dc5a-6vsg76sxs8xvi957k0_original Falsche Trikot-Nummer, richtiger Torwart: Lukas Kruse, hier noch mit der 33 auf der Arbeitskleidung, will als Top-Backup von Stammkeeper Kenneth Kronholm die Herzen der Störche-Anhänger im Flug erobern. © Sonja Paar
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Holstein Kiels Neuzugänge, Teil 4: Elfmeter-„Killer“ Lukas Kruse

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Aus Ostwestfalen stammenden Menschen eilt das Klischee voraus, die Dinge dieser Welt mit einer ausgeprägten Portion Entspanntheit anzugehen. Gesellt sich dann noch die berufsspezifische Erfahrung von 34 Erstligaspielen und 159 Einsätzen im Bundesliga-Unterhaus hinzu, behält der gereifte Profifußballer trotz aller unvorhersehbaren Ereignisse zumeist klaren Kopf. Auch deshalb sagt Lukas Kruse, der neue Torwart des Zweitligisten Holstein Kiel: „Ich bin in einem Alter, in dem man vieles gelassener sieht.“Am vergangenen Sonntag feierte Kruse – passend zu seiner Rückennummer – seinen 34. Geburtstag. Der verheiratete Vater zweier kleiner Töchter ist im ostwestfälischen Paderborn geboren. Hat 20 Jahre das Trikot des örtlichen Fußball-Stolzes SC getragen. Ist mit ihm 2013 sensationell in die Bundesliga auf- und danach dreimal in Folge sportlich abgestiegen. Im Herbst seiner Karriere nun der Abstecher nach Kiel.Kruses Affinität zum Norden hielt sich bis zu seiner Vertragsunterschrift in Kiel in Grenzen. „Ich wusste nicht, dass es hier so schöne Strände gibt. Und ich bin auch keine Wasserratte, eher der Typ Seepferdchen“, sagt der Mann, der sportlich über jeden Zweifel erhaben ist. Der im deutschen Fußball einmalige Absturz von Liga eins in Liga vier binnen drei Jahren brachte das Paderborner Urgestein im Frühjahr ins Grübeln. „Ich hatte keinen Vertrag für die Vierte Liga. Die Regionalliga war ohnehin keine ehrliche Option für mich. Dann hätte ich vielleicht Schluss mit dem Berufsfußball gemacht“, erinnert sich Kruse, der mit vier gehaltenen Strafstößen selbst in der Bundesliga seinen Ruf als Elfmeter-„Killer“ zementierte.

Auch der Drittliga-Klassenerhalt, besiegelt nur durch den Zwangsabstieg der Münchner Löwen, änderte nichts an der Idee, noch einmal neue Erfahrungen sammeln zu wollen. Als der Anruf aus Kiel kam, musste Kruse nach eigenen Worten nicht lange überlegen. Und das, obwohl die Störche-Verantwortlichen bezüglich der internen Torwart-Rangliste keine Zweifel hatten aufkommen lassen. „Es ist von der ersten Minute klar mit mir kommuniziert worden, dass Kenneth (gemeint ist Kenneth Kronholm/Anm. der Redaktion) einen Bonus hat. Den hat er sich auch durch seine guten Leistungen verdient. Holstein wollte einen erfahrenen Mann dahinter. Damit kann ich gut leben“, beschreibt Kruse seine angedachte neue Rolle
nach zuvor sechs Jahren mit dem Status Stammkraft zwischen den Pfosten.Man könne auch als Nummer zwei eine wichtige Rolle spielen, lautet sein Credo: „Ich renne hier jetzt aber nicht durch die Gegend und tue so, als wisse ich alles besser. Doch wenn man mich fragt, helfe ich natürlich gerne.“ Es sei wichtig, so seine Empfehlung an die neuen Kollegen, die Aufstiegs-Euphorie mitzunehmen. Die gewachsene Mannschaft biete alle Voraussetzungen, um auch Rückschläge zu verkraften: „Und das ist letztlich entscheidend. Wenn man gewinnt, haben sowieso alle gute Laune.“

Der Teamgeist und die Besonnenheit im Klub gerade in kritischen Situation – für Kruse zwei zentrale Punkte auf dem Weg zum Erfolg. Innerste Überzeugung klingt aus seinen Worten durch. Der Routinier müsste aufgrund seiner Negativerlebnisse beim SC Paderborn wissen, wovon er spricht, nennt ein Beispiel: „Als wir im Winter in der Zweiten Liga auf einem Abstiegsplatz standen, redeten einige Macher im Klub immer noch vom Aufstieg.“ Stefan Effenberg hieß zu diesem Zeitpunkt der Trainer. Ein Kapitel, das Kruse aus diversen Gründen nicht eben zu den tollsten seiner Laufbahn zählt.Doch ein Paderborner bleibt halt ein Paderborner. Lukas Kruse lässt keinen Zweifel, dass sein Lebensmittelpunkt dort bleiben wird, wo er geboren ist. „Wir bauen in Paderborn gerade ein Haus“, sagt er. Zuvor aber will er seinen Teil dazu beitragen, das Nest der Störche auf ein solides Zweitliga-Fundament zu stellen.

Region/Kiel Holstein Kiel (Herren) Fussball 2. Bundesliga Lukas Kruse (Holstein Kiel)

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