11. März 2018 / 22:29 Uhr

HSV am Abgrund: Hollerbach vor der Entlassung - übernimmt Doll?

HSV am Abgrund: Hollerbach vor der Entlassung - übernimmt Doll?

Sebastian Harfst
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Der HSV liegt am Boden. Kann ihn Thomas Doll, der den Bundesliga-Dino bereits von 2004 bis 2007 trainiert hat, retten?
Der HSV liegt am Boden. Kann ihn Thomas Doll, der den Bundesliga-Dino bereits von 2004 bis 2007 trainiert hat, retten? © dpa/imago/Montage
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Krach in der Mannschaft, Chaos beim Personal - die nächste bittere Klatsche beim FC Bayern München. Der Hamburger SV zeigt erste Anzeichen von Zerfall. Jetzt wackelt auch noch der erst Ende Januar verpflichtete Trainer Bernd Hollerbach. Thomas Doll ist im Gespräch.

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Ein bisschen Resthoffnung war da. Vielleicht würden sich die Profis des Hamburger SV dieses Mal beim FC Bayern München anders präsentieren als die Male zuvor, als sie es bei acht Gastspielen schafften, kümmerliche drei Tore zu schießen, aber 45 zu kassieren. Die Resthoffnung war unberechtigt. Das Torverhältnis des HSV in Auswärtsspielen in der Allianz-Arena wuchs am Sonnabend seit dem letzten Punktgewinn im August 2008 auf 3:51 an, bei nun neun Duellen. Noch schlimmer als die 0:6-Niederlage: Im Angesicht des ersten Abstiegs aus der Fußball-Bundesliga – sieben Punkte Rückstand hat der HSV auf den Relegationsplatz – präsentierte sich der Hamburger SV als Verein im Zerfall.

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Die Zeichen des Zerfalls: Hollerbach schon am Montag weg?

Der Trainer: Bernd Hollerbach kam als HSV-Legende und personifizierte Hoffnung zu dem Klub, bei dem er als Spieler durch seine Kampfkraft Eindruck geschunden hatte. Sieben Spiele später bleibt – wie so oft beim HSV – nur die Erinnerung. Immer noch ist Hollerbach sieglos, ein Konzept ist nicht erkennbar. Geholt worden war er vom inzwischen geschassten Führungsduo Heribert Bruchhagen/Jens Todt. Hollerbachs neue Bosse heißen Bernd Hoffmann (Präsident) und Frank Wettstein (Vorstand). Und die haben kein klares Statement zum Trainer abgegeben. Wettstein soll laut Bild-Zeitung noch nicht mit ihm gesprochen haben: „Ich denke schon, dass die Herren auf mich zukommen werden“, lautete Hollerbachs Vermutung.

Das Gespräch findet nach Informationen des Blattes bereits am Montag statt. Es wird mit der Entlassung Hollerbachs gerechnet. Nachfolger könnte der bisherige U21-Trainer Christian Titz (46) werden. Er führt mit der U21 des HSV die Regionalliga Nord an. Laut Bild ebenfalls ein Kandidat: Thomas Doll. Der ehemalige HSV-Trainer (von 2004 bis 2007) führt momentan mit Ferencváros Budapest die ungarische Liga an.

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Mannschaft geht aufeinander los

Die Führungsspitze: Der HSV ist kein Traum-Arbeitgeber mehr. Das haben die vergangenen Jahre mit all den Managern und Trainern bewiesen. Entsprechend kassieren Hoffmann und Wettstein im Moment reihenweise – unaufgefordert – Körbe von potenziellen Kandidaten für die Posten als Manager oder Sportvorstand. Gestern bekräftigte Klaus Allofs, viele Jahre erfolgreich in Bremen und Wolfsburg, dass seine Gedanken „nicht bei einer Neuanstellung“ seien. Auch der angeblich vom HSV umworbene Leverkusen-Manager Jonas Boldt kündigte im ZDF-„Sportstudio“ an, seinen bis 2019 gültigen Vertrag bei Bayer erfüllen zu wollen. Jörg Schmadtke und Hannovers Horst Held hatten ebenfalls jegliche Verbindung zum HSV bestritten.

Das Spiel: Die Bayern konnten es sich gegen diesen HSV leisten, einen Elfmeter zu verschießen. Robert Lewandowski passierte das Missgeschick erstmals im Bayern-Trikot. Angesichts dreier Tore wird der Pole über den Fehlschuss aber hinwegsehen können. Die weiteren Treffer steuerten Franck Ribéry (2) und Arjen Robben bei. Der HSV war nach dem 0:3 in der 19. Minute bereits geschlagen.

Die Mannschaft: Die übliche Bundesliga-Diplomatie ist beim HSV Geschichte. Sven Schipplock entgegnete auf die Frage, warum Einsatz und Leidenschaft gefehlt hätten: „Das müssen Sie die fragen, die heute keine Lust hatten.“ Andere Teams zeigen besonders viel Einsatz, um dem Keller zu entrinnen. Beim HSV ist davon nichts zu sehen. Stattdessen gibt es Vorwürfe. „Jede Mannschaft hat in der Winterpause neue Spieler bekommen, nur wir nicht“, sagte Kyriakos Papadopoulos. „Wir wissen nicht, wie es weitergeht. Wir wissen gar nichts.“ Schlechte Voraussetzungen für die letzten acht Spiele.

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Polizei ermittelt gegen HSV-Fans

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Die Fans: Teile von ihnen benehmen sich derart daneben, dass nun sogar die Polizei ermittelt. Nach der Niederlage in München stellten Unbekannte elf Kreuze am HSV-Trainingsgelände auf, dazu ein Plakat mit dem Aufspruch „Eure Zeit ist abgelaufen! Wir kriegen euch alle!“. Schon beim Spiel gegen Leverkusen (1:2) drei Wochen zuvor hatten Fans im Stadion ein Transparent aufgehängt, mit dem sie die Profis bedrohten. Keine Stimmung, die selbstbewussten Leistungen im Abstiegskampf zuträglich ist.

Der HSV und das nächste Frusterlebnis in München. „Es kann ja nicht sein, dass man hier immer so eine Klatsche kriegt“, schimpfte Hollerbach nach dem Spiel. Kann es doch – wenn der Gegner HSV heißt.

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