergangenen Sonnabend im Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Trotz ihrer schwächsten Saisonleistung gewannen die Störche „schmutzig“ durch das Last-Minute-Tor von Manuel Janzer mit 2:1. „Wir sind keine Maschinen, sondern befinden uns weiterhin in einem Entwicklungsprozess. Wenn zwei bis vier Spieler nicht ihren besten Tag erwischen, werden wir das nicht immer kompensieren können“, erklärt der Capitano. „Aber wir haben bis zur letzten Minute den Willen, gegen eine schwache Tagesform anzugehen.“

​Hinten soll endlich wieder die Null stehen

Für seinen eigenen Arbeitsbereich in der Abwehr wünscht sich der 1,88 Meter große Linksfuß, dass „wir wieder so abgezockt sind wie in der Vorsaison“, damit alsbald hinten wieder die Null steht. Jeder Gegner verdiene Respekt, resümiert Rafael Czichos, „aber wir haben vor niemanden Angst“. Denn, in aller gebotenen Bescheidenheit: „Wir sind da, wo wir hingehören.“

Region/Kiel Fussball 2. Bundesliga Holstein Kiel

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