14. Februar 2019 / 10:54 Uhr

HSV-Chef Bernd Hoffmann fordert Umdenken bei Pyrotechnik: "Ist Teil der Fankultur" - Angriff auf DFB

HSV-Chef Bernd Hoffmann fordert Umdenken bei Pyrotechnik: "Ist Teil der Fankultur" - Angriff auf DFB

Redaktion Sportbuzzer
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HSV-Boss Bernd Hoffmann stellt sich im Pyro-Streit auf die Seite der Fans. 
HSV-Boss Bernd Hoffmann stellt sich im Pyro-Streit auf die Seite der Fans.  © Getty/imago/Montage
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Bernd Hoffmann, Vorstandsvorsitzender beim Hamburger SV, sprach sich für ein kontrolliertes Abbrennen von Pyro-Technik in Stadien aus - und kritisierte die Herangehensweise des DFB. Der HSV kassierte in der jüngeren Vergangenheit regelmäßig hohe Geldstrafen wegen Pyrovergehen.

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Seit Jahren ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in Stadien ein Streitthema zwischen Fans, Verbänden und Klubs. Bernd Hoffmann, Klubchef beim Zweitligisten Hamburger SV, forderte nun ein Umdenken der Verantwortlichen - und lieferte ein Plädoyer für Pyro-Technik. „Klar ist, dass wir einen anderen Umgang mit der Thematik brauchen als bisher“, sagte Hoffmann dem Hamburger Abendblatt. „Die einfache Sanktionierung von Pyro-Vergehen hat bislang zu keinem besseren Umgang mit der Thematik geführt – ganz im Gegenteil", übte der Vorstandsvorsitzende des HSV Kritik an den Maßnahmen des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), der bislang eine harte Linie gegen Feuerwerkskörper in Stadien fährt.

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DFB reagiert mit hohen Geldstrafen

Trotz aller Verbote ist Pyro-Technik in deutschen Arenen an der Tagesordnung. Zuletzt hatten am Montagabend beim Zweitliga-Spiel der Hamburger gegen Dynamo Dresden einige Fans der Gäste Feuerwerkskörper abgebrannt. Die Kosten tragen in der Regel die Vereine, die vom DFB mit hohen Geldstrafen für das Fehlverhalten ihrer Anhänger bestraft werden. HSV-Boss Hoffmann sprach sich deshalb für einen Dialog zwischen Fans und Verantwortlichen aus: „Wenn man sich eingesteht, dass Pyro ein Teil der Fankultur ist, und das haben wir, dann muss man zumindest über alternative Lösungen ernsthaft nachdenken. Selbstverständlich gemeinsam mit allen Beteiligten wie der aktiven Fanszene, aber auch der Feuerwehr, der Polizei, der Stadt und dem Verband. Aus unserer Sicht ist diese Diskussion überfällig.“

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Um das unkontrollierte Abbrennen von Feuerwerk zu verhindern, wollen die HSV-Verantwortlichen nun ergebnisoffen über ein kontrolliertes Abbrennen nachdenken. „Wir wollen mit allen Parteien einen neuen Dialog zum Thema Pyrotechnik suchen“, sagte Hoffmann, der zusammen mit Hamburgs Fanbeauftragten Cornelius Göbel bereits im Dezember und Januar erste Gesprächsrunden mit den Beteiligten geführt hat.

Göbel: "Pyro ein Teil deutscher Fankultur"

„Wenn man bedenkt, dass es Pyro seit 20 oder sogar 30 Jahren regelmäßig in deutschen Stadien gibt, dann muss man eingestehen, dass Pyro mittlerweile ein Teil deutscher Fankultur ist. Das kann man gut oder schlecht finden, aber es ist nun mal so“, erklärte Göbel. Für die Klubs geht es auch darum, Geldstrafen künftig zu vermeiden. So musste der HSV allein für die Rückrunde der vergangenen Saison weit über 100.000 Euro zahlen, im Dezember 2018 kamen noch einmal 60.000 Euro hinzu.

Hier abstimmen: Gehört Pyro in deutsche Stadien?

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