03. Dezember 2018 / 10:31 Uhr

Holstein Kiel: "Wir wollen noch mehr!", Tim Walter

Holstein Kiel: "Wir wollen noch mehr!", Tim Walter

Redaktion Sportbuzzer
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Eine Faust, drei Punkte: Tim Walter (links) und Sportdirektor Fabian Wohlgemuth (Mitte).
Eine Faust, drei Punkte: Tim Walter (links) und Sportdirektor Fabian Wohlgemuth (Mitte). © imago/Team 2
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Holstein Kiel überzeugt auf ganzer Linie beim 4:0 gegen den MSV Duisburg und rückt an die Spitzenplätze heran

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Diese Störche machen derzeit einfach Spaß. Sonntagnachmittag, schwere Wolken über Duisburg, ein noch schwererer, seifiger Untergrund – und Holstein Kiel zaubert ein spielerisch am Ende überragendes 4:0 (0:0) auf den Platz. Klettert damit in der Zweitliga-Tabelle auf Platz sechs. Und baut die Serie weiter aus: Seit nunmehr sechs Ligaspielen ist die KSV ungeschlagen. Der Sieg beim MSV dürfte dabei das vorläufige Meisterstück der Mannschaft von Trainer Tim Walter gewesen sein. „Wir wollen noch mehr“, sagt Walter im Anschluss an die Demonstration seiner Elf. Einer Elf, die sich vor 12320 Zuschauern in der Duisburger Schauinsland-Reisen-Arena – darunter mehr als 300 Gästefans von der Förde – aber zunächst dem Druck der Zebras ausgesetzt sieht.

Schwere erste 45 Minuten

MSV-Trainer Torsten Lieberknecht hat seine Mannschaft gut auf die Kieler eingestellt: Angriffspressing, Dreierkette, dadurch ein Mann mehr im Zentrum, dem Herzstück des KSV-Spiels. „Wir haben sie anders erwartet“, sagt Alexander Mühling zur Formation des Gegners, der zuletzt dreimal ohne Gegentor geblieben war. Lieberknecht will Walters Kieler vom Tor fernhalten, Fehler erzwingen, Nadelstiche setzen. Und so geht die erste Chance auch auf das Konto des MSV: Nach einem Flügelwechsel auf die linke Seite kommt Kapitän Kevin Wolze an den Ball und zieht aus der Distanz ab – knapp am Kasten von Keeper Kenneth Kronholm vorbei (14.). Ein Warnschuss?

MSV Duisburg gegen Holstein Kiel in Bildern:

Duisburgs John Verhoek (li.) und Kiels Jonas Meffert kämpfen um den Ball. Zur Galerie
Duisburgs John Verhoek (li.) und Kiels Jonas Meffert kämpfen um den Ball. ©
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Jedenfalls agieren die Störche danach zielstrebiger, können das Pressing umspielen und kommen dem gegnerischen Sechzehner immer näher. Nach 28 Minuten taucht der zuletzt so überragende Kingsley Schindler, bedient von Mühlings Hacke nach toller Kombination, frei vor dem Tor auf. Der Abschluss: etwas zu ungenau. Der Außenpfosten rettet für Duisburg, das Minuten zuvor noch einen Handelfmeter nach Meffert-Ballkontakt mit der Schulter gefordert hatte – vergeblich.Vergeblich sind danach auch weiterhin die Kieler Angriffe. So nah wie bei Schindlers Chance kommt die KSV dem Torerfolg bis zum Pausenpfiff nicht mehr, doch spielerisch überzeugt der Gast aus dem Norden.

Halbzeitansprache hilft

„Ich war sehr positiv in der Halbzeitansprache“, sagt Walter hinterher. Und seine Mannschaft bestätigt ihn nach dem Seitenwechsel in dieser Maßnahme, kommt mit perfektem Umschaltspiel zum 1:0. Im Anschluss an einen Fallrückzieher von MSV-Stürmer John Verhoek fahren die Störche gegen aufgerückte Duisburger den Konter. David Kinsombi spielt in die Gasse auf Jae-Sung Lee, der mit seiner flachen Hereingabe Schindler findet. Und der Flügelstürmer drückt den Ball eiskalt über die Linie (56.). Holstein macht nach der Führung direkt weiter: Schindler tanzt auf links Gerrit Nauber aus, flankt scharf vors Tor. Und Janni Serra, bis dahin eher unglücklich, steht da, wo man als „Echte Neun“ stehen muss: in der Gefahrenzone, mit dem Fuß voran. 2:0 für Kiel (60.). Im Stadion singen nun nur noch die KSV-Fans.

Tippt hier den Ausgang der Saison!

K.O. nach zwei Toren

Allen anderen ist klar: Die Heimmannschaft ist k.o., müde gespielt von fußballerisch überlegenen Gästen. „Wir haben die sich bietenden Lücken sehr gut ausgespielt“, sagt Jonas Meffert später in der Mixed Zone. Jener Meffert, der nach 67 Minuten runter muss: Der Oberschenkel macht Probleme, Walter geht auf Nummer sicher und nimmt seinen „Mister Zuverlässig“ runter. Doch auch ohne Meffert läuft die Kugel weiter flüssig – und immer in Richtung des Duisburger Tores. Im wieder stärker einsetzenden Regen kontert sich Holstein zum 3:0. Schindler, nun im Gala-Modus, spielt auf Kinsombi, der den Passgeber direkt wieder zentral im Stafraum bedient. Schindlers Schuss wird geblockt – und zwar vor die Füße von Serra, der wieder da steht, wo man stehen muss. Humorlos nagelt der Angreifer den Ball in die Maschen (77.).

Alle Guten Dinge sind...vier!

Ein dreifaches Ausrufezeichen. Und es folgt noch ein viertes. Wieder rollt die Kieler Lawine aufs Tor des bedauernswerten MSV-Keepers Daniel Mesenhöler zu. Meffert-Vertreter Atakan Karazor spielt auf Lee, Abschluss ins rechte Eck – 4:0 (89.). Die Belohnung für einen starken Auftritt des Südkoreaners. Und im Übrigen: das erste Tor ohne Beteiligung von Kingsley Schindler nach neun Treffern in Folge, die der „King“ entweder vorbereitet oder selbst erzielt hat. Ein eindrucksvoller Fakt.

In einem noch eindrucksvolleren Gebilde: Holstein Kiel im Dezember 2018. Dem defensivstarken MSV Duisburg gleich vier Tore eingeschenkt, zu Null gespielt, mit nun 24 Punkten nach 15 Spielen endgültig in der Spitzengruppe angekommen. Am kommenden Sonntag geht es nach Dresden. Das Ziel ist klar. Walter und die Störche wollen noch mehr.

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Kenneth Kronholm. Note 2,5. Kaum geprüft. Die Bälle, die durchkamen, waren eine sichere Beute des KSV-Keepers. Zur Galerie
Kenneth Kronholm. Note 2,5. Kaum geprüft. Die Bälle, die durchkamen, waren eine sichere Beute des KSV-Keepers. ©
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