weilandt 2 Abheben für die Störche: KSV-Neuzugang Tom Weilandt (dahinter Athletikcoach Timm Sörensen) beim Training. © Peasler
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Holsteins filigraner Fußball-Feingeist

Leih-Angreifer Tom Weilandt trifft im Nest der Störche auf gleich vier alte Bekannte

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Dass sich jemand an der Ostsee nicht wohl fühlen kann, diese Möglichkeit liegt für Tom Weilandt außerhalb seines Vorstellungsvermögens. Kein Wunder, der Offensiv-Allrounder mit der Erfahrung von 108 Einsätzen in der Zweiten Fußball-Bundesliga ist in Rostock geboren und hat jetzt über die Umwege Greuther Fürth und VfL Bochum den Weg zum Unterhaus-Aufsteiger Holstein Kiel gefunden. Bis zum 30. Juni 2018 haben die Störche den ehemaligen U-Nationalspieler vom Liga-Rivalen aus dem Ruhrpott ausgeliehen, der Vertrag des 25-Jährigen beim VfL läuft noch zwölf Monate länger.

​Beim VfL Bochum zuletzt nur noch zweite Wahl

„Ich freue mich riesig, wieder im Norden zu sein. Bei den erfolgshungrigen Störchen und in der Nähe meiner Familie. Besonders meine Großeltern sind begeistert, jetzt müssen sie nicht mehr so weit fahren, um mich sehen zu können“, lacht Weilandt, der zunächst alleine an der Förde auf Wohnungssuche geht. Freundin Laura und Labrador Amy bleiben vorerst in Bochum. Normalität im Leben eines Fußball-Profis.Der muss auch immer das Unvorhersehbare einkalkulieren. „Dass ich in Bochum zu Beginn dieses Spieljahres auf einmal nur noch zweite Wahl war, hat mich nach 22 Einsätzen, drei Toren und sieben Assists in der Vorsaison schon überrascht“, so der 1,86 Meter große Angreifer, der sowohl auf den Flügeln als auch zentral agieren kann. Mehr mag Weilandt nicht über das jüngste Kapitel seiner Karriere sagen. Und das Bekenntnis zu der neuen Wahlheimat Kiel klingt aus seinem Mund auch nicht nach einer reinen Höflichkeitsfloskel.

​Weilandt trifft in Kiel auf zahlreiche ehemalige Weggefährten

Warum auch? Schließlich trifft Weilandt im Nest der Störche auf einige alte Bekannte. Wie Mittelfeld-Routinier Dominic Peitz, mit dem er 2011/12 gemeinsam das Trikot von Hansa Rostock getragen hat. Oder das Trio Dominick Drexler, Sebastian Heidinger und Ilir Azemi – samt und sonders Kollegen aus Fürther Zeiten. Mit Azemi verbindet ihn sogar ein ganz besonderes Ereignis. Die Relegation zur Bundesliga gegen den Hamburger SV im Mai 2014. Nach einem 0:0 im Volkspark retteten sich die Hanseaten im Rückspiel mit einem denkbar knappen 1:1 aufgrund des einen Auswärtstores. „Das war schon traurig damals, aber so ist der Fußball halt manchmal“, erinnert sich Weilandt.

Das aktuelle Geschehen fordert die volle Konzentration des filigranen Fußball-Feingeistes. Am Mittwoch absolvierte Weilandt das erste Training mit taktischen Vorgaben unter Chefcoach Markus Anfang. Der unterbrach die Vormittagseinheit immer wieder mit dem Ziel, Weilandt so schnell wie möglich mit den Laufwegen der Kieler vertraut zu machen. „Viele Sachen kennt man, aber einige Details sind schon neu für mich“, sagt Weilandt und ergänzt: „Der Holstein-Spielstil passt zu mir. Und ich habe am Fernsehschirm gesehen, welche Probleme die Kieler ihren Gegnern bereitet haben.“

​Sonntag trifft Holstein Kiel auf seinen Ex-Club Greuther Fürth

Großen Spaß habe ihm speziell das TV-Studium des Pokal-Triumphes gegen Braunschweig am vergangenen Freitag bereitet. Dabei wollte er live im Holsteinstadion zusehen. Ein Vorhaben, das aufgrund der Baustellensituation auf der A7 scheiterte. „Als ich den Elbtunnel hinter mir gelassen hatte, dachte ich, ich sei durch. Tatsächlich aber habe ich es gerade noch rechtzeitig ins Hotel geschafft“, erzählt Weilandt. Dem holprigen Start in neue Gefilde soll der erste Zweitliga-Sieg folgen. Am Sonntag (13.30 Uhr), wenn die KSV pikanterweise Weilandts Ex-Klub Greuther Fürth beweisen möchte, dass eine Dienstreise an die Ostsee zumindest im Fußball nicht automatisch in einer Wohlfühl-Oase endet.

Steckbrief

Name: Tom Weilandt.

Geburtsdatum/-ort: 27. April 1992 (25)/Rostock.

Größe/Gewicht: 1,86 m/77 kg.Rückennummer: 9 („Die einzige Nummer, die frei war“, so Weilandt ).

Zweitliga- und Drittligaerfahrung: 108 Zweitligaspiele (14 Tore/13 Assists)/35 Drittligaspiele (7 Tore/2 Assists).

Bisherige Vereine: SG Warnemünde, LSG Elmenhorst, Hansa Rostock (Jugend), Hansa Rostock, Greuther Fürth (2013 bis 2016), VfL Bochum (30. Juni 2016 bis 14. August 2017).

Lieblingsposition: Alle Offensivpositionen.

Ausbildung: Abitur, bei der Spielvereinigung Greuther Fürth Weiterbildung im Bereich Sport-Management.

Ziel in Kiel: „Mit der Mannschaft möchte ich so viel Erfolg wie möglich haben. Ich persönliche hoffe auf viel Spielzeit, um dem Team helfen zu können.“

Region/Kiel Holstein Kiel Fussball 2. Bundesliga Tom Weilandt (VfL Bochum)

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